Kategorie: Rußland

004. Beim Jüngsten Gericht

Wenn er mit brüchigem Baß seine feierlichen Oden las, glich er einem jungen Hahn. In Feodossija trommelte er eines Tages die reichen Liberalen zusammen und verkündete ihnen: „Beim Jüngsten Gericht werdet ihr gefragt werden,  ob ihr den Dichter Mandelstam verstanden habt; ihr werdet Nein… Continue Reading „004. Beim Jüngsten Gericht“

003. Ingolds Gegengabe

Wunderbar etwa ist jene Notiz über ein älteres Ehepaar, aus dessen Wohnung der Autor in regelmässigen Abständen Schreie vernimmt, die er sich nicht erklären kann. Bis sich eines Tages herausstellt, vor den Auslagen eines Bücherbasars der Heilsarmee, dass der alte Herr seiner Frau zweimal… Continue Reading „003. Ingolds Gegengabe“

001. Mandelstam-Nummer

In guten Buchhandlungen, schreibt der Nouvel Obs,  kann man sich die Nummer 962-963 der Zeitschrift „Europe“ besorgen, die dem russischen Dichter Ossip Mandelstam (1891-1938) gewidmet ist. (Nun, in Greifswald gibt es dann keine – oder hat jemand L’Europe?). Mandelstam, schreiben sie, ist nicht in… Continue Reading „001. Mandelstam-Nummer“

20. Russisch-deutscher Almanach

Erschienen sind die Bände 2007 und 2008 des russisch-deutschen Almanachs „Dominante“ mit Lyrik und Prosa von Elke Erb, Elena Kazuba, Alla Kigel, Irena Lein, Rut Kohn, Oxana Medwid, Maja Plissetskaja, Katrin de Vries, Alexander Andreew, Boris Chasanov, Hans M. Enzensberger, Eitan Finkelstein, Vladimir Genin,… Continue Reading „20. Russisch-deutscher Almanach“

5. Dantes Allegorie und die wirkliche Hölle

Ein lang verborgener, auch aus politischem Kalkül versteckter und durch Zensur beschädigter Epitaph ist geborgen, ein Monument jiddischer Literatur, in das die Namen der Opfer eingemeißelt sind. Hubert Witt, dem aus Breslau stammenden Leipziger Germanisten und Übersetzer mittelhochdeutscher und jiddischer Dichtung, sowie dem Schweizer… Continue Reading „5. Dantes Allegorie und die wirkliche Hölle“

81. Neueste deutsche Lyrik. 1990er-2000er Jahre

So heißt ein in Rußland erschienenes Buch der Moskauer Germanistin Tamara W. Kudrjawzewa. Sie hat viel in Deutschland recherchiert und auch Quellen und Autoren einbezogen, die bisher nicht einmal im Feuilleton behandelt wurden, geschweige denn in Literaturgeschichten. In der deutschsprachigen Zusammenfassung heißt es: Das… Continue Reading „81. Neueste deutsche Lyrik. 1990er-2000er Jahre“

47. Bachtin: «Inhalt» vor «Form»

Begriffe wie «Einfühlung», «Seele», «Wert», «Wahrheit», «Verantwortung», «Leben» kehren bei Bachtin häufig wieder; sie machen deutlich, dass sein Interesse nicht primär der Literatur als Kunst, vielmehr der Literatur als einer Art von künstlerischer Ethik, wenn nicht gar als Lebenshilfe gilt. Demgegenüber bleiben für ihn… Continue Reading „47. Bachtin: «Inhalt» vor «Form»“

18. Aufregung in der russischen Lyrik

Jemand Kluges hat einmal gesagt: «Russland ist ein Land mit einer unvorhersagbaren Vergangenheit.» Das betrifft auch die russische Literatur. Insbesondere die Poesie. Spätestens seit Gorbatschews Perestroika sind nicht mehr etwa Jewgeni Jewtuschenko oder Andrei Wosnessenski, die in den sechziger Jahren vom ganzen Volk vergöttert… Continue Reading „18. Aufregung in der russischen Lyrik“

14. poesiefestival berlin erfolgreich beendet

Am 5. Juli 2009 ging das zehnte poesiefestival berlin erfolgreich zu Ende. Mit der szenischen Uraufführung des Langpoems Fredy Neptune von Les Murray in der Regie von Leopold von Verschuer ging das poesiefestival berlin gestern, 05.07.09, erfolgreich zu Ende. Fredy Neptune ist eine furiose… Continue Reading „14. poesiefestival berlin erfolgreich beendet“

86. Olga Sedakova beim Poesiefestival Berlin

Viele ihrer Gedichte hat die bekennende orthodoxe Christin Olga Sedakova in einem Holzhaus in Azarowka, zwei Stunden südlich von Moskau, geschrieben, in das sie sich zum Arbeiten gern zurückzieht. Seit dem Zerfall der Sowjetunion ist sie lesend, vortragend und unterrichtend aber auch viel auf… Continue Reading „86. Olga Sedakova beim Poesiefestival Berlin“

66. Unterländisch

Während die zeitgleich stattfindende offizielle Eröffnung der Buchmesse im Gewandhaus dem Vernehmen nach eine gediegen-zahme Veranstaltung gewesen sein soll, bot der vom Schriftsteller und Lautpoesie-Experten Michael Lentz konzipierte und moderierte Abend im ausverkauften Haus Spektakuläres. Herbert Grönemeyer, Deutschlands wohl einziger wirklicher Popsuperstar, war als… Continue Reading „66. Unterländisch“

77. Scherstjanoi liest Scherstjanoi

Aufnahmen von der Lesung in Leipzig mit Lautgedichten Scherstjanois (unten) Über das Lautgedicht sagt er: In meiner Dichtung geht es vor allem um eine andere Kommunikation, und das ist die Kommunikation des rein emotionalen Aktes. Wenn ein Lautdichter auf der Bühne ist und beginnt,… Continue Reading „77. Scherstjanoi liest Scherstjanoi“

76. Videos von Valeri Scherstjanoi

LAUT MEMORIAL. Valeri Scherstjanoi im Jüdischen Friedhof Weissensee. Video aus „Djinn der Nordsee“, Berlin 2007. 0:45 ALFABET. Scherstjanoi documented spring 2007. 1:04 Mehr

68. NOTIZ ZUR RUHESTÖRUNG DES SCHWÄBISCHEN KUNSTSOMMERS IRSEE 2008

Was sucht in den lichtdurchfluteten Räumen des Tagungs- und Bildungszentrums Kloster Irsee die phonetische Poesie? Wer will sie haben? Wer meldet sich an für einen Kurs beim Lautdichter und Scribentisten Valeri Scherstjanoi und mit welcher Erwartung was zu lernen? Überlebt das freundliche Motto Kunst… Continue Reading „68. NOTIZ ZUR RUHESTÖRUNG DES SCHWÄBISCHEN KUNSTSOMMERS IRSEE 2008“

67. Lautland DE

Am Ende der DDR erschien eine erstaunliche Anthologie: wortBILD. Visuelle Poesie in der DDR. Die Herausgeber Guillermo Deisler (geboren 1940 in Chile, im Exil in der DDR) und Jörg Kowalski (1952 in Halle) versammeln TextBilder von Elke Erb, Kito Lorenc, Richard Pietraß, von bekannten… Continue Reading „67. Lautland DE“