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25. Debatte im Winkel

Deutschlands große Zeitungen wehren sich ja dagegen, von Google erfaßt zu werden. Mehrmals täglich erhalte ich vom Google-Nachrichtendienst Snippets, die auf Lyriknachrichten aus aller Welt in mehreren Sprachen verlinken. So heute morgen vom Trierischen Volksfreund und der Agence Bretagne Presse. Nur Süddeutsche Zeitung und FAZ/FAS sind nicht dabei. Kauft uns, wenn ihr uns wollt, sagen sie uns. Am Sonntag, dem 28.4., wäre ich zum Bahnhofskiosk gepilgert (gleich neben dem RILKE-Täggg), wenn mir Google einen beliebigen Ausschnitt aus einem längeren, ganzseitigen Artikel über junge Lyrik hätte schicken dürfen. Aber nein! So bedurfte es erst einiger Flüsterpropaganda und Besuchen in Universitäts- und Stadtbibliothek (übrigens vergeblich, beide haben die FAZ abonniert aber nicht deren Sonntagszeitung). Die sind so exclusiv, die wollen gar nicht gefunden werden. Nicht einmal die Website dieser Zeitung, wie sie sich selber gerne nennt, bietet auch nur die Überschrift an. Welche Exclusivität [bloß nicht mit "k" schreiben jetzt!], was für ein stolzer Conservatismus! Eine Lyrikdebatte im Winkel. Endlich hab ich sie doch noch gefunden, obwohl ich nicht sollte. Hier ein paar Auszüge.

Die Lyrik, wie jede Kunstgattung, macht immer wieder glanzlose Zeiten durch. Die letzten zehn Jahre aber haben geleuchtet. Eine neue Generation trat in Erscheinung: in Zeitschriften, die ihr, wie die inzwischen legendäre „Bellatriste 17“, ganze Sondernummern widmeten; in neu gegründeten Verlagen wie Luxbooks, J. Frank, Urs Engelers roughbooks und dem berühmtesten, Kookbooks, der nicht nur Lyrik verlegt, sondern die „Poesie als Lebensform“ versteht. (…)

Auch in der Lyrik ist der Gegensatz von konventionell und experimentell aufgehoben – das ist ähnlich wie in der Neuen Musik. Mit Metrum, Reim, lyrischen und prosanahen Formen wird in großer Unverkrampftheit umgegangen. Und doch lassen sich noch immer zwei Pole ausmachen, zwischen denen sich Dichtung bewegt: Einmal gibt es da eine eher dem Erzähl- als dem Materialcharakter zuneigende Dichtung, die alte Formen wiederbelebt, sich dem hohen Dichterton anlehnt, auch wenn sie ihn zuweilen ironisch modernistisch bricht. Und dann eine formengebärende Dichtung mit einer frechen, manchmal rotzigen, aus Vergangenheitssättigung und Gegenwartshingabe geborenen Sprache, die überrascht, vor den Kopf stößt, verführt.

Nora Bossong, Jan Wagner und Marion Poschmann neigen zweifellos dem ersten der beiden Pole zu. Ihre Gedichte sind weniger in einem klassischen als einem biedermeierlichen Sinne schön: Zu sehr vertrauen sie darauf, dass Schönheit entsteht, indem man schöne Wörter aneinanderreiht. (…)

Zu den Traditionalisten gehören, trotz des exzessiv betriebenen urbanistischen Wir-Kults, auch Tom Schulz, Daniel Falb, Alexander Gumz. Ihre Verse, prosanah, emotionsscheu, lapidar, sind eine Sammlung von Oberflächenbeobachtungen, kühle parataktische Narrationen in räumlicher wie zeitlicher Unbestimmtheit („da gab es“, „oder ein anderer ort“, „einmal“, „dann“), mit großer Vorliebe für neutralisierende Plurale („foyers oder lobbys“, ,,knorrige damen“, „männer“), Passivkonstruktionen und neugefügte Komposita. Die Syntax wird nur wenig variiert, ebenso wie das Metrum. So entsteht ein dünner stakkatohafter Sound, der das lyrische Sentiment trockenlegt.

Handwerklich ist das so gut gemacht, dass sich die Wiederholung eine Zeitlang als Innovation ausgeben kann. Auf die Dauer aber wirken diese Gedichte, die zu viele nur behauptete Gewissheiten aneinanderreihen, wie dekorative Fertigkost. In ihr drückt sich, in zeitgeistigem Vokabular, ein ähnlicher Konservativismus aus wie bei den Traditionalisten, nur freudloser. (…)

Ron Winkler, der mit den Lebensformpoeten auf den ersten Blick manches gemeinsam hat – auch er huldigt dem lyrischen Wir, liebt die parataktische Syntax, ist geradezu neologismentrunken und hat eine Schwäche für Unbestimmtheiten –, hält seine Synapsen dagegen neugierig ins Offene. An bloßer mimetischer Verdopplung abgepackter Wirklichkeitsfasern ist er nicht interessiert. Und er unterliegt auch nicht dem Irrtum, Dichtung erschöpfe sich in der Etikettierung medial gefilterter Wirklichkeit. Er erfindet sich seine eigene, faltet die Sprache auf, hinein in einen Möglichkeitsraum, der nur noch seinem eigenen Referenzsystem gehorcht, das ihn mit seiner Unerschöpflichkeit ebenso zu überraschen vermag wie den Leser. Im zuletzt erschienenen Band, „Frenetische Stille“ (erschienen 2010 im Berlin- Verlag), hat Winkler den früheren Hang zu photoshop-bunter Tapetenpoesie zwar nicht gänzlich abgestreift, die lyrische Immanenz aber glücklich verlassen – in Richtung überschießender poetischer Welterfindung. (…)

Ähnlich lebendig wie Winkler, wenn auch von anderem Temperament, ist Steffen Popp. Ein schwermütiger Metaphysiker, ohne Scheu, seine Sensibilität zu zeigen, hier und da ein wenig pathosverliebt. Schon im ersten Band („Wie Alpen“, Kookbooks 2004) hatte er seinen ganz eigenen Ton, der, ohne Vorabgewissheit und doch auf die eigenen sanften Kräfte vertrauend, sich einer vorwärtstastenden, mäandernden Bewegung überlässt, über ihnen schwebend die Entstehung der Verse begleitet (…)

Popp ist ein Metamorphotiker, Kosmossehnsüchtiger (der zweite Band, „Kolonie Zur Sonne“, vier Jahre später im gleichen Verlag erschienen, zeigt es klar) – nur in den abschließenden anderthalb Versen erdet er sich zu oft. Als hätte er Angst, zu entschweben. (…)

Auf je eigene Weise haben Ann Cotten, Monika Rinck und Anja Utler solche lyrischen Räume geschaffen. Der von Cotten ist wild, anarchisch, überschießend, verspielt. Einer frühromantischen Ästhetik folgend, die immer das Unfertige dem Fertigen, das Fragment dem Werk, die Heterogenität der Homogenität vorgezogen hat, sind ihre Gedichte nicht Resultate, sondern Versuche.

Dass man das zunächst als unordentlich empfindet, liegt nicht daran, dass Cotten ästhetisch gescheitert sein könnte – es ist vor allem Ausdruck dafür, wie überfordert man beim Lesen ist. Das erlebt man nicht nur in Cottens erstem Band, den 2007 erschienenen „Fremdwörterbuchsonetten“ (Suhrkamp), die einer Neuerfindung der Gattung in Einzelgedicht wie Zyklus (Sonettenkranz) gleichkommen, sondern vor allem in den „Florida-Räumen“, die drei Jahre später Prosa und Lyrik kombinieren. Erst wenn man wiederholt liest, bilden sich allmählich die Wahrnehmungsstrukturen heraus, die in der scheinbaren Unordnung den hochkomplexen, alles andere als Willkür und Zufall gehorchenden Bau zu erkennen vermögen. (…)

Diese Lust findet man auch bei Monika Rinck – und in noch gesteigertem Maß. Was eine Vielzahl von Lyrikerinnen und Lyrikern im Einzelnen sucht, formal, tonal, thematisch, all das hat sie in ihren im letzten Jahr erschienenen „Honigprotokollen“ (Kookbooks) zur Synthese geführt. Verblüffend und beglückend, wie mehrstimmig ihre Gedichte sind. Nirgendwo finden sich überraschendere, gelungenere Assonanzen, Konsonanzen, Alliterationen als bei Rinck, wie auch ihre Verbneologismen auf ganz neue Pfade verführen. Jedes Wort, jeder Vers, jeder Reim, jeder Klang ist mit dem ihm Benachbarten verknüpft, öffnet einen Sprachraum, in dem alles allem begegnet: die Tradition der Zukunft, der Ernst dem Humor, die Romantik der Klassik der Moderne, die Naivität der Analyse der Reflexion dem Hohn, die Poesie der Prosa der Poesie. (…)

Anja Utler ist weder an Mimesis noch Fiktion interessiert, sie braucht keine Vergleiche, keine Metaphern, sie überlässt sich in ihrer Dichtung ganz den Klangbewegungen. Es geschieht nichts – außer in der Sprache. Der Leser aber erfährt gerade so, was Sprache ist: Speicher einer Körperlichkeit, einer Gewalt, die sich in ihrem Gebrauch offenbart – wie in „marsyas, umkreist“ oder „für daphne: geklagt“ (aus „münden – entzüngeln“, einem Band der Edition Korrespondenzen von 2004). (…)

Utlers Gedicht erzeugt, wovon es spricht. Wir müssen uns nur für seine sprachliche Bewegung öffnen, uns seinem Klang überlassen, seiner syntaktischen Struktur, der Offenheit seiner Form, der Polyvalenz und Schönheit seiner Sprache sowie den Assoziationen, die sie in uns auslöst; wir müssen ihm nur vertrauen und uns den eigenen Gefühlen anvertrauen: Freude, Verwirrung, Begeisterung, Erschauern, Furcht. Es versetzt uns zurück an den Ursprung aller Dichtung, ihr Verwurzeltsein in Kult, Beschwörung, Magie. Macht aus uns, seinen Leserinnen und Lesern, exzentrischen Beobachtern, Erkunder von Relationen, Schwellenbewohner, durchlässig für neue Erfahrungen.

/ Bettina Hartz, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 28.4.

51. Neuer Wort Schatz (III)

Er ist wieder da (auch wenn das Vorwort behauptet: “Neuer Wort Schatz wird keinen dritten Teil erhalten”): der Neue Wort Schatz mit einem wöchentlichen Gedicht-Kommentar. Nun nicht mehr im Titel-Magazin und nicht mehr herausgegeben von Gisela Trahms und Daniel Graf, sondern  (ausdrücklich unter Berufung darauf: “Wir nehmen das gleiche Feld und ernten und roden was das Zeug hält”)  auf culturmag.de, herausgegeben von Carolin Callies und Yevgeniy Breyger.

Aktuell: Simone Kornappel über Norbert Langes Gedicht “Die Stare Hjertøyas (w)”. Zuvor: Fabian Thomas über Ann Cotten, Tristan Marquardt über Ron Winkler und Carolin Callies über Sünje Lewejohann.

Schön auch, dass der neue Erscheinungsort auch die erste und zweite Staffel zugänglich hält.

48. In Czernowitz

… weilt zur Zeit Ron Winkler und berichtet darüber in seinem Blog. Hier ein Auszug aus dem Eintrag vom 10. März:

»Czernowitz war häßlich und schön: architektonisch stillos, uninteressant, aber landschaftlich lieblich und von eigentümlichem Reiz«. So erinnerte sich Rose Ausländer »an eine Stadt«. Das mit der Stillosigkeit lässt sich nicht wirklich nachvollziehen, vielleicht fehlt Ausländer eine gewisse Exzentrik in der Architektur. Es schmerzt aber natürlich (weit über den Stilaspekt hinaus), den Israelitischen Tempel in ein Knabberfilmkino transformiert zu sehen ― so nett der Bau heute auch immer noch wirken mag. Scheynem Dank.

94. Kleine Axt

Das Verlagshaus BRUETERICH PRESS und die Lyrikknappschaft Schöneberg freuen sich sehr, das Erscheinen der sechsten KLEINEN AXT – Nachrichten aus dem Widerstand bekanntgeben zu dürfen. “Ein Tag im Prater” präsentiert Lyrik, Prosa, Zeichnung und Film von Marcel Beyer, Petra Coronato, Brigitta Falkner, Max Höfler, Florian Neuner, Marion Poschmann, Kay, Tilda von Nelle, Bernhard Saupe, isabelle sbrissa, Sabine Scho und Ron Winkler. Die KLEINE AXT erscheint derzeit in einer limitierten Auflage von 4.000 Elektroexemplaren, Wer zuerst klickt, liest zuerst:

61. Von den Rändern

Die aktuelle September- und Dezember-Ausgabe, also die Nummer 2 und 3 der „Mütze“, sollte sich unbedingt aufsetzen, wer die neuesten Strömungs­linien sprach­reflexiver Dichtung kennen­lernen will. Hier finden sich zum Beispiel bewegende Gedichte aus dem Nachlass des Dichters und Übersetzers Wolfgang Schlenker, der sich vor Jahres­frist das Leben genommen hat. Es sind Gedichte, die das Melancholie-Motiv auf dem berühmten Stich Albrecht Dürers aufnehmen und es in ein Mosaik aus Verloren­heits-Bildern eintragen. „stichwort minimieren“ heißt da ein Text, der von der fort­schrei­tenden Schrumpfung des Lebens-Horizonts spricht und von dem paradoxen Daseinsgefühl des Ich, „ein eigen­ständiger und völlig korrekter teil / einer größeren entfernung zu sein“. Das schönste Ge­dicht aus dem „bruder morpheus“-Manu­skript Wolfgang Schlenkers ist die „freilaufende ge­schichte“, ein Text, der eine Meditation über Dürers Bild „Kleines Rasen­stück“ mit dem Bienen-Motiv der ameri­kani­schen Poetin Emily Dickinson zusammenführt. Nicht zufällig hat Schlenker viele Jahre seines Lebens darauf verwendet, eine ganz eigene Tonlage für seine Über­set­zungen der Gedichte Emily Dickinsons zu finden. Einige Meister­stücke lyri­scher Prosa liefert in der Nummer 3 der „Mütze“ die Dichterin Jayne-Ann Igel, die mit ihren poetisch sehr fein gewebten Traum­wande­rungen ein phanta­mago­risches Flimmern erzeugt. Es entsteht – wie in ihren früheren Gedichten – ein „gären von bildern in allen teilen des körpers“. Ein schwer zu ent­rät­selndes, gleich­wohl faszi­nie­rendes Stück herme­tische Poesie, in dem sich die Wörter zu ver­selbstän­digen scheinen, sind schließlich die „Quadrat­gedichte“ von Jean-René Lasalle, die in der „Mütze“ erst­mals einem deutschen Publi­kum prä­sentiert werden. Über­setzt hat diese „Quadrat­gedichte“ der wohl sprach­be­sess­enste Poet der Gegen­wart, der Öster­reicher Franz-Josef Czernin.

Die verläss­lichste Zeitschrift für die Erkundung neuer dichte­rischer Sprech­weisen ist aber seit über drei­einhalb Jahr­zehnten der „Park“, im Allein­gang heraus­gegeben von dem Lyriker und Über­setzer Michael Speier. In der jüngsten Ausgabe, der Nummer 65 des „Park“, hat Speier wieder zauber­hafte Gedichte von Kerstin Preiwuß und Christoph Meckel versammelt, neben Texten finni­scher Dichter. Das darf schon deshalb als editorische Großtat gerühmt werden, weil finnische Dichtung nach dem Tod von Paavo Haavikko von der Landkarte der modernen Poesie verschwunden scheint. Einen Auftritt im „Park“ wie auch in der „Mütze“ hat der Dichter Ron Winkler, der kurz vor seinem vierzigsten Lebensjahr neue Möglich­keiten des Sprechens für sich entdeckt hat, die ihn von den stark techni­zistischen Bewusst­seins­gedichten seiner frühen Jahre wegführen. / Michael Brauns Zeitschriftenschau, Poetenladen

  • Mütze 2 (2012) und 3 (2012)  externer Link
    Urs Engeler, Obere Steingrubenstr. 50, CH-4500 Solothurn. 52 Seiten, 6 Euro.
  • Park 65
    Michael Speier, Tile-Wardenberg-Str. 18, 10555 Berlin. 96 Seiten, 7 Euro.

14. Verleihung des Rainer-Malkowski-Preises

Verleihung des Rainer-Malkowski- Preises an Christoph Meckel und Lutz Seiler und der Stipendien an Monika Rinck und Ron Winkler

Begrüßung und Vorstellung der Stipendiaten: Michael Krüger

Lesung: Monika Rinck und Ron Winkler

Preisverleihung: Dieter Borchmeyer

Christoph Meckel und Lutz Seiler im Gespräch

Bayerische Akademie der Schönen Künste

Lesung: Christoph Meckel und Lutz Seiler

Donnerstag, 6.12. 2012 Beginn 19 Uhr

Die diesjährige Verleihung des Rainer-Malkowski-Preises verspricht ein großes Poesie-Ereignis zu werden. Christoph Meckel und Lutz Seiler erhalten zu gleichen Teilen den von der Rainer-Malkowski-Stiftung ausgelobten, mit 30.000 Euro dotierten Preis, Monika Rinck und Ron Winkler die Stipendien, die dieses Jahr zum ersten Mal vergeben werden. mehr

 

Lyrik von Jetzt

Lesung: Monika Rinck, Nico Bleutge, Jan Wagner

Mittwoch,12.12. 2012 Beginn 19 Uhr

Wie aufregend, wie vielfältig die jüngere deutsche Lyrikszene ist, läßt sich seit über einem Jahrzehnt beobachten, nicht zuletzt in Berlin. Drei Vertreter der dortigen Lyrikszene, Monika Rinck, Nico Bleutge und Jan Wagner, stellen sich und ihre Gedichte in einer gemeinschaftlichen Lesung dem Münchener Publikum vor – und zeigen so nicht nur, in welch unterschiedlichen Formen sich die Lyrik heute manifestiert, sondern auch und vor allem, wie lebendig und wie belebend diese Gattung nach wie vor ist. mehr

16. BERLINER MANUSKRIPTE 2012

Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin

Sonntag, 4. November, 11 Uhr

LESUNGEN UND GESPRÄCHE

Mit Barbara Bongartz, Nora Bossong, Daniel Falb, Julia Kissina, Simone Kornappel, Peggy Mädler, Moritz Rinke, Susanne Schädlich, Jana Scheerer, Ulf Stolterfoht, Ron Winkler, Uljana Wolf und Norbert Zähringer

Lutz Dittrich, Marina Neubert und Manuela Reichart im Gespräch mit den Autorinnen und Autoren

Musikalische Begleitung: Søren Gundermann (p) und Jacek Faldyna (sax)

Lesungen und Gespräche mit den Stipendiaten des Berliner Arbeitsstipendiums für Autorinnen und Autoren der Senatskanzlei Berlin – Kultur. Im Anschluss laden die Veranstalter zu einem Glas Wein ein.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Literaturforum im Brecht-Haus und Berliner Ensemble mit freundlicher Unterstützung der Kulturverwaltung des Berliner Senats

66. lichtes rauschen. lyrik von der küste

Öffentliche Veranstaltung

Freitag, 26. Oktober 2012
20:00

jugendkunstschule ARThus, rostock

das literaturhaus rostock startet eine neue reihe für lyrikerinnen und lyriker des landes mecklenburg-vorpommern.

gäste: odile endres, peter neumann, bertram reinecke, marcus roloff

moderation: ron winkler

musik: marten pankow

freitag, 26. oktober, 20.00 uhr
theatersaal, jugendkunstschule ARThus
kuphalstr. 77, 18069 rostock
EUR 6,- / 4,-

32. Innere Musik

TOM SCHULZ feiert mit und bei uns das Erscheinen seines neuen Gedichtbands “Innere Musik”.

mit dabei sind außerdem:

  • HANNA LEMKE.prosa
  • MARIE T. MARTIN.lyrik
  • RON WINKLER.lyrik

Mehr Informationen und Texte der Autoren unter:

http://kreuzwortberlin.wordpress.com/2012/09/28/kreuzwort-am-08-10-hanna-lemke-marie-t-martin-tom-schulz-und-ron-winkler/

8. 10.
Im Damensalon
Reuterstraße 39
Berlin

2. FLARF BERLIN – 95 NETZGEDICHTE

04.10.12 20.00 - / .HBC

Wie klingt Berlin im Internet? Am 4.10. gibt das Texttonlabel KOOK genau 95 Antworten: mit dem Literatur-Experiment “Flarf Berlin”, einer Leseperformance im .HBC am Alexanderplatz.

Mit Ann Cotten, Greta Granderath, Alexander Gumz, Simone Kornappel, Tristan Marquardt, Björn Kuhligk, Sabine Scho, Jan Skudlarek, Ron Winkler, Uljana Wolf 

Visuals: Andreas Töpfer
Gastgeber: Stephan Porombka

Für „Flarf Berlin“ stellen sich zehn Lyrikerinnen und Lyriker wechselseitig Suchaufgaben für Google. Zu Material wird, was die Suchmaschine ausspuckt, wenn man ihr Worte mit Berlin-Bezug eingibt. Die ersten Sätze der gegoogelten Listen verwandeln sich in Gedichte, die ein surreales, witziges und zugleich präzises Bild der Berliner Gegenwart im Netz entwerfen.

Dieses von der Flarf-Bewegung aus den USA übernommene Verfahren überschreitet bewusst die Grenze von Zufall und künstlerischer Produktion, von Finden und Erfinden. Ein dezentraler, netzartiger Schreibprozess entwickelt sich, der die vielen Orte und Gesichter Berlins spiegelt.

Alle Textstücke erscheinen zur Veranstaltung in einer Anthologie, die der Grafiker Andreas Töpfer gestaltet und illustriert, basierend auf Fotos, die er mit den selben Suchbegriffen im Internet aufgestöbert hat.

Zusammen ergibt „Flarf Berlin“ ein Portrait der Stadt in Schlaglichtern – eine vielstimmige, gedichtete Symphonie der Großstadt, medial und thematisch aktualisiert für das Jahr 2012.

Flarf the pain away!


Eine Veranstaltung des Texttonlabel KOOK. Gefördert durch: Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Eintritt: 7 € / ermäßigt 5 € (inkl. Anthologie)

Ann Cotten, geboren 1982 in Iowa, lebt seit 1987 in Wien, seit 2006 in Berlin. Ihr Debütband „Fremdwörterbuchsonette“ erschien 2007, 2010 folgte „Florida-Räume“ (beide im Suhrkamp Verlag). Zusammen mit Daniel Falb, Hendrik Jackson, Steffen Popp und Monika Rinck veröffentlichte sie ausserdem „Helm aus Phlox. Zur Theorie des schlechtesten Werkzeugs“ (Merve Verlag 2011). Cotten erhielt u. a. den Reinhard-Priessnitz-Preis 2007, den Clemens Brentano Preis der Stadt Heidelberg 2008 und den Förderpreis des Hermann-Hesse-Literaturpreises 2012.

Greta Granderath, geboren 1985 in Gelsenkirchen, ist Autorin und Theatermacherin, lebt in Hamburg. Veröffentlichung von Lyrik und Prosa in Zeitschriften und Anthologien, u. a. „Jahrbuch der Lyrik“, Edit und randnummer, aktuell in „Westfalen, sonst nichts?“ im [SIC]-Literaturverlag. 2001 erhielt sie den Förderpreis der Stadt Gelsenkirchen, 2004 den Hattinger Förderpreis. Einladung zum internationalen Literaturfestival Lit.Cologne und zum poesiefestival berlin. 2009 war sie Finalistin des 17. open mike der Literaturwerkstatt Berlin

Alexander Gumz, geboren 1974 in Berlin, Redakteur und Veranstalter beim Texttonlabel KOOK und für das poesiefestival berlin. Gedichte und Nachdichtungen in Zeitschriften und Anthologien. Ausgewählte Gedichte wurden ins Englische, Polnische, Spanische, Slowakische, Persische und Hebräische übersetzt. Sein erster Gedichtband, „ausrücken mit modellen“, erschien 2011 bei kookbooks. Wiener Werkstattpreis für Lyrik 2002. Stipendiat der Villa Decius in Krakau 2007 und des Berliner Senats 2010. Clemens Brentano Preis der Stadt Heidelberg 2012.

Simone Kornappel, geboren 1978 in Bonn, Mitherausgeberin der randnummer literaturhefte. Spätherbst 2012 erscheint der Debütband „raumanzug“ bei luxbooks.

Björn Kuhligk, geboren 1975 in Berlin, lebt dort. 1997 war er Preisträger des open mike der Literaturwerkstatt Berlin, 2007 erhielt er ein Arbeitsstipendium der Stiftung Preußische Seehandlung und 2008 ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats. Als Mitherausgeber editierte er zuletzt „Lyrik von Jetzt zwei“ (mit Jan Wagner, Berlin Verlag 2008), und „Das Kölner Kneipenbuch“ (mit Tom Schulz, Dumont Taschenbuch Verlag 2011). Zuletzt erschienen der Gedichtband „Von der Oberfläche der Erde“ (Berlin Verlag 2009), sowie „Bodenpersonal“ (Verlagshaus J. Frank 2010). Im Frühjahr 2013 kommt „Die Stille zwischen Null und Eins“ bei Hanser Berlin heraus.

Tristan Marquardt, geboren 1987 in Göttingen, lebt in München und Zürich. Er ist Mitglied der Berliner Lyrikgruppe G13, deren Mitgründer er 2009 war. Finalist beim 19. open mike der Literaturwerkstatt Berlin. Seit 2011 verfasst er mit Linus Westheuser gemeinsame Gedichte, seit 2012 veranstaltet er mit Walter Fabian Schmid in München eine Lesereihe für neue Lyrik. Publikationen in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt: „40 % paradies. Gedichte des Lyrikkollektivs G13“ (luxbooks, 2012). 2013 erscheint sein Debütband bei kookbooks.

Sabine Scho, geboren 1970, lebt in Berlin und São Paulo. Bisher erschienen zwei Gedichtbände von ihr: „Album“ und „farben“ (beide kookbooks 2008) und eine Umdichtung von Adelbert von Chamissos „Frauenliebe und -leben“ (hochroth Verlag 2010). Scho wurde ausgezeichnet u. a. mit dem Leonce-und-Lena-Preis 2001, dem Förderpreis zum Ernst-Meister-Preis 2001, einem Stipendium in der Villa Aurora 2003 und dem Anke Bennholdt-Thomsen-Lyrikpreis der Deutschen Schillerstiftung 2012.

Jan Skudlarek, geboren 1986 in Hamm, wuchs in Deutschland und Spanien auf, lebt in Berlin. Veröffentlichung in Zeitschriften und Anthologien, u. a. in Neue Rundschau, randnummer, [sic], Edit und Versnetze_drei. Sein Lyrikheft „erloschene finger“ erschien 2010 in der parasitenpresse, Köln. Er erhielt u.a. den Literaturförderpreis 2008 der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit und den Förderpreis zum Ernst-Meister-Preis 2011. 2013 erscheint ein Gedichtband im Verlag luxbooks.

Uljana Wolf lebt in Berlin und Brooklyn. Sie veröffentlichte neben Lyrikübersetzungen die Gedichtbände„kochanie ich habe brot gekauft“ (kookbooks 2005) und „falsche freunde“ (kookbooks 2009), den Essay „BOX OFFICE“ (Lyrikkabinett 2010) und die Sonett-Ausstreichungen „Sonne From Ort“ (kookbooks 2012), zusammen mit Christian Hawkey. Wolf war Mitherausgeberin des Jahrbuchs der Lyrik (S. Fischer 2009). Sie erhielt u. a. den Peter-Huchel-Preis 2006, den Dresdner Lyrikpreis 2006, ein Stipendium der Villa Aurora in Los Angeles 2010 und des Berliner Senats 2012.

Ron Winkler, geboren 1973 in Jena, lebt in Berlin und wechselt sporadisch zwischen Schriftsteller und Übersetzer. 2011 Jahr erschien neben seinem dritten Gedichtband „Frenetische Stille“ (Berlin Verlag) die One-Man-Show „Torp“ (Verlagshaus J. Frank). Er ist Herausgeber u.a. von „Schwerkraft. Junge amerikanische Lyrik“ (Jung und Jung 2007), „Die Schönheit ein deutliches Rauschen. Ostseegedichte“ (Connewitzer Verlagsbuchhandlung 2010) und „Schneegedichte“ (Schöffling & Co 2011). 2005 erhielt er den Leonce-und-Lena-Preis, 2006 den Mondseer Lyrikpreis.

 

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