123. Das süße Weinen und die Revolution

Valeri Scherstjanoi liest Alexej Krutschonych

1) Das süße Weinen 2:04

Auch wer weder Russisch noch Sa-umnisch beherrscht, kann deutlich hören, wie der rauhe „Tsara“ in das Süßholzgeraspel der Poesie einbricht (bei 0:16). Nicht nur Belyj, auch der feine Herr Kandinsky erschrickt da. Außerdem, wie sich die Matrosen von Kronstadt in die Politik einmischten.

Das süße Weinen

Сладкий плач

Зайкли
уня
нове меньга най ое!
без пличь незьмя
мзень!
ах – хо – цлью!
тсара
ладой савей
тсвейт!…

[sladkʲij platʃʲ

sajklʲi
unʲa
nɔvʲɛ mʲɛnga naj ɔjɛ
bʲɛz plʲitʃʲ nʲɛzʲmja
mzʲɛn
ax xɔ ʦlʲju
tsara
ladɔj savʲɛj
tsvʲɛjt]

2. Tönen der Revolution 1:38

TÖNEN DER REVOLUTION

Das Orkan-Gebrüll redet in der Sprache von Sturm und Gekreische: Pfeifen, Entsetzen einflößend (A. Krutschonych). Und die Symbolisten? Und die Vergangenheitler? Ächzen und Stöhnen!

„… wir, entflammt, atmen auf
Werden idiotisch schwach“. (A. Belyj)

Und bei uns?
… Vorwärts
Singend und pfeifend!
„Es gibt noch gute Buchstaben
Эр
Ша
Ща“

[ɛr ʃa ʃʲːa ]

W. Majakowski, „Befehl an die Armeen der Künste“)

Man muss mit stachligen Lauten reizen und brennen.

Aus:

Alexei Jelissejewitsch Krutschonych „Phonetik des Theaters“
Übersetzt, eingeleitet und kommentiert von Valeri Scherstjanoi.
1. Auflage
ISBN 978-3-9813470-5-0
Paperback: 19×12
10 Euro

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