Schlagwort: Literaturkritik

L&Poe ’17-06

Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser, seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tages-, jetzt als Wochenzeitung. Jeden Freitag neu mit Nachrichten aus der Welt der Poesie. Poetry is news that stays news, sagt Pound.  In der heutigen Ausgabe: Kritik der Kritik, Arten der Kritik…

Flotte Feuilletons? Bitte nicht!

Hätte ich, wie in so manchem Märchen, einen Wunsch frei, dann wäre es dieser: dem Gedicht den medialen Platz einzuräumen, der ihm als der so gern zitierten «Königsdisziplin» der Literatur doch wie selbstverständlich zustehen müsste. Jedes Jahr aufs Neue wird der «Lyrikboom» beschworen. Aber…

express!

Eine demokratische Debatte über Literatur Launch ~ 15. März 2016 Wir experimentieren mit neuen Ansätzen in der digitalen Literaturkritik und nutzen eine einfache Struktur. Dabei richten wir uns an Leserinnen, die den Prozess des Schreibens einer Kritik begleiten möchten, die neugierig sind auf die…

Der schwere Stand der Lyrik

Von Axel Kutsch Lyrikrezensionen muss man in unseren überregionalen Zeitungen fast mit der Lupe suchen. So wurden im vergangenen Jahr im sogenannten „großen Feuilleton“ aus einer Vielzahl von 2015 veröffentlichten Gedichtbüchern deutschsprachiger Autorinnen und Autoren nur rund dreißig kritisiert, allen voran „Vonne Endlichkait“ von Günter…

ZEIT DER KETTENHUNDE?

Ein Kommentar von Axel Kutsch Rezensionen von Lyrik-Anthologien findet man eher selten in den Medien – und wenn doch, dann kommt es einem mitunter so vor, als hätten Redaktionen Kettenhunden freien Lauf gelassen. Das ist jedenfalls der Eindruck, den einige in den vergangenen Wochen…

Ein Texttyp

Diese* Rezension fängt gut an: Es gibt Lyriker, die unentwegt wollen, was sie schon können. Ihre Gedichte laufen Gefahr, wie aus dem Register gezogen zu wirken. Sie sind kunstfertig gebaut, elegant im Auftritt, aber durch ihren reibungsarmen Gestus auch wieder schnell vergessen. Der Sirenengesang…

Einsam auf der Säule

Die Wochen-ZEIT, deren Literaturredakteurin gern mitteilt, daß sie nichts von Lyrik verstünde, scheint dieselbe (die Lyrik, nicht die Redakteurin) retten zu wollen. Vor Jahren das politische Gedicht, bei dem sie achtbare und auch einige mir sehr liebe DichterInnen einlud, politische Gedichte zu schreiben (nur…

Der Betrieb debattiert sich

Das Raffinierte an Winkels’ Performance: Er formulierte, was er beschrieb, nicht als Kritik, sondern skizzierte als teilnehmender Beobachter ein sich wandelndes Feld. Die stetig wachsende Marktförmigkeit, Publikumszugewandtheit und Beschleunigung des Betriebs, die Konzentration auf wenige von Buchpreislisten bestimmte Titel, die Fokussierung auf Event, Auftritt,…

„Die Lyrik blüht? Die Kritik darbt“

Der Umgang mit dem Lyriker Jan Wagner zeigt, dass sich Debattenkultur und konzentrierte Lektüre ausschließen. Dem Feuilleton fehlt das literarische Rüstzeug. Schreibt Sören Heim bei The European. Zitat: Quer durch die Feuilletons überwogen oberflächliche, romantisierende Betrachtungen über Dichtung, in denen die Auseinandersetzungen mit Wagner am…

Rezensionsautomat

Wenn man Gedichte maschinell erzeugen kann, dann stellt sich die Frage, ob und wie man auch das andere große Feld des Literaturbetriebs, die Rezension literarischer Texte, automatisieren kann. Die Rezension ist eine der ältesten und immer noch effektivsten Waffen im Arsenal der schriftlich geführten…

106. Kritik der Kritik

Sehr geehrte Frau Veit, vielen Dank für Ihre Rezension und die Beschäftigung mit Majakowskis Poem „der fliegende Proletarier“. Ich muss Ihnen allerdings die Bedeutung des Gedichtes noch einmal darstellen und auf die Kunst der Übersetzung hinweisen. Majakowskis Text ist ein in der Weltliteratur einzigartiges…

24. Niedergang der Kritik

Die allgemeine Zeitungskrise hat auch die Feuilletons der überregionalen Blätter erfasst. Besonders deutlich lässt sich das am Beispiel der Literaturkritik beobachten, sagt der Chefredakteur des Online-Kulturmagazins „Perlentaucher“, Thierry Chervel. Thierry Chervel, Chefredakteur beim Online-Kulturmagazin „Perlentaucher„, kann diese Entwicklung mit Zahlen belegen. Sein Magazin wertet…

67. Wirkung der Lyrik, zugleich etwas über Kritik

Wer sagt, Gedichte könnten nichts bewirken. Ich habe es selbst gelesen, in der Zeitung. Der Kritiker Fritz J. Raddatz hört auf, denn: „Zu zahlreich die Gedichte, die keinen lyrischen Atem mehr haben…„. Aus der Begründung: Ich habe mich überlebt. Was heißt das für einen…

4. Aus Unverstand und Unverstand

Das Problem, meine Damen und Herren, ist nicht, das einige Betriebsmitglieder offenbar eine Grundfertigkeit der Branche verlernt haben: das Lesen. Sonst würden sie ja nicht eifrig posten, schreiben und twittern, dass es keine Literatur, also keine Romane, Gedichte, Erzählungen und Dramen über Lampedusa, Hartz…

63. Rez.

Wen vertritt Rez.? Den Leser? Das Volk? Die Literatur? Den Sender? Es wird nicht immer klar. Meine Rand-, Zwischenbemerkungen wollen nicht kritisieren, sondern verstehen. Deshalb endet jeder (Teil-)Satz mit Fragezeichen. Rez. hat eine interessante Zeile gefunden – d.h. eine, die er verstanden hat? und…