Ich zähle nicht die Silben

Adam Mickiewicz

(* 24. Dezember 1798 in Zaosie bei Nowogródek, heute Weißrussland; † 26. November 1855 in Konstantinopel)

… Ich zähle nicht die Silben, suche nicht nach Reimen,
Ich schreibe wie ich rede, laß Gedanken keimen,
Sobald ich an die Brust mich schlage, strömen Worte,
Und wenn ein Götterfunke blitzt aus der Aorte,
Ist es nicht der Verstand, nicht Traum, die es mir lohnen:
Von Gott hab ich die Gabe der Inspirationen;
Bevor ich seh, was kommt, kann ich es schon empfinden,
Es zeigt mir unsren Weg, die Tugend und die Sünden.
………………………………………
Dem Dichter ist nur eines, wisset, Wein und Brot:
Inspiration im Herzen und der Weg zu Gott!Paris,

Fragment einer Improvisation
25. Dezember 1840

Deutsch von Karl Dedecius, aus: Adam Mickiewicz, Dich anschaun. Liebesgedichte. Polnisch und deutsch. Übertragen u. herausgegeben von Karl Dedecius. Frankfurt/Main u. Leipzig: Insel, 1998, S. 5 u. 62

Ja ry­mów nie do­bie­ram, ja zgło­sek nie skła­dam,
Tak wszyst­ko na­pi­sa­łem, jak tu do was ga­dam.
W pier­si tyl­ko ude­rzę, wnet zdrój słów wy­try­śnie,
A je­śli na tym prą­dzie iskra boża bły­śnie,
Nie wy­nik to ro­zu­mu ani płód ma­rze­nia:
Od Boga ją przy­ją­łem na skrzy­dłach na­tchnie­nia;
Nim wi­dzi; przy­szłość, chwy­tam my­śli, czu­ciem rzą­dzą,
Nim sil­ny, grze­chy na­sze i przy­szłość osą­dzę.
………………………………………
Wiedz­cie, że dla po­ety jed­na tyl­ko dro­ga!
W ser­cu szu­kać na­tchnie­nia i dą­żyć do Boga!

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