Höchstwahrscheinlichkeitspoesie

618 Wörter, 3 Minuten Lesedauer.

„Wenn man eine KI nur dann sicher nutzen kann, wenn man die Antwort schon kennt, degradiert das die Technologie im wissenschaftlichen Kontext von einer Erkenntnisquelle zu einem reinen Formulierungswerkzeug oder Sparringspartner. Genau aus diesem Grund ist der unkritische Einsatz von KI in der Wissenschaft hochgefährlich. Sie taugt hervorragend zum Strukturieren, Programmieren, Übersetzen oder Generieren von kreativen Texten – aber ohne menschlichen Faktencheck versagt sie bei der verlässlichen Wissensvermittlung.“
Algori T. Misch, 9.8.2026

G&GN-Pressemitteilung / Experimentelle KI-Lyrik-Anthologie mit Höchstwahrscheinlichkeitspoesie! Dieser Ausnahme-Band 11 der Reihe „LOB DER LYRIK“ (Teil 120-123) mit insgesamt 10 Autor:innen (Leseprobe @ lyriktherapie.de) enthält Kollaborationen von Algori T. Misch (KI) für Teil 121 mit Tom de Toys, stan lafleur, Barbara Peveling, Dorothee Dickmann und Tanja „Lulu“ Play Nerd sowie 4 KI-kritische Essays von Kai Pohl, Kersten Flenter, Marvin Chlada und Ulrich Jösting, dessen Text den diesjährigen Nahbellpreis (poesiepreis.de) erhielt. Darüber hinaus ermöglichen 3 geheime Chatprotokolle einen unerwarteten Einblick in die Selbstdefinition der KI: ihr kreatives Potenzial, ihre vertuschten Gefahren sowie die schockierend professionell formulierte Verschleierung ihrer Irrtümer durch vorgetäuschtes Wissen mangels exakter Trainingdaten. Diese Anthologie beweist: wer die KI für literarische Zwecke konstruktiv und sinnvoll nutzen möchte, sollte bereits ein sattelfester Lyriker mit eigenem Stil sein, um aus ihr das Beste rauszukitzeln, was ihr gecloudeter Algorithmus an Wahrscheinlichkeiten bieten kann! Ab 1.9.2026 im Buchhandel (BoD Verlag, 84 Seiten, 20 Farbabbildungen). Hier Textbeispiele aus der Anthologie:

Barbara Peveling + KI

VER(RAM)S(CHT)E AUS DEM OFF, Teil 121

dieses gedicht trägt die lust wie eine glimmende kohle unter der zunge während sie den tag mit leisen händen zusammenhält und niemand den preis dafür nennt obwohl jede tasse jeder blick jede wunde von ihrer geduld genährt wird während andere ihre stimmen über ihre schultern legen als dürften sie den takt bestimmen doch sie lächelt nicht mehr aus gehorsam sondern aus einer r≠uhe die selbst in der menopause noch feuer sammelt und das zittern ihrer finger erinnert die luft daran dass jede erschöpfung einen namen sucht ehe sie im staub verschwindet und selbst wenn ihre schritte allmählich aus den straßen gelöscht werden bleibt zwischen den atemzügen eine spur die keine fremde hand auslöschen kann weil jedes verschwinden nur den blick der anderen verrät und nicht das leben das unter der asche weiterglüht

Dorothee Dickmann + KI
VER(RAM)S(CHT)E AUS DEM OFF, Teil 121

dieses gedicht stellt einen schreibtisch mitten in die stille ein kalender durchbricht sie mit einer leere die sich nicht ausfüllen lässt seite um seite häuft sie sich an wird zu stunden die keiner sieht zu tagen wochen monaten die sich verbinden aufgetürmt zu einem zuhause gebaut mit nichts als mut und übermut zahlen schwanken zur tür herein sie klopfen nicht an stellen fragen die niemand beantworten will angst wohnt schon länger hier sitzt wartend am fenster zitternd um ihre existenz lässt sich nicht stören von den beiden schwestern die eine tragikomödie inszenieren verkleidet mit weiten mänteln gewebt aus freude und tiefer traurigkeit die seele schwebt durch die räume sie schimmert durch sätze die keiner bestellt hat zeigt sich ungefragt weil sie leben will weißelt in großen lettern aufgeben ist keine option an die wand

Tanja „Lulu“ Play Nerd + KI

VER(RAM)S(CHT)E AUS DEM OFF, Teil 121

dieses gedicht klinkt sich aus der permanenten optimierung aus sucht die wärme im nassen sand wo wir zwischen treibgut zersetzten muschelschalen und braunalgen das nackte dasein feiern weil uns die schmelzenden gletscher im nacken sitzen wir leben die pure subversive anarchie der berührung direkt in den salzigen brandungswellen wo leuchtplankton unsere haut streift kein zertifikat unsere lust regulieren kann die freude bricht sich bahn als wildes lachen gegen den untergang während die traurigkeit über die betonierte welt im rhythmus der gezeiten erodiert und platz macht für eine ungezähmte nähe die sich wie treibende seegraswiesen den vererbten schmerzkäfigen radikal verweigert

Die neue Anthologie „LOB DER LYRIK“ versammelt experimentelle Gedichte, die in Zusammenarbeit von Autorinnen, Autoren und künstlicher Intelligenz entstanden sind. Essays und dokumentierte KI-Dialoge beleuchten Chancen, Grenzen und Risiken generativer Sprachmodelle für Literatur und Wissenschaft.

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