Getagged: Jan Skudlarek

62. Noch einmal

Wer fragt, dem wird Antwort. Danke! Hier also:

Bereits zum zweiten Mal vergeben die Stadt und das Ulla-Hahn-Haus den Ulla-Hahn-Autorenpreis. Prämiert wird ein deutschsprachiges Erstlingswerk einer Autorin oder eines Autors unter 35 Jahren. Der mit 6000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre verliehen und wechselt sich mit dem UH!-Literaturpreis ab, der von einer Jugendjury vergeben wird. 2012 wurde Nadja Küchenmeister für ihren Lyrikband “Alle Lichter” mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis ausgezeichnet.

Eine siebenköpfige Jury schlägt Autorinnen und Autoren vor und entscheidet über den Preisträger. Vorsitzende der Jury ist Dr. Ulla Hahn. Weitere Mitglieder sind diesmal Maren Jungclaus (Literaturbüro NRW, Düsseldorf), Nadja Küchenmeister (Preisträgerin des Ulla-Hahn-Autorenpreises 2012), Prof. Dr. Swantje Lichtenstein (Schriftstellerin und Dozentin an der Fachhochschule Düsseldorf), Dr. Lothar Schröder (Rheinische Post, verantwortlicher Redakteur für Geistiges Leben), Dr. Hajo Steinert (Deutschlandfunk, Leiter der Abteilung Kulturelles Wort) und Dorothea von Törne (freie Literaturkritikerin).

Ausgezeichnet werden soll ein Werk in Prosa oder Lyrik, das in besonderer Weise den Bezug zur eigenen Herkunft und zum eigenen Leben herstellt und das Spannungsfeld zwischen Realität und Fiktion künstlerisch bearbeitet. Formal sind dabei insbesondere Werke erwünscht, die unterschiedliche Gattungen und Medien auf eine besondere Art miteinander in Verbindung bringen.

Nominiert für den Autorenpreis 2014 sind folgende Autoren und Titel: Katharina Hartwell, Das fremde Meer (Berlin Verlag), Fabian Hischmann, Am Ende schmeißen wir mit Gold (Berlin), Martin Kordic, Wie ich mir das Glück vorstelle (Hanser), Lisa Kränzler, Export A (Verbrecher), Dagmara Kraus, Kummerang (Kookbooks), Sabine Kray, Diamanten Eddie (Frankfurter Verlagsanstalt), Lisa Kreißler, Blitzbirke (Mairisch), Peggy Neidel, Weiß (Poetenladen), Eva Roman, Siebenbrunn (Wagenbach), Lara Schützsack, Und auch so bitterkalt (Fischer), Jan Skudlarek, Elektrosmog (Luxbooks).

Ihre Entscheidung trifft die Jury im Sommer. Die feierliche Preisverleihung ist für November geplant. / Ulla-Hahn-Haus

61. Ulla-Hahn-Preis

Lyrikerin Peggy Neidel für den Ulla-Hahn-Autorenpreis nominiert!*

Die 1981 in Zwickau geborene Lyrikerin Peggy Neidel ist mit ihrem Erstlingswerk, dem Gedichtband »weiß«, neben weiteren bedeutenden Lyrikern der jüngsten Generation offiziell für den Ulla-Hahn-Autorenpreis der Stadt Monheim am Rhein nominiert worden. Die hochkarätig besetzte Jury (darunter Dr. Hajo Steinert, Leiter der Abteilung Kulturelles Wort im Deutschlandfunk) ließ sich unter anderen Werken auch von dem im letzten November im Leipziger Verlag Poetenladen erschienenen Debüt Peggy Neidels überzeugen. Der mit 6.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre vergeben und dient dazu, ein deutschsprachiges Erstlingswerk oder einen Autor unter 35 Jahren auszuzeichnen. Ihre Entscheidung trifft die Jury im Sommer.

Peggy Neidels Gedichtband »weiß«, erschienen als Band 5 der Reihe »Neue Lyrik«, erhielt bereits vor kurzem die Auszeichnung als »bestes Lyrikdebüt« wurde von Dorothea von Törne aus den [angeblich, M.G.] 21 Lyrikdebüts des Jahres 2013 als einer von vier Bänden (die andern waren von Marcel Maas, Odile Kennel und Jan Skudlarek) ausgewählt und auf einer Veranstaltung in Berlin vorgestellt.** Diese Auswahl wird von der Literaturwerkstatt Berlin initiiert und jeweils von einem renommierten Literaturkritiker getroffen, in diesem Jahr von der Kritikerin Dorothea von Törne, die im Berliner Tagesspiegel schrieb, Peggy Neidel arbeite »mit knappen, prägnanten Sprachbildern und szenischen Einfällen, die von Rhythmus und Klang vorangetrieben werden.«

Die Reihe »Neue Lyrik«, die von der Kulturstiftung gemeinsam mit den Autoren Jayne-Ann Igel (Dresden) und Jan Kuhlbrodt (Leipzig) herausgegeben wird, hat sich mittlerweile hervorragend etabliert. Mit der Reihe beabsichtigt die Kulturstiftung, der neuen Lyrik im deutschen Sprachraum ein Forum zu verschaffen. Die bisherigen Autoren der Reihe haben immer wieder bedeutende Preise erhalten, darunter war etwa die Vergabe des Eidgenössischen Literaturpreises für den Gedichtband „Und das ist alles genug“ von Thilo Krause.

Peggy Neidel: weiß
Gedichte
Reihe Neue Lyrik – Band 5
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Herausgegeben von Jayne-Ann Igel, Jan Kuhlbrodt und Ralph Lindner
poetenladen 2013
Gebundene Ausgabe 72 Seiten | Euro 16.80
ISBN 978-3-940691-46-0

*) Mitteilung der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Hab mir paar Retuschen erlaubt, die nicht die Autorin betreffen sondern die zur Renommiersprache neigenden Kulturförderer. Liebe Peggy Neidel: bitte nicht übel nehmen, geht wirklich nicht gegen dich und das Buch. Im übrigen warte ich auf die wahrscheinlich auch separaten Mitteilungen der zuständigen Stiftungen, wer die anderen Nominierten sind.

**) “Aus ihnen hat die Kritikerin Dorothea von Törne die ausgewählt, die für sie die besten sind.” mehr

39. Klangskulpturen sind wir

Der in Nordrhein-Westfalen und Spanien aufgewachsene, heute in Berlin lebende Autor kommt ganz vom Klang her, vom Rhythmus des mündlichen Vortrags und der Performance. Er ist ein Akustikerder den digitalen Zeitgeist mit seinen surrenden Laptop-Lüftern und Störgeräuschen einfängt, aber nicht minder ein Morphologe, der bekennt: “wir durchsuchen den / wortschatz auf der suche nach nuggets”. Vor allem aber ist Jan Skudlarek der Phonologe unter den jungen Dichtern. “klangskulpturen sind wir, nicht wahr” heißt eines der Gedichte.

Hier spricht er den Leser ganz direkt an, baut auf Zustimmung und Widerspruch gleichermaßen. Denn zum Klang gesellen sich der Sinn der Rede, das Sprachbild, die Metapher, der Rhythmus des Erzählens und die vielfachen Bezüge. Er hat ein offenes Ohr für andere Stimmen und Traditionen, mit denen seine Verse korrespondieren: Ovid, Sappho, aber auch Durs Grünbein, etwa in “hautzone, morgens”. Was das “Wir” im Elektrosmog wahrnimmt, ist eine mehr denn je mit allen Sinnen erfahrene Welt. / Dorothea von Törne, Die Welt

Jan Skudlarek: Elektrosmog. Luxbooks, Wiesbaden. 80 S., 19,80 €.

31. Mitleid mit den Lyrikfernen

Es ist eine bedauerliche Tatsache, dass Gedichtbände heutzutage nur wenige Leser finden. Man mag das zurückführen auf die Gier des Deutschunterrichts nach normierbaren Interpretationen, auf den Mangel an Werbung, die sich die auf Lyrik spezialisierten Verlage nicht in dem Umfang leisten können, wie es wünschenswert wäre oder meinetwegen auf das Wirken irgendeiner internationalen Verschwörung – leugnen lässt es sich nicht. Die Reaktionen auf diesen Missstand variieren typbedingt: Manche geben sich dem wohligen Gefühl hin, Teil einer kleinen und familiären Gruppe von Lyrikliebhabern zu sein, andere werden angesichts der Stapel pastellfarbener Prosabände in Buchhandlungen, die keinen Platz für Lyrik zu haben glauben, von kalter Wut gepackt oder auch von Mitleid mit all denen, die ihr Leben fristen müssen, ohne sich je an einem Gedicht erfreuen zu können.

Liest man die Gedichte in Jan Skudlareks Debütband „Elektrosmog“, herrscht – so erging es jedenfalls mir – das Mitleid mit den Lyrikfernen vor. Denn diese Gedichte sind eine Einladung, sich auf Lyrik einzulassen; eine Einladung, die man kaum ausschlagen kann und von der ich mir wünsche, dass jeder, der bereit ist, Augen und Ohren zu öffnen (der Mund wird ihm hier und da vor freudigem Erstaunen auch noch offenstehen), sie erhalten möge. / Dirk Uwe Hansen, Signaturen

Jan Skudlarek: Elektrosmog. Gedichte. Wiesbaden (Luxbooks Labor) 2013. 80 S., 19,80 Euro.                           

74. Elektrosmog

Skudlareks Gedichte treffen einen Ton, den man in der deutschen Gegenwartslyrik vermisst: erzählend, gänzlich unangestrengt, mit einer halsbrecherischen Sicherheit für das richtige Bild: „im gras die leere fassung eines / außenspiegels : halt sie dir ans ohr und du hörst / die autobahn rauschen“, heißt es in dem Gedicht „wie wir laborieren“, das zugleich ein Sinnbild für die Arbeit am eigenen wie an den Gedichten anderer sein kann. Denn auch die Arbeit am Gedicht beginnt zunächst einmal mit einem Code, einer Verschlüsselung, die es dann zu entziffern gilt („unterwegs immer wieder vögel, ihr / semiotischer singsang“). Der Quellcode indes erweist sich als unübersetzbar, etwas in Vergessenheit Geratenes vielleicht („wir passieren das gatter, links liegt die / weide, eine aus der mode gekommene wendung“). Doch wer ihn ausbuchstabieren will, der muss ihn neu übersetzen: der Singsang der Vögel, das ist jetzt das Rauschen der Autobahn, ein deutliches Rauschen, oha. Der Außenspiegel wird zum erweiterten Sinnesorgan, einer Quasiverbindung zur Welt.

Formal umgesetzt wird dieses Verfahren dadurch, dass Skudlarek auf Vers und Sinneinheit verzichtet: Alle Gedichte werden wie automatisch im Blocksatz gesetzt, mit großzügigem, hoch aufgelöstem Zeilenabstand. Dem Gedichtband vorangestellt ist ein Zitat von Rolf Hensingmüller, einem unbekannten Göttinger Forscher, der bereits 1911 in einer amerikanischen Südstaatenzeitung vor einem wireless-bedingten Zahnausfall warnte, einer durch die kabellose Telegraphie und Telephonie zu erwartenden um sich greifenden Zerstörung. Skudlarek unterstreicht damit einmal mehr, dass Poesie und Elektrizität etwas Entscheidendes gemeinsam haben: sie sind energetische Quellen sui generis. Auch Elektrosmog will in dieser Hinsicht eine elektromagnetische Quelle sein, ein unruhiges Feld, das sich zwischen Plus- und Minuspol aufspannt. / Peter Neumann, Fixpoetry

Jan Skudlarek
Elektrosmog
Illustration und Covergestaltung: Simone Kornappel
Luxbooks
2013 · 100 Seiten · 19,80 Euro
ISBN: 978-3-939557-74-6

44. Elektrosmog

Ein schöner kleiner böser Gedichtband in diesem an tollen Gedichtbänden nicht gerade armen Jahr ist Jan Skudlareks Elektrosmog.

schreibt Fabian Thomas, The Daily Frown

Jan Skudlarek: Elektrosmog. Gedichte. Illustriert von Simone Kornappel. Luxbooks, Wiesbaden, 100 Seiten, 19,80 €

21. Babelsprech

Heute Abend in der Literaturwerkstatt BerlinBabelsprech.live!! Es lesen und diskutieren Anja Kampmann (Leipzig), Simone Lappert (Basel), Martin Fritz (Innsbruck) und Jan Skudlarek (Berlin), moderiert von Michael Braun. Es geht um Eigenarten und Perspektiven in der jüngeren deutschsprachigen Lyrik.

(Schreibt einer mit? Babelsprech-Karte?)

52. Lange Leipziger Lesenacht

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L3 Lange Leipziger Lesenacht
14. März 2013 | 20:00
Mitwirkende:
Sascha Kokot, Simone Kornappel, Levin Westermann
Veranstalter:
ClaraPark, Leipziger Buchmesse, Moritzbastei , luxbooks,edition AZUR
Beschreibung:
Sascha Kokot “Rodung”; Levin Westermann; Simone Kornappel “Raumanzug”
Ort:
Moritzbastei, Ratstonne Universitätsstr. 9, 04109, Leipzig (Zentrum)
Eintritt:
Tageskasse / Abendkasse , 10 / 7€ erm.
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L3 Lange Leipziger Lesenacht
14. März 2013 | 21:00
Mitwirkende:
Sünje Lewejohann, Christian Schloyer, Jan Skudlarek
Moderation:
Ulrike Feibig
Veranstalter:
ClaraPark, Leipziger Buchmesse, Moritzbastei , poetenladen , luxbooks, CVB
Beschreibung:
Sünje Lewejohann “In den Hirschen”; Jan Skudlarek “landzungen”; Christian Schloyer “panik · blüten”
Ort:
Moritzbastei, Schwalbennest, Universitätstr. 9, 04109, Leipzig (Zentrum)
Eintritt:
Tageskasse / Abendkasse , 10 / 7€ erm.

 

51. Teil der Bewegung

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Teil der Bewegung. Lyriknacht an Musik

16. März 2013 | 20:00

Mitwirkende:

Martina Hefter, Kerstin Hensel, Simone Kornappel, Steffen Popp, Lars Reyer, Rike Scheffler (Musik), Jan Skudlarek, Charlotte Warsen, Martina Weber, Aleš Šteger

Veranstalter:

Schöffling & Co. poetenladen , kookbooks, luxbooks, Texttonlabel KOOK , Edit e.V.

Art der Veranstaltung:

Lesung mit Musik

Ort:

Hochschule für Grafik und Buchkunst, Wächterstr. 11, 04107, Leipzig (Süd)

 

39. Sonst nichts? Doch.

Warum trifft man immer wieder auf jüngere Dichterinnen und Dichter, die auf irgendeine Weise mit Westfalen verbandelt sind?

Nicht daß mich die Frage sonderlich umtreibt. Ich gucke mal lieber, ob außer Westfalen auch gutes Texte da sind. Und tatsächlich, viele gute Namen. Na also.

Dabei hatten sie es nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, auf eine historische Anthologie abgesehen – etwa von Annette von Droste-Hülshoff bis Herbert Grönemeyer – , sondern trugen junge gegenwärtige Lyrik zusammen, insgesamt zweiunddreißig Dichter und Dichterinnen in alphabetischer Reihenfolge, Herausgeber eingeschlossen, darunter mit Nicolai Kobus, Jan Skudlarek, Dagmara Kraus, Hendrik Jackson, Sabine Scho und Hendrik Rost weitere GWK-Förderpreisträger. Und es ist bereits bezeichnend für die Sinnhaftigkeit des Unternehmens, dass – würde man in dem Buch etwa nicht den geringsten Hinweis auf den Landstrich Westfalen finden – diese Anthologie trotzdem als aktuelle Sammlung deutschsprachiger Gegenwartslyrik durchgehen würde. In diesem Sinne ist der Titel „Westfalen, sonst nichts?“ auch eher augenzwinkernd zu verstehen, die Betonung liegt also schwergewichtig auf dem Fragezeichen. (…)

Eine ganz andere Saite schlägt die aus Iserlohn stammende Lyrikerin Angela Sanmann an. Sie steuert der Sammlung mit den Gedichten „mandeln und mahdia“ oder „ticken“ (Seite 130/131) bezaubernde surreale Gleichnisse bei: „du hast den wecker an den baumstamm genagelt // jetzt sitzen wir davor und fragen / uns jede stunde abwechselnd nach der uhrzeit // wir wollen so genau wie möglich sein / in der bestimmung unseres kleinsten / gemeinsamen nenners“

Den Facettenreichtum der Anthologie unterstreicht schließlich der Hammenser Jan Skudlarek, der sich als ein Meister des Enjambements erweist, dessen Texte durchgängig Überraschungsmomente bergen und eine stete Spannung bis zum Ende halten: „ich leuchte im dunkeln – wie ein hirn in seinem / tank. ein kurzer moment der unachtsamkeit und / der kirchturm perforiert den himmel“ („magische pilze, sixtinische lamellen“, Seite 153) Kurz gesagt, in diesem Buch kann jeder seine Favoriten finden, aber vor allem nichts Uninteressantes. Mein persönliches Highlight sind die fünf Gedichte des Warendorfers Daniel Ketteler auf den Seiten 79-83, die mit ihrem musikalischen Drive, ihrem Ideen- und Bilderreichtum, ihrem liebevollen Sarkasmus mich zu wiederholtem Lesen animieren. / Dominik Dombrowski, Fixpoetry

Adrian Kasnitz / Christoph Wenzel (Hrsg.): Westfalen, sonst nichts? Eine Anthologie. Gedichte, 200 Seiten, 14,00 Euro, ISBN: 978-3-9813587-2-8. parasitenpresse Köln + [SIC]-Literaturverlag Aachen, Zürich 2013