Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 14. Mai 2026 von lyrikzeitung
153 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Ralf Gnosa
Als ihm ein gilbes blatt ins haar fiel
Im Herbst, da sterbst.
Volksmund
geht nach Hause geht alle
nach Haus
Johanna Schwedes
Der tag ist mild. ein wenig sonne schien.
Du sitzt und liest auf einem stamm im wald.
Doch kühler wird es und es dämmert bald.
Der tag war schön. und war doch nur geliehn.
Bald packst du ein und wirst nach hause ziehn.
Es ist schon kühl und wird nun langsam kalt
Und die zigarre ist geraucht. dir galt
Der tag für schön. hilft nichts: er wird entfliehn.
Ein rascheln. etwas fängt sich dir im haar.
Du zuckst zusammen – nur ein gelbes blatt
Sucht sich bei dir die letzte lagerstatt.
Du fragst dich – grübelnd – ob’s ein sinnbild war?
Finale? schleppe dein gebein nach haus.
Doch nimm dein buch. dein bier. trink alles aus.
Aus: Ralf Gnosa, „Unterreich. Sonette“ Berlin: Verlag der 9 Reiche 2024
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Abschied, Als ihm ein gilbes blatt ins haar fiel, deutsche Lyrik, Gedicht, Gegenwartslyrik, Herbstgedicht, Johanna Schwedes, Melancholie, Ralf Gnosa, Sonett, Tod, Vergänglichkeit, Wald
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
Neueste Kommentare