An einen Präsidenten

247 Wörter, 1 Minute Lesedauer.

Walt Whitman

(* 31. Mai 1819 in West Hills, nahe Huntington auf Long Island; † 26. März 1892 in Camden, New Jersey)

AN EINEN PRÄSIDENTEN

Alles, was du sagst und tust, ist für Amerika verlockende Illusionen,
Du hast nichts von der Natur gelernt – von der Politik der Natur 
     hast du nichts über Weite, Geradlinigkeit, Unparteilichkeit gelernt,
Du hast nicht gesehen, daß nur solches zum Nutzen der Staaten ist,
Und daß alles, was geringer ist, früher oder später verschwinden
     muß aus diesen Staaten.

Aus: Grasblätter, übersetzt von Jürgen Brôcan. München: Hanser, 2009, S. 343

Anm.: AN EINEN PRÄSIDENTEN (Erstveröffentlichung 1860). Adressat ist James Buchanan, Präsident von 1857-1861; Whitman verachtete und beschimpfte ihn wegen seiner toleranten Haltung gegenüber der Sklaverei.

AN EINEN PRÄSIDENTEN

All deine Taten und Worte sind für Amerika schwankende Fata Morgana,
Du hast nicht gelernt von der Natur – von der Weisheit der Natur hast du 
     nicht gelernt Großzügigkeit, Redlichkeit, Unparteilichkeit,
Du hast nicht gesehen, daß nur solche Gesinnung sich für
     unsere Staaten gehört,
Und daß mindere Gesinnung früher oder später aus unserem
     Volk sich hinwegheben muß.

Aus: Grashalme. In Auswahl neu übertragen von Elisabeth Serelman-Küchler u. Walther Küchler. Erlangen: Dipax-Verlag, 1947. 1.-5. Tsd., S. 228

To a President.

ALL you are doing and saying is to America dangled  
  mirages,
You have not learned of Nature—of the politics of  
  Nature, you have not learned the great amplitude, rectitude, impartiality,
You have not seen that only such as they are for  
  These States,
And that what is less than they, must sooner or later  
  lift off from These States.

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