Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Der letzte Dreck kam im April aus Österreich: Alltag in Österreich: „Kronenzeitung“ feiert Hitler. Eine Behauptung, eine Frage, ein Gedankenspiel – wäre es möglich, daß in einer großen deutschen Tageszeitung an einem 20. April folgendes Gedicht an prominenter Stelle erscheint: „Fürwahr, ein großer Tag ist… Continue Reading „47. Rückblende April 2001: Bartträger“
Die isländische Schriftstellerin Steinunn Sigurdardottir erklärt Deutschland zum „Wunderland für Lyrik“: „das einzige Land, wo Lyrik verkaufbar ist“. Michael Braun schreibt über die „dunkleren Traditionen des Leonce-und-Lena-Wettbewerbs“, dazu gehöre „die Ignoranz der Vorjurys, die mit blamabler Beharrlichkeit die interessanten jungen Dichter dieser Jahre einfach… Continue Reading „40. Rückblende März 2001: Zwischen Wunderland und Widerstand“
1958 schrieb das Mitglied der Darmstädter Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Literaturkritiker, Übersetzer, Herausgeber und Cheflektor Walter Boehlich, namens des Suhrkamp Verlages an Ernst Jandl: „Wir erlauben uns, Ihnen Ihre Gedichte wieder zurückzuschicken, da wir uns ausser Stande sehen, in diesen puren… Continue Reading „121. Der traurige Fall“
Am 25. Jänner 1759 wurde Robert Burns, der berühmteste Dichter Schottlands, geboren. Aus diesem Anlass findet auch in Wien eine Robert Burns Night mit Lyrik, Musik und Whisky statt. / Wiener Zeitung
„Wir können uns das Risiko wie Lyrik leider nicht leisten“, sagt Anna Brandstätter, Vorsitzende der „Kulturakzente 4840“. Dennoch will man nicht bloß auf „Mainstream“ setzen: „Wir versuchen, auch unbekannte Autoren und da vor allem aus Oberösterreich zu forcieren“, betont Schriftführer Ferdinand Lehner, der gleichzeitig… Continue Reading „48. Ohne Risiko“
Der Pianist Alfred Brendel feierte am 5.1. seinen 80. Geburtstag. Zur Überraschung auch der Fachwelt, liest man, veröffentlicht er seit vielen Jahren Gedichte.* Eine Überraschung jedoch nicht nur für die Feuilletons waren seine Gedichte, die er in eigener Lesung aus seinem Lyrik-Band „Spiegelbild und… Continue Reading „38. Brendels Gedichte“
Herbert Wimmers Gedichte aus dem vergangenen Jahrzehnt sind „Gedichte aller Art: Wortschöpfungskaskaden, Listengedichte, Montagen, Essaygedichte, Minimalistisches, Kritisches: Schreiben und Leben in städtischen Verdichtungsräumen. Dazwischen Gedichte der Trauer nach dem Tod der Freundin und Lebensgefährtin Elfriede Gerstl, Reflexionen über Glück und Verlust, über Gedächtnis und… Continue Reading „33. Ganze Teile“
Am Anfang stand ein Gedicht. Carl Adam Kaltenbrunner hat es verfasst. 1804 in Enns geboren, hat er sich als Dichter, Schriftsteller sowie als Sprach- und Volkstumsforscher verdient gemacht. … Während seiner Wiener Zeit erschienen unter anderem drei Dialektbände. In einem Gedicht aus „Österreichische Feldlerchen“… Continue Reading „30. Obaöstreicha-Brauch“
Sonne und Mond spielen in der Dichtung seit mindestens 4.000 Jahren eine Rolle. Das muß man nicht belegen. Peter Rühmkorf hat über den Mondwahnsinn in der deutschen Literatur geschrieben. Hier ein paar nur sehr grob chronologisch sortierte Beispiele für die Sonne: Du erscheinst vollkommen… Continue Reading „22. Sonne, Mond und ISS“
Ingeborg Bachmann veröffentlichte 1953 ein Gedicht, dessen erste Zeile lakonisch verkündet: „Es kommen härtere Tage“. Das Inferno des Krieges lag acht Jahre zurück. Im März ’53 starb Stalin. Am 17.Juni erhoben sich die Arbeiter gegen die DDR-Diktatur. In Korea herrschte ein fragiler Waffenstillstand. Im… Continue Reading „97. Es kommen härtere Tage“
Der österreichische Schriftsteller Erwin Einzinger erhält den H.-C.-Artmann-Preis 2010. Einzingers Gedichte würden durch die Vielfalt der Töne, ihren Witz und die Breite ihrer Themen bestechen , urteilte die Jury. Die von der Stadt Wien im Zweijahresrhythmus vergebene Auszeichnung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet… Continue Reading „83. H.-C.-Artmann-Preis für Erwin Einzinger“
63 (2001) Jetzt werde ich die Welt beschreiben DAS MEER Soweit so blau DIE LANDSTRASSE Die Landstrasse hat der Mensch gemacht, scheidet also aus. DIE STADT Die Stadt hat ein Stadttor und das Dorf nicht. Hätte das Dorf ein Dorftor, wäre auch das… Continue Reading „79. Meine Anthologie 63: Reinhard P. Gruber, Jetzt werde ich die Welt beschreiben“
Jacques Derrida tritt dem Dichter und geliebten Lebenspartner Ernst Jandl an die Seite, mit dem Friederike Mayröcker in dem fünf Jahre nach seinem Tod erschienenen Prosabuch ‚Und ich schüttelte einen Liebling‘ (2005). Jandl geistert auch durch dieses Buch; an ihn, der unter dem Namen… Continue Reading „76. als säsze man im Zug und die Landschaft flöge vorbei“
Zu diesem Thema ein Gedicht und eine Erinnerung von Wolf Wondratschek, Die Presse 17.12. Auszug aus dem Gedicht: Von einer Dichterlesung konnte, gottseidank, bald keine Rede mehr sein. Er schrie, er flüsterte, biss in die Sätze hinein, riss sie, unendlich schweigsam, in Stücke. (…)… Continue Reading „64. Wie man den Jandl trifft“
Benn habe Brecht überholt, meldete eine durchaus verdienstvolle Lyrikzeitschrift, die es versteht, jedes neue Heft in die Medien zu bringen (jüngst wegen eines bayrischen Kreuzzugs gegen dieselbe). Ich sage garnichts dagegen, das ist auch eine Kunst. Wie jetzt so damals griffen es Spiegel &… Continue Reading „57. Rumänien vorn!“
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