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Auf vielfachen Wunsch Friederike Mayröcker: Aus: Friederike Mayröcker, da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete. Berlin: Suhrkamp, 2020 (Bibliothek Suhrkamp)
Alfred Lichtenstein (* 23. August 1889 in Wilmersdorf; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich) Die Zeichen Die Stunde rückt vor. Der Maulwurf zieht um. Der Mond tritt wütend hervor. Das Meer stürzt um. Das Kind wird Greis. Die Tiere beten und… Continue Reading „Die Zeichen“
Ernst Jandl dieses gedicht es ist noch nicht gut und du mußt daran noch arbeiten aber es stürzt nicht die welt ein wenn du es dabei beläßt es stürzt nicht einmal das haus ein Aus: Ernst Jandl, idyllen. gedichte. Hamburg, Zürich: Luchterhand 1992, S.… Continue Reading „Jandl geht immer“
Ernst Jandl (* 1. August 1925 in Wien; † 9. Juni 2000 ebenda) august stramm er august stramm sehr verkürzt hat das deutsche gedicht ihn august stramm verkürzt hat der erste weltkrieg wir haben da etwas länger gehabt um geschwätzig zu sein Aus: Ernst… Continue Reading „er august stramm“
Luis Cernuda (* 21. September 1902 in Sevilla; † 5. November 1963 in Mexiko-City) Er sprach kein Wort Sprach kein Wort, Näherte nur einen fragenden Leib, Denn er wußte nicht, daß Begehren eine Frage ist, Auf die es keine Antwort gibt, Ein Blatt, dessen… Continue Reading „Denn er wußte nicht, daß Begehren eine Frage ist“
Kurt Heynicke (* 20. September 1891 in Liegnitz; † 18. März 1985 in Merzhausen) August Stramm Du bist von den Bergen aus den Steinen und dem Feuer. Blinde werfen Dämme sonnengegen. Bald wühlt die Glut auf flache Schollen. Dann brennen Menschen: Du! Aus: Kurt… Continue Reading „Du August Stramm“
Gottfried Benn (* 2. Mai 1886 in Mansfeld, Brandenburg; † 7. Juli 1956 in Berlin) Tag, der den Sommer endet, Herz, dem das Zeichen fiel: die Flammen sind versendet, die Fluten und das Spiel. Die Bilder werden blasser, entrücken sich der Zeit, wohl spiegelt… Continue Reading „Tag, der den Sommer endet“
Manchmal ist eine Übersetzung treuer, weil freier. Oder nur frei möglich? Wie hier bei Eduard Mörike: Jesu benigne! A cujus igne Opto flagrare Et te amare: Cur non flagravi? Cur non amavi Te, Jesu Christe? – O frigus triste!* *) Diese Zeilen finden sich wirklich… Continue Reading „Dein Liebesfeuer“
George Bacovia (* 5.jul./ 17. September 1881 greg. in Bacău; † 22. Mai 1957 in Bukarest) Sonett Die Nacht so schwer und feucht, man könnt ertrinken. Im Nebel – müde, rot, kaum noch ein Blinken. Trübselig, blakend die Laternen glimmen. Als ob man sich… Continue Reading „Sonett“
Alwine Wuthenow (* 16.9.1820 Neuenkirchen bei Greifswald, † 8.1.1908 Greifswald) Heute ein Gedicht in niederdeutscher (plattdeutscher) Sprache. Die Autorin Alwine Wuthenow nannte sich, vielleicht um die Familie (Ehemann Bürgermeister in Gützkow und Kreisgerichtsrat in Greifswald, Vater Superintendent in Gützkow) nicht zu kompromittieren, als Autorin… Continue Reading „Alwine Wuthenow heute vor 200 Jahren geboren“
Baldur Óskarsson (* 28. März 1932 in Hafnarfjörður, † 14. April 2013) An einen alten Freund Beim ersten Kennenlernen ist ein Gedichtband eine Stadt gesehen vom Meer Du segelst die Küste entlang Straßen öffnen sich und Sunde und wahrscheinlich ist es schon Zeit einen Hafen… Continue Reading „Beim ersten Kennenlernen“
Àxel Sanjosé Man liest, wohin man liest, nur noch ein Wort: Corona. Nicht Lorbeer-, Dornen-, Gold- noch Lilien- können weilen – die Kron’ der Schöpfung muss den Rang mit Viren teilen, der Dichter dichtet aus und schont die Ärmelschoner. Nicht Mailand, nicht Madrid und… Continue Reading „Coronett“
Werner Dürrson (* 12. September 1932 in Schwenningen am Neckar; † 17. April 2008 in Neufra) Der ist nicht in Sätze zu zwingen der steht nicht zum Wort wir lassen ihm Raum frei zwischen den Zeilen hoffen er falle durch sie hindurch Aus: Werner… Continue Reading „Der“
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