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231 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
(* 12. Oktober 1896 in Genua; † 12. September 1981 in Mailand)
Die Götterdämmerung, so steht zu lesen, beginne bald. Das ist ein Irrtum. Die Anfänge sind immer unkenntlich; wenn etwas gesichert erscheint, ist es schon von der Nadel durchbohrt. Die Dämmerung wurde geboren, als der Mensch sich für würdiger hielt als den Maulwurf, die Grille. Die Hölle, die sich wiederholt, ist eine knappe Vorprobe für die Uraufführung, die seit langem verschoben wird, weil der Regisseur beschäftigt oder krank oder wer weiß wo untergeschlupft ist, und keiner kann ihn ersetzen. 1968
Aus: Eugenio Montale, Satura – Diario. Gedichte aus den späten Zyklen. Italienisch-Deutsch. Übertragung und Nachwort von Michael Marschall von Bieberstein. München, Zürich: Piper, 1988 (Neuausgabe 1988, 2. Aufl., 3.-6. Tsd.), S. 61
(*) Das italienische Original trägt den deutschen Titel (während im Text das italienische crepuscolo degli Dei benutzt wird).
Si legge che il crepuscolo degli Dei stia per incominciare. E un errore. Gli inizi sono sempre inconoscibili, se si accerta un qualcosa, quello è già trafitto dallo spillo. Il crepuscolo è nato quando l'uomo si è creduto più degno di una talpa o di un grillo. L'inferno che si ripete è appena l'anteprova di una »prima assoluta« da tempo rimandata perché il regista è occupato, è malato, imbucato chissà dove e nessuno può sostituirlo.
1968
Der italienische Schriftsteller erhielt 1975 den Nobelpreis für Literatur.
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