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332 Wörter, 2 Minuten Lesedauer.
Ein Körper.
Und ein anderer Körper.
Dazwischen ein Kloß im Hals.
Sie bewegte sich lässig durch die Menge
wie Feuer. Ganze Himmel
hungerten auf meiner Haut.
Ich versuche es zu erklären.
Manchmal musst du lügen, um die Wahrheit
zu sagen, das hat mich die Poesie gelehrt.
Also sage ich:
Manchmal ist ein Beben
bloß eine neue Lachfalte
im Antlitz der Erde.
Manchmal findest du statt der Schlüssel in der Tasche
einen Haufen Planeten, einen Wald, eine Kluft,
sieben Flüsse, zum Strauß gebunden.
Eine Furche der Morgendämmerung. Lieben,
das nie kommt wie die Nacht,
dazu fehlt ihm die Geduld.
Ich beginne noch einmal von vorn.
Körper. Der eine,
der andere. Finger, die über die Haut
kullern wie der September. Später
das Zimmer satt vom Licht.
Später drehst du dich in der Tür um, Mama,
und fragst mich, ob ich eine von denen bin.
Wörter, das hat mich die Poesie gelehrt,
müssen wie Zähne sein,
müssen sein, was sie sind.
Winzige Klingen.
Mit einem Herz in der Mitte,
das pocht
und pocht.
Aus Selma Asotić: Sag Feuer. Gedichte. Bosnisch und Deutsch. Aus dem Bosnischen von Marie Alpermann und Rebekka Zeinzinger. Berlin: Suhrkamp, 2025, S. 17/19
Bilo je tijelo.
I drugo tijelo.
Između njih kost u grlu.
Kretala se kroz gomilu nonšalantno
kao vatra. Čitava neba
gladovala su na mojoj koži.
Pokušavam objasniti.
Nekad je potrebno slagati da bi se rekla
istina, naučila me poezija.
Reći ću:
nekad je zemljotres
samo nova linija osmijeha
na licu tla.
Nekad umjesto ključeva u džepu nađeš
okot planeta, šumu, guduru,
sedam rijeka svezanih u buket.
Brazdu svitanja. Voljenje
koje stiže nikad poput noći
jer nema takvog strpljenja.
Počet ću ponovo.
Tijelo. Jedno,
pa drugo. Prsti koji se kotrljaju
niz kožu kao septembar. Poslije,
soba presita od svjetlosti.
Poslije, okrećeš se na vratima, mama,
i pitaš jesam li jedna od njih.
Riječi, naučila me poezija,
trebaju biti kao zubi,
trebaju biti to što jesu.
Majušna sječiva.
Sa srcem u središtu,
koje pulsira,
i pulsira.
Ebd. S. 16/18
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