Metaphernvorrat

Herr Schrott, Goethe und Schiller sind sich in Jena nach einer Sitzung der Naturforschenden Gesellschaft begegnet. Es war der Anfang einer grossen Freundschaft. Könnten Sie sich heute eine ähnliche Begegnung mit Dichtern in Naturforschenden Gesellschaften vorstellen?

Raoul Schrott: Leider nein. Aber immerhin gibt es ein Fähnlein der Aufrechten, vielleicht ein Dutzend Schriftsteller, Thomas Lehr, Ulrich Woelk, Ulrike Draesner etwa, mit denen ich mich sowohl über Dichtung wie über Naturwissenschaften austauschen könnte. Mir steht aber immer das Beispiel des romantischen Dichters Samuel Coleridge vor Augen. Er ging regelmässig zu den Abenden der Königlichen Geologischen Gesellschaft, um «seinen Vorrat an Metaphern aufzustocken», wie er sagte. Wer würde das heute noch tun? / Neue Zürcher Zeitung

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