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Veröffentlicht am 22. August 2026 von lyrikzeitung
202 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
(* 29. August 1862 in Gent; † 6. Mai 1949 in Nizza)
Müde Raubtiere O die verrauschten Leidenschaften! Der Träume Flut, des Lachens Klang! Unter dem welken Laub erschlafften Mit halbgeschloßnen Lidern, krank, Die gelben Hunde meiner Sünden Und meines Hasses schielende Hyänen, Und auf verdroßnen bleichen Wiesengründen Seh' ich die Löwen sich der Liebe dehnen! In ihres Traumes Ohnmacht hingekauert Und müde unter schlaffem Himmel, Der trüb und farblos niedertrauert, So seh' ich ihren Blick auf dem Gewimmel Der Lämmer der Versuchung haften, Die langsam, eines nach dem andern, Im stillen Mondschein weiterwandern – Und stille ruhn sie, meine Leidenschaften...
Deutsch von K. L. Ammer, aus: Fin de siècle. Erzählungen, Gedichte, Essays. Hrsg. Wolfgang Asholt und Walter Fähnders. Stuttgart: Reclam, 1993, S. 33f
Fauves las Ô les passions en allées Et les rires et les sanglots! Malades et les yeux mi-clos Parmi les feuilles effeuillées, Les chiens jaunes de mes péchés, Les hyénes louches de mes haines, Et sur l’ennui pâle des plaines Les lions de l'amour couchés! En l’impuissance de leur rêve Et languides sous la langueur De leur ciel morne et sans couleur, Elles regarderont sans trève Les brebis des tentations S’éloigner lentes, une à une, En l’immobile clair de lune, Mes immobiles passions.
Erstveröffentlichung 1889
Kategorie: Belgien, FranzösischSchlagworte: belgische Literatur, Dekadenz, Fauves las, Fin de Siècle, französischsprachige Lyrik, Hass, K. L. Ammer, Leidenschaften, Liebe, Maurice Maeterlinck, Müde Raubtiere, Symbolismus, Versuchung
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