Schlagwort: deutschsprachige Lyrik

Mein ist das Wort pantoffeltierchen

mich kratzts nicht dass mal schluss ist mit
dem jawozuler, dem warumerich

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Was mich glücklich macht

Guck, dort hinten taumelt
Das letzte süße Stückle dieser Welt

Unangebissen und unerreichbar
Ins ferne, weite Universum.

Geborgn

Wenn man sich auch nur ein bißchen dafür interessiert, was man heute mit Sprache alles machen kann, dann sollte man sich Susanne Eules Gedichte anschauen. Wenn man sich aber dafür interessiert, was Sprache mit einem machen kann, dann muß man es sogar.

Wir sind so ermüdet von Träumen

Wir sind so ermüdet von Träumen,
Erstanden in dämmernden Räumen,
Und gleiten wie Blätter von Bäumen,
Die sonnenverlassen sind.

Wir gehen in den Wald und zeigen die Zähne

wir gehen in den Wald und zeigen die Zähne
wir zeigen sie den Wölfen, das ist klar
aber auch Mutter und Vater
wir zeigen sie einander
das ist ein Wackelkandidat, sagen sie
und machen das Licht aus

Der Raum reißt

Da ist ein Riss in der Wand, geht quer
über die weiße Raufasertapete gleich hier.
Ist er über Nacht gekommen, will er bleiben?

Kopf ab

Die Radios
fangen gleichzeitig
ein riesiges Geschwätz an Die elektrischen
Wellen
umschlingen die Wassertropfen
dass das Klopfen am Küchenfenster
aus dem Takt gerät

Kopf – Geschlecht

100 Wörter, 1 Minute Lesedauer. Verena Stefan  (* 3. Oktober 1947 in Bern; † 29. November 2017 in Montreal, Kanada) KopfBrust und BrustHüfte und Bauch und HüfteGeschlecht Aus: Frauen | Lyrik. GEDICHTE IN DEUTSCHER SPRACHE. Im Auftrag der Wüstenrot Stiftung herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Anna Bers. Stuttgart: Reclam, 2020, S.… Continue Reading „Kopf – Geschlecht“

liebhaberzählen

liebhaberzählen. MAX, SEBASTIAN, KAI
und zweimal ein CHRIS oder CHRISTOS,
dann alle jungen im zug, schliesslich
du selbst, denn du magst dich ja sehr.

Lasst alles fallen

lasst die fassaden fallen & die rücksicht
lasst die ängste fallen & den glauben
lasst die ansprüche fallen & den verdacht
lasst den vorhang fallen & das beil
lasst jedwede sache fallen ob groß ob klein
lasst nicht nur böse worte fallen
sondern auch lose bemerkungen

was soll sich auch dadurch groß ändern

Allenfalls bleibt ein Eintrag im säuberlich geführten Terminbuch der Stationsschwester, kurz mag es die Katze verstören, wenn man dich polternd herausrollt, aber Ruckzuck ist der Raum angefüllt mit neuen Generationen.

Vegetativ

Ich schreibe, wie ich existiere:
Vegetativ. Ich treibe kein
Bedarfsgerechtes Kunstgewerbe.
Schreiben ist meine Form von Sein.

Aber wollen wollte ich dich schon

Nie wollte ich mit dir
Umspannwerke fotografieren,
im „Salon des Amateurs“ feiern.
Auch wollte ich nicht
mein Collier
von Kiev Stingl
mit dir teilen

Sich einrichten in der Zeit

Dann wird es still. In der Sprache
Brennt noch Licht. Und ich höre dich atmen

In meinem Gedicht über das Unsichtbare
Und das Sichtbare darin.

Zu bleibt das Tor

Mein Volk hängt am Strange
mein Dorf ist verbrannt
ich komme am Klange
des Worts vor dein Land