Kategorie: Welt

54. Zum Welttag der Poesie

Widerstandsnester gegen den Sprachmüll – zum Welttag der Poesie

Poesie ist Sprachkunst in konzentrierter Form. Sie schafft neue Ausdrucksmöglichkeiten und gibt uns Worte, wo die Worte fehlen. Sie dekonstruiert Sprache dort, wo sie missbraucht, banalisiert oder abgenutzt ist, und reinigt sie vom Sprachmüll. Mit einer Lesung in der Stiftung Brandenburger Tor feiern die Literaturwerkstatt Berlin und ihre Partner am Mittwoch, 20.3.2012 den UNESCO-Welttag der Poesie. Mit dabei sind Gérard Haller (Frankreich), Orsolya Kalász (Deutschland / Ungarn), Remi Raji (Nigeria), Tomas Venclova (Litauen), Yang Lian (Großbritannien /  China).
Aus dem gleichen Anlass befragt lyrikline.org, die Webseite für Poesie, Dichter und Dichterinnen nach dem Ort, an dem sie schreiben, und präsentiert die Fotos und Texte auf dem lyrikline-Blog. Auskunft über ihren Ort des Schreibens geben u.a. Eirikur Örn Norddahl (Island), Yan Jun (China), Ghayat Almadhoun (Schweden), Erín Mouré (Quebec) und aus Deutschland der visuelle Poet Klaus Peter Dencker.

„In Verlagen hat Lyrik einen schweren Stand, da sich mit ihr selten hohe Auflagen erzielen lassen. Durch das Internet werden Kommunikationsformen begünstigt, bei denen es auf Kürze und Bündelung ankommt. Die lyrische Verdichtung ist eine ideale Schule für die Poesie des Augenblicks, wie sie im Zeitalter der Smartphones inzwischen massenhaft praktiziert wird. Sie lehrt, wie sich in der sprachlichen Konzentration Ausdrucksmöglichkeiten erweitern. Die älteste literarische Gattung ist vermutlich die aktuellste“, sagt Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission.
Prof. Monika Grütters (MdB), Gastgeberin der Veranstaltung zum Welttag der Poesie, betont die Bedeutung des Welttages für den Schutz der Sprachkunst:
„Ähnlich wie beim Schutz des immateriellen Kulturerbes geht es auch beim UNESCO-Welttag der Poesie darum, das Bewusstsein zu schärfen für die Tradition mündlicher Überlieferung, für die Vielfalt des Kulturgutes Sprache und dafür, diese Schätze aktiv zu pflegen. Die Poesie löst dabei keine Massenbewegung aus, sie ist eher wie ein Widerstandsnest in der Flut an Sprachmüll. Sie lädt zum Hinhören und Innehalten ein, und das gilt weltweit. Was will man mehr?“

Der UNESCO-Welttag der Poesie würdigt den Stellenwert der Poesie, die Vielfalt des Kulturguts Sprache und die Bedeutung mündlicher Traditionen. Er weist der Dichtkunst einen zentralen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu. Seitdem er im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde, organisiert die Literaturwerkstatt Berlin gemeinsam mit ihren Partnern die zentrale Veranstaltung zum Welttag der Poesie in Deutschland.

Die Feier zum Welttag der Poesie ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Stiftung Brandenburger Tor mit der Akademie Schloss Solitude und dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD.
Unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission.

Die Literaturwerkstatt Berlin führt eine Kampagne zur Gründung eines Deutschen Zentrums für Poesie. Dieses Poesiezentrum wird Informations-, Arbeits-, Begegnungs- und Veranstaltungsstätte für Dichterinnen und Dichter sein, für die interessierte Öffentlichkeit aller Altersstufen, für Verleger, für Lernende und Lehrende, für Medien und Multiplikatoren aus dem In- und Ausland. Weitere Informationen unter www.poesiezentrum.de

Mi, 20.3.2012, 20.00 Uhr
Welttag der Poesie
Stiftung Brandenburger Tor, Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin.
Mit dabei sind Gérard Haller (Frankreich), Orsolya Kalász (Deutschland / Ungarn), Remi Raji (Nigeria), Tomas Venclova (Litauen), Yang Lian (Großbritannien /  China).

51. Leipzig liest wieder

Artikel zu lang? Über Lyrik ganz unten

Feuerwerk der Literatur: Von ”Esti” bis ”Hola Chicas!”

Europas größtes Literaturfest ”Leipzig liest” vereint vom 14. bis 17. März 2013 rund 2.900 Autoren und Mitwirkende, 2.800 Veranstaltungen und mehr als 365 Leseorte. Das Lesefestival präsentiert hohe Literatur aus dem In- und Ausland, Thriller und Fantasyromane, Kinder- und Jugendbücher, Comics und Mangas, Sachbücher und Ratgeber sowie Hörbücher und CDs. ”Ob Starautoren oder Debütanten, Prominente oder Sternchen – die Literaturwelt lädt Leser, Zuhörer und Zuschauer nach Leipzig ein, sich auf Entdeckungsreise zu begeben und Mensch und Werk hautnah zu erleben”, erklärt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse.

Hochliteratur aus deutschsprachigen Ländern steht ebenso auf dem Programm wie anspruchsvolle Literatur aus Frankreich, Israel, den USA oder den Staaten Mittel- und Osteuropas. Freunde deutschsprachiger Literatur können sich auf Begegnungen mit Thomas Brussig, Anna Katharina Hahn, Christoph Hein, Reinhard Jirgl, Abbas Khider, Georg Klein, Ursula Krechel, Judith Kuckart, Dirk Kurbjuweit, Eva Menasse, Clemens Meyer, Hans Joachim Schädlich, Martin Walser oder Feridun Zaimoglu freuen. Auch internationale Autoren wie Páter Esterházy und György Konrâd aus Ungarn, der Jungstar Zoran Ferić aus Kroatien, der Europäer Aris Fioretos mit schwedisch-österreichisch-griechischen Wurzeln, der französische Philosoph Andrá Glucksmann, der belarussische Philosoph Valancin Akudovic, die israelischen Schriftsteller Yoram Kaniuk oder Amos Oz, der britische Schriftsteller John Lanchester sowie Serhij Zhadan aus der Ukraine stellen ihre jüngsten Bücher in Leipzig vor.

Die Stadt, die Orte und die Partner

”Eine Entdeckungstour wert sind die 365 Leseorte in der Stadt Leipzig – Kirchen, Anwaltskanzleien, Wein- und Delikatessenläden, Handwerksbetriebe, Shops oder Forschungszentren”, erläutert Buchmessedirektor Oliver Zille. ”Der Erfolg von Europas größtem Lesefestival beruht auf dem Engagement und der Kreativität unserer Partner.” Veranstaltet wird das Lesefestival von der Leipziger Messe in Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., dem Mitteldeutschen Rundfunk, dem Club Bertelsmann, dem Kuratorium ”Haus des Buches” e.V. Leipzig sowie den an der Messe beteiligten Verlagen.

Zu den alljährlichen Höhepunkten gehört das ”Blaue Sofa”, eine Veranstaltungsreihe unter Regie des Clubs Bertelsmann. Literaturstars aus dem In- und Ausland geben im zentralen Eingangsbereich der Leipziger Buchmesse Einblicke in ihr Leben und Werk. Jüdische Lebenswelten gilt es in der gleichnamigen Programmreihe des Clubs Bertelsmann zu ergründen. ”Bei unseren Aktivitäten auf den Buchmessen sind uns zwei Dinge wichtig: Erstens wollen wir die Autoren herausstellen, deren Bücher und Themen wir für ungewöhnlich, bewegend, anregend und hoffentlich auch wirkungsvoll relevant halten”, erläutert Christiane Munsberg, verantwortlich für Kultur beim Club Bertelsmann. ”Da die Verlage zu den Buchmessen viele internationale Autoren einladen, freuen wir uns, dass von den 82 Autoren, mit denen wir in Leipzig Gespräche und Lesungen veranstalten, knapp die Hälfte aus dem Ausland kommen, wie Andrea Hirata, Robert Schindel und Göran Rosenberg. Zweitens wird in Leipzig unsere kuratorische Arbeit durch Kooperationen mit Medien und Institutionen aufgewertet. Gemeinsam erreichen wir so ein größeres, interessanteres und interessierteres Publikum. Beispielsweise präsentieren wir mit der Stanford University den Literaturwissenschaftler Amir Eshel, der eine neue Ethik der Geschichts- und Literaturbetrachtung entworfen hat – in Auseinandersetzung mit den aktuellen Debatten der Philosophie und Kulturkritik sowie mit wichtigen zeitgenössischen Autoren aus den USA, Israel und Deutschland”, so Munsberg.

Auch der MDR setzt auf eine Mischung aus berühmten Literaten wie György Konrâd, prominenten Autoren wie Ben Becker oder Else Buschheuer sowie Nachwuchsschriftstellern wie Florentine Joop oder Florian Freistetter. Die Palette der Veranstaltungen reicht von Autorengesprächen über Lesungen und die Literaturparty LitPop bis zu Sendungen und Live-Hörspielen sowie Konzerten im Rahmen des Musikprojektes CLARA.

Preisverdächtige Literatur

Eine Art Reiseführer für Belletristik, Sachbücher und Übersetzungen in deutscher Sprache ist der Preis der Leipziger Buchmesse. Am ersten Tag des Lesefestes werden die Gewinner ausgezeichnet. Sieger und Nominierte präsentieren sich und ihre Bücher am ersten und zweiten Messetag dem Leipziger Publikum. In der Kategorie ”Belletristik” sind nominiert: Ralph Dohrmann ”Kronhardt”, Lisa Kränzler ”Nachhinein”, Birk Meinhard ”Brüder und Schwestern”, David Wagner ”Leben” sowie Anna Weidenholzer ”Der Winter tut den Fischen gut”.

Bestsellerautoren zu Gast in Leipzig

Zahlreiche Bestsellerautoren werden zum Leipziger Bücherfrühling von einem großen Publikum erwartet: Die US-Amerikaner Shalom Auslander, Dave Eggers, Joey Goebel und der Comiczeichner Chris Ware, der Israeli Edgar Keret, Sarah Quigley aus Neuseeland, die deutschsprachigen Autoren Emily Bold, Jakob Hein, Dora Heldt, Sabine Ebert, Tilman Rammstedt, Astrid Rosenfeld sowie Publizisten und Sachbuchautoren wie Götz Aly, Jakob Augstein, Margot Käßmann, Claus Kleber und Katharina Saalfrank reisen in die Sachsenmetropole. In der Veranstaltung ”buecher.macher” diskutiert Felicitas von Lovenberg unter anderem mit Jo Lendle und Judith Schalansky über nicht weniger als ”Die Zukunft der Bücher”.

Leipzig politisch

Politiker aller Parteien geben sich zum Superwahljahr ein Stelldichein in Leipzig. Spannende Debatten und interessante Geschichten bieten Claudia Roth und Antje Vollmer von Bündnis90/Die Grünen, Marina Weisband von der Piratenpartei, Johannes Beermann und Thomas de Mazière von der CDU, Gregor Gysi und Wolfgang Zimmermann, Die Linke, sowie die SPD-Politiker Egon Bahr, Hans Eichel, Burkhard Jung, Friedrich Schorlemmer, Peer Steinbrück und Wolfgang Tiefensee.

Promis, Bios und Einkaufszettel

Der Schauspieler Heiner Lauterbach zählt zu Deutschlands bekanntesten Film- und Fernsehgesichtern. Zur diesjährigen Leipziger Buchmesse wird er seine druckfrische Biografie vorstellen. Unter dem Titel ”Man lebt nur zweimal” zieht er seine persönliche Bilanz zum 60. Geburtstag und erzählt offen und selbstkritisch über seinen Lebenswandel, Liebe, Erfolg, Gesundheit und Verantwortung. Lauterbach ist nicht der einzige, der mit einer Biografie zur Buchmesse anreist: Waldemar Hartmann, Christine Kaufmann, Joy Fleming sowie Wolfgang Winkler & Jaecki Schwarz und Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals haben ebenfalls einiges über ihr Leben zu berichten. Auch Michail Gorbatschow stellt in Leipzig seine Autobiografie ”Alles zu seiner Zeit. Mein Leben” vor. Und Egon Bahr wirft mit seinem Buch ”Das musst du erzählen” einen Blick auf seinen Freund Willy Brandt.

Laufsteg Leipzig: Unter dem Titel ”Hola Chicas!” erzählt Jorge Gonzalez, Modelcoach und Catwalk-Trainer, über seinen bisherigen Lebensweg. Einen ”Fashion Rath für die Frau” erteilt Modedesigner Thomas Rath. Beide waren Jurymitglieder der Pro7 TV-Show ”Germany’s next Topmodel”.

Die Schauspielerin Andrea Sawatzki begibt sich mit ihrem Debütroman ”Ein allzu braves Mädchen” auf neues Terrain. RTL-Moderatorin Katja Burkard möchte mit ihrem Kinderbuchdebüt ”Rundherum und hin und her – Zähneputzen ist nicht schwer” Kinder auf spielerische Weise zum regelmäßigen Zähneputzen animieren. Der Schauspieler Hanns Zischler legt einen Text- und Fotoband zu seiner Heimatstadt Berlin vor. Und Komiker Wigald Boning präsentiert dem Leipziger Publikum sein Buch über Einkaufszettel.

Unabhängig, ungewöhnlich und unentdeckt?

Unabhängige Verlage stellen in Leipzig ein Programm mit anspruchsvollen Themen und literarischen Formen jenseits des Massengeschmacks und der gängigen Hauptströmungen vor. Hierzu gehört die preisverdächtige Schriftstellerin Lisa Kränzler ebenso wie Thrillerautor Anselm Neft oder die Lyriker Thilo Krause und Nora Gomringer.

Das komplette Programm ist online auch auf mobilen Endgeräten unter www.leipzig-liest.de verfügbar.

Dieser Text ist eine Pressemeldung der Leipziger Buchmesse, alle Schreibweisen fremdsprachiger Namen sowie wertende Adjektive etc. sind Eigentum der Aussender. Lediglich bei der Verschlagwortung habe ich mich um korrekte Schreibung bemüht.

Lustig (also signifikant) scheint mir die (unfreiwillige?) Opposition Hochliteratur - anspruchsvolle Literatur in diesem Satz: ”Hochliteratur aus deutschsprachigen Ländern steht ebenso auf dem Programm wie anspruchsvolle Literatur aus Frankreich, Israel, den USA oder den Staaten Mittel- und Osteuropas.” Auch der Platz der Lyrik in der langen Meldung ist korrekt im Sinne von ihrem Platz im Denken der Aussender – also in der Wirklichkeit – entsprechend: am unteren Rand. Diese Passage ist so schön (verräterisch), daß ich sie hier noch einmal komplett einrücke:

Unabhängig, ungewöhnlich und unentdeckt?

Unabhängige Verlage stellen in Leipzig ein Programm mit anspruchsvollen Themen und literarischen Formen jenseits des Massengeschmacks und der gängigen Hauptströmungen vor. Hierzu gehört die preisverdächtige Schriftstellerin Lisa Kränzler ebenso wie Thrillerautor Anselm Neft oder die Lyriker Thilo Krause und Nora Gomringer.

Freuen wir uns auf die Entdeckung Nora Gomringers durch die Leipziger Messe!

93. Laut & Lyrik – Weltsprache Poesie

Wann: 26.01.2013 – 20:00 Uhr
Wo: E-Werk Freiburg
Eschholzstr. 77
79100 Freiburg

Die Sprechtheatergruppe „Laut & Lyrik“ präsentiert mit 14 Darstellern ihr neuestes lyrisch-musikalisches Programm „Weltsprache Poesie“ – Originaltexte und Übersetzungen von Gedichten der internationalen Moderne.

Deutsche Avantgarde und Expressionismus treffen auf dieser kleinen Weltreise die Lyrik Frankreichs und Spaniens, begegnen englischen und italienischen Gedichten ebenso wie den Werken amerikanischer, russischer, türkischer und anderer Autoren.

Poesie wird Weltsprache – es bleibt aber die Besonderheit jeder einzelnen Kultur und die Übersetzungen werden zu einem Abenteuer, das neue eigenständige Kunstwerke entstehen lässt. / Regiomusik

89. Poets, Books & Rock’n'Roll

Neuer Band der Edition ReJoyce

Friedhelm Rathjen:
Poets, Books & Rock’n'Roll
Literatur und Rockmusik: ein Alphabet querbeet
168 Seiten Paperback im Format A5, 17,- Euro

Der enzyklopädisch angelegte Band geht der Verzahnung zwischen Musik und Literatur über das letzte halbe Jahrhundert hinweg nach. Gesichtet und bewertet werden literarische Bezugnahmen auf Rock- und Popmusik und rockmusikalische Bezugnahmen auf die Literatur. Dem Blick aufs Detail anhand aufschlußreicher Beispielfälle wird dabei Vorrang eingeräumt vor der generalisierenden Proklamation übergreifender Entwicklungslinien, die die Leserschaft mit Hilfe der durchgängigen Querverweise hoffentlich selbst ermitteln kann.

Eine Liste aller Stichworte und Verweiseinträge des Bandes steht unten in dieser Mail; weitere Informationen sind außerdem im Internet zugreifbar auf den Booklooker-Seiten der Edition ReJoyce (http://tinyurl.com/22fybo).

Wer seine Bestellung entweder jetzt oder spätestens bis zum Ende der Vorbestellfrist am 2. Februar DIREKT AN MICH (rejoyce@gmx.de) schickt, bekommt das Buch umgehend nach Erscheinen portofrei geliefert. Zur portofreien Lieferung mitbestellt werden können bei dieser Gelegenheit wie stets auch alle anderen Bände der Edition ReJoyce
(http://tinyurl.com/22fybo) und ebenso die von mir zur Regalplatzschaffung zum Verkauf angebotenen sonstigen Bücher (http://tinyurl.com/m2upw) und
Tonträger (http://tinyurl.com/lownb).

Friedhelm Rathjen

INHALT

10,000 Maniacs
Abba
AC/DC
Die Ärzte
Aftershock
Akala
Aichinger, Ilse
Algren, Nelson
Allman Brothers Band
Allman, Duane
Almond, Marc
Amon Düül
Amon Düül II
Andrews, Julie
The Animals
Armatrading, Joan
Arp, Hans

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117. Lyrik-Welt

Grönland, Paraguay, Afghanistan und das innere Afrika fehlen (reisen da keine deutschen Dichter hin, die mal was nachschlagen müssen?). Karte der Klicks auf die Lyrikzeitung seit 25.2. 2012.

An der Spitze die deutschsprachigen Länder:

Country Views
Germany FlagGermany 155.787
Switzerland FlagSwitzerland 9.242
Austria FlagAustria 4.870

Unten diese mit je einem Klick:

Côte d'Ivoire FlagCôte d’Ivoire1Syrian Arab Republic FlagSyrian Arab Republic1Sri Lanka FlagSri Lanka1Qatar FlagQatar1Botswana FlagBotswana1Nicaragua FlagNicaragua1Kyrgyzstan FlagKyrgyzstan1Jordan FlagJordan1Togo FlagTogo1Guadeloupe FlagGuadeloupe1Oman FlagOman1

Also mach ich weiter! Die Welt, sozusagen, wartet.

42. lyrikline – eine große Biblio- und Audiothek der Weltlyrik

Übersetzungen und vom Autor oder der Autorin in Originalsprache gesprochen.

Sie finden auf lyrikline.org 7520 Gedichte von 822 Dichtern aus 57 Sprachen und über 10.250 Übersetzungen  in 55 Sprachen!

2012 hinzugekommene Stimmen:

Kyriakos Charalambidis (Griechisch)
am 29. August 2012

Daniel Falb (Deutsch)
Christian Steinbacher (Deutsch)
Judith Zander (Deutsch)
am 13. August 2012

Bert Papenfuß (Deutsch)
am 06. Juli 2012

Rajko Djurić (Romani)
am 28. Juni 2012

Linda Maria Baros (Französisch)
Dorothée Volut (Französisch)
am 23. Mai 2012

Dmitrij Golynko (Russisch)
Jazra Khaleed (Griechisch)
am 26. April 2012

Garouss Abdolmalakian (Farsi)
Baktash Abtin (Farsi)
Behzad Khajat (Farsi)
Mansour Momeni (Farsi)
am 24. April 2012

Édith Azam (Französisch)
Arno Calleja (Französisch)
Albane Gellé (Französisch)
Pascal Poyet (Französisch)
am 23. April 2012

Sam Hamill (Englisch)
am 11. April 2012

Ali Babatschahi (Farsi)
Luis Chaves (Spanisch)
Christian Filips (Deutsch)
Martín Gambarotta (Spanisch)
Fiston Mwanza Mujilla (Französisch)
Arseni Rovinski (Russisch)
Vital Ryzhkou (Belarussisch)
Maya Sarishvili (Georgisch)
am 21. März 2012

Andre Rudolph (Deutsch)
Tom Schulz (Deutsch)
Uljana Wolf (Deutsch)
am 01. März 2012

Carles Duarte (Katalanisch)
Màrius Sampere (Katalanisch)
Enric Sòria (Katalanisch)
am 23. Februar 2012

Ákos Györffy (Ungarisch)
Attila Jász (Ungarisch)
am 10. Februar 2012

Dorta Jagić (Kroatisch)
Miroslav Kirin (Kroatisch)
Miloš Đurđević (Kroatisch)
am 12. Januar 2012

34. Poetry Parnassus

Poetry Parnassus war ein Mammuttreffen von 204 Dichtern aus allen olympischen Nationen. Von Nikaragua bis zur Mongolei, von Samoa bis Sengal, Makedonien bis Malediven – nenne ein Land und der Dichter taucht auf. Es war als hätte Prosperos Zauberstab eine Insel der Poesie herbeigezaubert. (…)

Nur Großbritannien konnte solch eine Eroberung vollziehen. Es schien, als hätten die Briten einen imperialen Feldzug unternommen, um die Welt noch einmal zu erobern. Aber diesmal mit Demut, Mitgefühl und Poesie. / von YUYUTSU RD SHARMA, der Nepal vertrat, Himalayan Times

25. Poesie der Urindoeuropäer

Das rekonstruierbare Sprechen und Denken der Urindoeuropäer ist voll von hoher Poesie, die den Ruhm kriegerischer Helden feiert – dies hat zuletzt Martin L. West in dem Buch ‘Indo-European Poetry and Myth’, Oxford 2007, eindrucksvoll vorgeführt. Das Vokabular kennt den ‘unvergänglichen Ruhm’ des Kriegshelden, also des Warlords, auf Erden, der durch Erzählungen entsteht; es kennt auch das Rad, das Pferd, den Streitwagen. All das – die Helden-Epik und die technische Begrifflichkeit – passt deutlich besser zu den kämpferischen halbnomadischen Reitervölkern in der nördlicheren Steppe, die sich auf rund 4000 Jahre später datieren lassen, als zu friedlichen Bauerngesellschaften in Anatolien. / Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung 28.8.

Martin Litchfield West: Indo-European Poetry and Myth
Verlag Oxford University Press, 2007 siehe hier

Aus dem Inhaltsverzeichnis des Buches

97. Kommt, ihr Geister!

In seinem neuesten Buch zeigt Schlaffer, wie eine ganze Gattung die Neuzeit hintergeht. Lyrik ist, so liessen sich Titel und Untertitel erläutern, ein archaisches Sprechen, das seltsamerweise unter Bedingungen der Moderne überlebt hat. Die ältesten überlieferten Gedichte Europas und Asiens sind zweckgebunden: Kultlieder und Zaubersprüche, die «Götter gnädig stimmen, Krankheiten heilen, Missernten abwenden, den Feinden schaden» sollen. Um den übernatürlichen Wesen – Göttern wie Dämonen – Eindruck zu machen, entwickeln die sterblichen Menschen kunstvolle Formen der Anrufung, der Preisung, der Beschwichtigung, der Bannung. Im geschichtlichen Rationalisierungsprozess geht der Zweck dieser «Geistersprache» verloren, die Mittel aber bleiben. Und sie vor allem sind es, denen grosse Poesie ihre Wirkung verdankt.

Gut, wird mancher nun sagen, unbestreitbar geht die Lyrik auf kultische Anfänge zurück. Reden wir heute aber von der «Sprachmagie» eines Dichters, dann ist damit doch nichts anderes gemeint als seine Fähigkeit, seiner individuellen Erfahrungswelt in klangvollen und rhythmisch mitreissenden Versen Gestalt zu verleihen. Genau dieses seit der Goethezeit dominierende Subjektivitätsmodell der Lyrik will Schlaffer jedoch entkräften. Das lyrische Ich auch in neuzeitlichen Texten ist für ihn weit eher eine kultische Instanz als ein Privatmensch, der sich mitteilt. Gedichte, so die aufregende Grundthese, wenden sich von der Sprechhaltung her eigentlich gar nicht an ihre Leser; sie machen diese vielmehr zu Zeugen einer Kommunikation mit dem Übernatürlichen. Nur deshalb können sie ein Publikum «verzaubern». …

Rezepte für den «richtigen» Umgang mit Gedichten gibt er nicht, sondern bekundet am Ende nur seine Skepsis gegenüber der sinnversessenen Interpretation. Dass das Lesen von Gedichten noch in der Moderne ein kultisches Fest ist, wenn auch ein einsames, weist er jedenfalls überzeugend nach. / Manfred Koch, NZZ

Heinz Schlaffer: Geistersprache. Zweck und Mittel der Lyrik. Carl-Hanser-Verlag, München 2012. 204 S., Fr. 29.90.