51. Leipzig liest wieder

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Feuerwerk der Literatur: Von ”Esti” bis ”Hola Chicas!”

Europas größtes Literaturfest ”Leipzig liest” vereint vom 14. bis 17. März 2013 rund 2.900 Autoren und Mitwirkende, 2.800 Veranstaltungen und mehr als 365 Leseorte. Das Lesefestival präsentiert hohe Literatur aus dem In- und Ausland, Thriller und Fantasyromane, Kinder- und Jugendbücher, Comics und Mangas, Sachbücher und Ratgeber sowie Hörbücher und CDs. ”Ob Starautoren oder Debütanten, Prominente oder Sternchen – die Literaturwelt lädt Leser, Zuhörer und Zuschauer nach Leipzig ein, sich auf Entdeckungsreise zu begeben und Mensch und Werk hautnah zu erleben”, erklärt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse.

Hochliteratur aus deutschsprachigen Ländern steht ebenso auf dem Programm wie anspruchsvolle Literatur aus Frankreich, Israel, den USA oder den Staaten Mittel- und Osteuropas. Freunde deutschsprachiger Literatur können sich auf Begegnungen mit Thomas Brussig, Anna Katharina Hahn, Christoph Hein, Reinhard Jirgl, Abbas Khider, Georg Klein, Ursula Krechel, Judith Kuckart, Dirk Kurbjuweit, Eva Menasse, Clemens Meyer, Hans Joachim Schädlich, Martin Walser oder Feridun Zaimoglu freuen. Auch internationale Autoren wie Páter Esterházy und György Konrâd aus Ungarn, der Jungstar Zoran Ferić aus Kroatien, der Europäer Aris Fioretos mit schwedisch-österreichisch-griechischen Wurzeln, der französische Philosoph Andrá Glucksmann, der belarussische Philosoph Valancin Akudovic, die israelischen Schriftsteller Yoram Kaniuk oder Amos Oz, der britische Schriftsteller John Lanchester sowie Serhij Zhadan aus der Ukraine stellen ihre jüngsten Bücher in Leipzig vor.

Die Stadt, die Orte und die Partner

”Eine Entdeckungstour wert sind die 365 Leseorte in der Stadt Leipzig – Kirchen, Anwaltskanzleien, Wein- und Delikatessenläden, Handwerksbetriebe, Shops oder Forschungszentren”, erläutert Buchmessedirektor Oliver Zille. ”Der Erfolg von Europas größtem Lesefestival beruht auf dem Engagement und der Kreativität unserer Partner.” Veranstaltet wird das Lesefestival von der Leipziger Messe in Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., dem Mitteldeutschen Rundfunk, dem Club Bertelsmann, dem Kuratorium ”Haus des Buches” e.V. Leipzig sowie den an der Messe beteiligten Verlagen.

Zu den alljährlichen Höhepunkten gehört das ”Blaue Sofa”, eine Veranstaltungsreihe unter Regie des Clubs Bertelsmann. Literaturstars aus dem In- und Ausland geben im zentralen Eingangsbereich der Leipziger Buchmesse Einblicke in ihr Leben und Werk. Jüdische Lebenswelten gilt es in der gleichnamigen Programmreihe des Clubs Bertelsmann zu ergründen. ”Bei unseren Aktivitäten auf den Buchmessen sind uns zwei Dinge wichtig: Erstens wollen wir die Autoren herausstellen, deren Bücher und Themen wir für ungewöhnlich, bewegend, anregend und hoffentlich auch wirkungsvoll relevant halten”, erläutert Christiane Munsberg, verantwortlich für Kultur beim Club Bertelsmann. ”Da die Verlage zu den Buchmessen viele internationale Autoren einladen, freuen wir uns, dass von den 82 Autoren, mit denen wir in Leipzig Gespräche und Lesungen veranstalten, knapp die Hälfte aus dem Ausland kommen, wie Andrea Hirata, Robert Schindel und Göran Rosenberg. Zweitens wird in Leipzig unsere kuratorische Arbeit durch Kooperationen mit Medien und Institutionen aufgewertet. Gemeinsam erreichen wir so ein größeres, interessanteres und interessierteres Publikum. Beispielsweise präsentieren wir mit der Stanford University den Literaturwissenschaftler Amir Eshel, der eine neue Ethik der Geschichts- und Literaturbetrachtung entworfen hat – in Auseinandersetzung mit den aktuellen Debatten der Philosophie und Kulturkritik sowie mit wichtigen zeitgenössischen Autoren aus den USA, Israel und Deutschland”, so Munsberg.

Auch der MDR setzt auf eine Mischung aus berühmten Literaten wie György Konrâd, prominenten Autoren wie Ben Becker oder Else Buschheuer sowie Nachwuchsschriftstellern wie Florentine Joop oder Florian Freistetter. Die Palette der Veranstaltungen reicht von Autorengesprächen über Lesungen und die Literaturparty LitPop bis zu Sendungen und Live-Hörspielen sowie Konzerten im Rahmen des Musikprojektes CLARA.

Preisverdächtige Literatur

Eine Art Reiseführer für Belletristik, Sachbücher und Übersetzungen in deutscher Sprache ist der Preis der Leipziger Buchmesse. Am ersten Tag des Lesefestes werden die Gewinner ausgezeichnet. Sieger und Nominierte präsentieren sich und ihre Bücher am ersten und zweiten Messetag dem Leipziger Publikum. In der Kategorie ”Belletristik” sind nominiert: Ralph Dohrmann ”Kronhardt”, Lisa Kränzler ”Nachhinein”, Birk Meinhard ”Brüder und Schwestern”, David Wagner ”Leben” sowie Anna Weidenholzer ”Der Winter tut den Fischen gut”.

Bestsellerautoren zu Gast in Leipzig

Zahlreiche Bestsellerautoren werden zum Leipziger Bücherfrühling von einem großen Publikum erwartet: Die US-Amerikaner Shalom Auslander, Dave Eggers, Joey Goebel und der Comiczeichner Chris Ware, der Israeli Edgar Keret, Sarah Quigley aus Neuseeland, die deutschsprachigen Autoren Emily Bold, Jakob Hein, Dora Heldt, Sabine Ebert, Tilman Rammstedt, Astrid Rosenfeld sowie Publizisten und Sachbuchautoren wie Götz Aly, Jakob Augstein, Margot Käßmann, Claus Kleber und Katharina Saalfrank reisen in die Sachsenmetropole. In der Veranstaltung ”buecher.macher” diskutiert Felicitas von Lovenberg unter anderem mit Jo Lendle und Judith Schalansky über nicht weniger als ”Die Zukunft der Bücher”.

Leipzig politisch

Politiker aller Parteien geben sich zum Superwahljahr ein Stelldichein in Leipzig. Spannende Debatten und interessante Geschichten bieten Claudia Roth und Antje Vollmer von Bündnis90/Die Grünen, Marina Weisband von der Piratenpartei, Johannes Beermann und Thomas de Mazière von der CDU, Gregor Gysi und Wolfgang Zimmermann, Die Linke, sowie die SPD-Politiker Egon Bahr, Hans Eichel, Burkhard Jung, Friedrich Schorlemmer, Peer Steinbrück und Wolfgang Tiefensee.

Promis, Bios und Einkaufszettel

Der Schauspieler Heiner Lauterbach zählt zu Deutschlands bekanntesten Film- und Fernsehgesichtern. Zur diesjährigen Leipziger Buchmesse wird er seine druckfrische Biografie vorstellen. Unter dem Titel ”Man lebt nur zweimal” zieht er seine persönliche Bilanz zum 60. Geburtstag und erzählt offen und selbstkritisch über seinen Lebenswandel, Liebe, Erfolg, Gesundheit und Verantwortung. Lauterbach ist nicht der einzige, der mit einer Biografie zur Buchmesse anreist: Waldemar Hartmann, Christine Kaufmann, Joy Fleming sowie Wolfgang Winkler & Jaecki Schwarz und Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals haben ebenfalls einiges über ihr Leben zu berichten. Auch Michail Gorbatschow stellt in Leipzig seine Autobiografie ”Alles zu seiner Zeit. Mein Leben” vor. Und Egon Bahr wirft mit seinem Buch ”Das musst du erzählen” einen Blick auf seinen Freund Willy Brandt.

Laufsteg Leipzig: Unter dem Titel ”Hola Chicas!” erzählt Jorge Gonzalez, Modelcoach und Catwalk-Trainer, über seinen bisherigen Lebensweg. Einen ”Fashion Rath für die Frau” erteilt Modedesigner Thomas Rath. Beide waren Jurymitglieder der Pro7 TV-Show ”Germany’s next Topmodel”.

Die Schauspielerin Andrea Sawatzki begibt sich mit ihrem Debütroman ”Ein allzu braves Mädchen” auf neues Terrain. RTL-Moderatorin Katja Burkard möchte mit ihrem Kinderbuchdebüt ”Rundherum und hin und her – Zähneputzen ist nicht schwer” Kinder auf spielerische Weise zum regelmäßigen Zähneputzen animieren. Der Schauspieler Hanns Zischler legt einen Text- und Fotoband zu seiner Heimatstadt Berlin vor. Und Komiker Wigald Boning präsentiert dem Leipziger Publikum sein Buch über Einkaufszettel.

Unabhängig, ungewöhnlich und unentdeckt?

Unabhängige Verlage stellen in Leipzig ein Programm mit anspruchsvollen Themen und literarischen Formen jenseits des Massengeschmacks und der gängigen Hauptströmungen vor. Hierzu gehört die preisverdächtige Schriftstellerin Lisa Kränzler ebenso wie Thrillerautor Anselm Neft oder die Lyriker Thilo Krause und Nora Gomringer.

Das komplette Programm ist online auch auf mobilen Endgeräten unter www.leipzig-liest.de verfügbar.

Dieser Text ist eine Pressemeldung der Leipziger Buchmesse, alle Schreibweisen fremdsprachiger Namen sowie wertende Adjektive etc. sind Eigentum der Aussender. Lediglich bei der Verschlagwortung habe ich mich um korrekte Schreibung bemüht.

Lustig (also signifikant) scheint mir die (unfreiwillige?) Opposition Hochliteratur – anspruchsvolle Literatur in diesem Satz: „Hochliteratur aus deutschsprachigen Ländern steht ebenso auf dem Programm wie anspruchsvolle Literatur aus Frankreich, Israel, den USA oder den Staaten Mittel- und Osteuropas.“ Auch der Platz der Lyrik in der langen Meldung ist korrekt im Sinne von ihrem Platz im Denken der Aussender – also in der Wirklichkeit – entsprechend: am unteren Rand. Diese Passage ist so schön (verräterisch), daß ich sie hier noch einmal komplett einrücke:

Unabhängig, ungewöhnlich und unentdeckt?

Unabhängige Verlage stellen in Leipzig ein Programm mit anspruchsvollen Themen und literarischen Formen jenseits des Massengeschmacks und der gängigen Hauptströmungen vor. Hierzu gehört die preisverdächtige Schriftstellerin Lisa Kränzler ebenso wie Thrillerautor Anselm Neft oder die Lyriker Thilo Krause und Nora Gomringer.

Freuen wir uns auf die Entdeckung Nora Gomringers durch die Leipziger Messe!

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