88. Unbeständiger Ruhm

Napoleon soll ihn den «Voltaire der Deutschen» genannt haben; in Erfurt, wo Wieland für kurze Zeit eine Professur für Philosophie innehatte, sagte man ihm die «Gesinnungen eines epikureischen Schweins» nach. Als erstem deutschem Dichter kam ihm zu Lebzeiten die Ehrung einer prachtvollen Gesamtausgabe seiner Werke zu (die heute kaum einer mehr liest); derweil dichteten ihm andere schon 1772 eine wenig schmeichelhafte künftige Grabschrift, in der es hiess: «Hier modert – Gebein, das beseelt schon dörrte.»

Das Museum Strauhof zeichnet aus Anlass des zweihundertsten Todestages des Dichters dessen Lebenswege nach und zeigt mit schöner Anschaulichkeit dieses Nebeneinander von Verehrung und Ablehnung. / Roman Bucheli, NZZ

Zürich, Museum Strauhof, bis 24. Februar 2013, mit Begleitheft.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: