Ladet runter und lest!

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel ist die nächste Ausgabe der Literaturzeitschrift Hava Lehaba zeitgenössischer deutscher Lyrik gewidmet.

Hava Lehaba erscheint halbjährlich und veröffentlicht neben zeitgenössischer israelischer Lyrik auch Prosa, Essays und Manifeste aus Israel, wobei jeweils ein Drittel der Zeitschrift internationaler zeitgenössischer Lyrik vorbehalten ist.

Die Redaktion der deutschen Anthologie liegt bei dem deutschen Lyriker Ron Winkler. Die ausgewählten Gedichte sind von dem israelischen Dichter Jeremy Vogel ins Hebräische übertragen worden. Die Anthologie enthält Gedichte renommierter junger Dichter aus sämtlichen Teilen Deutschlands, die alle in den 1970er und 1980er geboren sind.

Die Sonderausgabe von Hava Lehaba ist in Clubs, auf Campus und in Buchläden in ganz Israel kostenlos erhältlich.

Die E-Version der Ausgabe läßt sich ebenfalls kostenlos unter http://havalehaba.co.il herunterladen. / Goetheinstitut

Gedichte Deutsch und Hebräisch von Dagmara Kraus, Monika Rinck, Mara-Daria Cojocaru, Nora Gomringer, Christian Filips, Arne Rautenberg, Ron Winkler, Uljana Wolf, Daniel Falb, Sonja vom Brocke, Norbert Lange, Hannes Bajohr, Alexander Gumz, Daniela Seel

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7 Comments on “Ladet runter und lest!

  1. Im Grunde suche ich immer nach innovativen Texten. Nach Konzepten, die mir etwas zuvor Ungetanes um die Ohren hauen, ans Herz werfen. Die einen Schritt machen auf die dünne Membran über dem Abgrund. Und dort stehen, gehen und den Raum verändern.
    Texte, die Unverbürgtes verbürgen und spüren lassen, dass jenes Fremde eine Energie ist, eine von Ich zu Ich übertragene Energie.

    Ich weiß nicht, was »Experiment« ist. Und selbst wenn ich es wüsste, wüsste ich es wohl nur theoretisch. »Experiment« ist etwas relatives. Aber »Wagnis« scheint den Kern zu bilden. Sich auf eine Robinsonade begeben unter der Gefahr, allein zu sein, allein zu werden. Zu forschen, bis man jener andere geworden ist, der man werden musste.

    Das Vorstoßen wollen berührt die eigene tägliche Frage: Wie denn noch? Wie denn erstmals? Auf welchen neuen Wegen kommt man denn zur Poesie und dem ästhetischen Prickeln ihrer Wahrheit? Wo ist die Mitte des Universums aus Sprache, Gewalt, Sinnlichkeit und Materie?

    Experiment kann sein, Störfaktoren zu schaffen (vielleicht betonen, vielleicht kaschieren). Oder das Gedicht zu einem Multiversum des Verschiedenen zu machen. Vom Bekannten immer wieder ins Unbekannte zu wechseln. Die Auflösung des von A nach B finalisierenden Gedichtkörpers zu betreiben. Verfremdungsfreudig zu operieren, mit Lust an Überforderung und der novellistischen Volte. Und immer wieder zu versuchen, die Gegenwart ästhetisch zu erobern.

    Das experimentelle Gedicht tänzelt nicht nur im Bereich der Zeichen, sondern auch in den Sphären neuer Sprechweisen, Stile. Es verleibt sich poesieferne Dinge ein: das Schäbige, das Durchgeknallte, das Überformtwerden des Einzelnen durch Überformung des Sprechens. Benutzt dabei manchmal die Abstraktion als kleinsten Baustein des Konkreten. Überschreitet die Grenzen des Bisherigen oder unterzieht sich Restriktionen hinsichtlich des Ausgangsmaterials – so wie Alexander Gumz in seinem Flarf-Gedicht, oder Hannes Bajohr, der sich im Bereich konzeptueller digitaler Lyrik bewegt.

    Aber das Gedicht kann durchaus verweigern, als experimentell erkennbar zu sein. Oft ist das Experiment größer als die Textoberfläche zeigt. So wie bei Daniela Seel, die zu ihren neuen Gedichten schreibt: »Ich suchte eine Form, die beweglich ist und trotzdem treffend und die denken kann. Die Vorstellungen freisetzt, statt durch zu viel Beschreibung zu beschränken. Die Erfahrungen lieber bereitstellt, als sie mitzuteilen.«

    Schön, wenn sich die Magie des Bereitstellens von Poesie auch im Hebräischen mitteilen würde.

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  2. Wobei zu vermerken ist, dass die originale Auswahl sieben weitere Namen umfasste, die aus sagen wir ‚technischen Gründen‘ dann leider nicht berücksichtigt wurden. Insofern ist der ohnehin kursorische Einblick sehr gestutzt.

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