Schlagwort: Hubert Witt

Sodom den Sodomern, sonst für keinen!

Chaim Grade (auch Chajim Grade; חיים גראדע) (Geboren am 4. April 1910 in Wilna, Litauen, damals Russisches Reich; gestorben am 26. April 1982 in New York) Sodom Gotts Antlitz der Abendhimmel voll Trauer guckt auf Sodoms Mauer. Die Sonne sinkt, daß sie in Weiten… Continue Reading „Sodom den Sodomern, sonst für keinen!“

Die andere Nacht der ermordeten Dichter

Als Nacht der ermordeten Dichter gilt der 12. August 1952, als auf Befehl Stalins zahlreiche der führenden jiddischen Dichter der Ukraine ermordet wurden, darunter David Bergelsson, David Hofstein, Lejb Kwitko, Perez Markisch und Itzik Fefer. Aber es gibt mindestens eine zweite Nacht, die den… Continue Reading „Die andere Nacht der ermordeten Dichter“

Zum Tage

Der Todestag der führenden jiddischen Schriftsteller? Der ist gar einfach zu behalten, bitte: David Bergelsson – 1884 – 12.08.1952 David Hofstein – 1889 – 12.08.1952 Lejb Kwitko – 1890 – 12.08.1952 Perez Markisch – 1895 – 12.08.1952 Itzik Fefer – 1900 – 12.08.1952 Lev… Continue Reading „Zum Tage“

Hier steht sie

Jean-Joseph Rabearivelo (* 4. März 1901, Antananarivo, Madagaskar; † 22. Juni 1937 ebd.) Hier steht sie, die Augen glitzernde Kristalle des Schlafs, die Lider schwer von endlosen Träumen, die Füße wurzeln im Ozean, und wenn sie die triefenden Hände hebt, hält sie Korallen und… Continue Reading „Hier steht sie“

Die Gestalt eines Fremden

Rajzel Zychlinski Aus: R. Z.: di lider. Die Gedichte. 1928-1991. Jiddisch und Deutsch. Hrsg./Übers. Hubert Witt. Frankfurt/Main: Zweitausendeina, 2003, S. 460f

Nachtmusik

Rajzel Żychliński di schpet-nachtike musik a. glanz-lejelessn di schpet-nachtike musik fun jener sajt want firt mich zu erter, zu schtet, woss wundern sich kejnmol nischt wen ich kum on, un schmejchlen lib wen ch´gej awek. ch’wejss nischt wer ss’wojnt fun jener sajt want, a… Continue Reading „Nachtmusik“

Der Mond

Rajzel Żychliński (poln. Rajzla Żychlińska, jidd. רייזל זשיכלינסקא; geb. 27. Juli 1910 Gąbin, Polen; † 13. Juni 2001 in Concord, Kalifornien, USA) di lewone di lewone is doss ponem fun ale mentschn fun ale zajtn. ajngeschlofn senen ale angsstn zwischn schotnss fun tojte gedanken.… Continue Reading „Der Mond“

Jiddisch

Abraham Sutzkever (hebräisch אברהם סוצקבר , jiddisch אַבֿרהם סוצקעווער; auch Avrom oder Avrohom Sutzkever oder Sutzkewer; * 15. Juli 1913 in Smorgon, heute Smarhoń, Weißrussland; † 19. Januar 2010 in Tel Aviv) JIDDISCH Soll ich beginnen von Anbeginn? Soll ich, der ich kein Abraham… Continue Reading „Jiddisch“

Oktober

Rajzel Żychliński (* 27. Juli 1910 in Gąbin, damals Russisches Reich, heute Polen; † 13. Juni 2001 in Concord, Kalifornien), jiddischsprachige Dichterin. OKTOBER Der Hurensohn Mojsche Drunterunddrüber Fall tot um! Eine alte Frau redet mit sich und schimpft mitten im Oktober-Blätterfall. Die gelben Blätter… Continue Reading „Oktober“

53. Meine Anthologie 53: Carl Michael Bellman, Epistel 82

Epistel Nr. 82 oder unerwarteter Abschied von ULLA WINBLAD, mitgeteilt auf einem sommerlichen Frühstück im Grünen Liebste, an dieser Quelle ist unser Frühstück gleich zur Stelle. Rotwein mit Pimpinelle und Schnepfen sind der erste Gang … ULLA, komm, laß uns trinken! In unserm Korb… Continue Reading „53. Meine Anthologie 53: Carl Michael Bellman, Epistel 82“

33. Minenfeld

Die besten Gedichte habe er im Getto geschrieben, sagte Abraham Sutzkever. Der jiddische Dichter, der heute 96-jährig in Israel lebt, war 27 Jahre alt, als die Wehrmacht Litauen besetzte. In Wilna, dem heutigen Vilnius, errichteten die Deutschen ein Getto und erschossen Tausende von Juden… Continue Reading „33. Minenfeld“

112. «Wilne schtot fun gajst un tmimes»

«Wilne schtot fun gajst un tmimes», Wilna, Stadt des Geistes und der Vollkommenheit – so beginnt ein jiddisches Gedicht aus dem 18. Jahrhundert, das, zu einem Lied umgearbeitet, den Beginn einer Theaterveranstaltung im Ghetto markierte. Dass die Juden sogar unter den existenziell dramatischen Umständen… Continue Reading „112. «Wilne schtot fun gajst un tmimes»“

5. Dantes Allegorie und die wirkliche Hölle

Ein lang verborgener, auch aus politischem Kalkül versteckter und durch Zensur beschädigter Epitaph ist geborgen, ein Monument jiddischer Literatur, in das die Namen der Opfer eingemeißelt sind. Hubert Witt, dem aus Breslau stammenden Leipziger Germanisten und Übersetzer mittelhochdeutscher und jiddischer Dichtung, sowie dem Schweizer… Continue Reading „5. Dantes Allegorie und die wirkliche Hölle“

31. Poesie aus der Hölle

Endlich wird der «jiddische Dante» mit seinem erschütternden Bericht vom Wilnaer Ghetto auf Deutsch vorgestellt. Mit grosser Genauigkeit schildert er, wie eine Bevölkerung zu überleben versucht. Wer Vilnius (Wilna), die diesjährige Kulturhauptstadt Europas, besucht, findet ausser einem winzigen, abgelegenen Holocaust-Museum keine Spur mehr von… Continue Reading „31. Poesie aus der Hölle“