Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Das Heilige ist noch immer, was es einmal war: ein von Menschen geschaffenes Mysterium, das Physischem metaphysische Bedeutung verleiht. So ließe sich die beruhigende Seite dessen zusammenfassen, was der österreichische Dichter Raoul Schrott im Renaissance-Theater vortrug. Im Rahmen der Berliner Lektionen als „poeta doctus“,… Continue Reading „93. Das Heilige“
Fortsetzungsessay von Theo Breuer Scylla und Charybdis – Im Salinenland Was soll ein Vers, der keine Zumutung ist? fragt Christoph Meckel noch einmal, während ich mich in Katrin Marie Mertens Salinenland aufhalte. Beseelt von Friederike Mayröcker (dieses lichtblaue Paradies im offenen Fenster) und Gerard… Continue Reading „92. Lyrikstationen 2009 (3)“
Sie arbeiten an Gedichten? Jetzt nicht mehr. Ich habe im März damit angefangen, da hat mich mit einem Mal die Gedichtwut gepackt – aber im Oktober ist sie genauso plötzlich wieder erloschen. Ich hatte keinerlei Erfahrungen mit Lyrik – wenn man von ein paar… Continue Reading „91. Ohne Absicht“
Das Musée Pierre André Benoi in Alès zeigt bis 17.1. Gedichte und andere Texte des Malers Pablo Picasso. Erst mit 56 Jahren* versuchte sich Picasso an Lyrik surrealistischer Prägung. Er schrieb 3 Theaterstücke und mehr als 350 Gedichte. Hier kann man seine Gedichte auf… Continue Reading „90. Picasso als Dichter“
Ehe keine Kopie der (handschriftlichen?) Originalberichte von Werner Söllner vorliegt, lässt sich nicht darüber urteilen, ob er jemandem zum Schaden oder (wie offenbar im Fall des Klausenburger Germanisten Michael Markel) zu dessen Gunsten berichtet hat. Ich weigere mich allerdings zu glauben, dass er ein… Continue Reading „89. IM und Spitzel?“
Ohne eine Zeile, die überraschend den Verstand durchzuckt und etwas aufblitzen lässt, das man so bisher nie zu sehen wagte, braucht man mit dem Lesen von Gedichten gar nicht erst anzufangen. Das gilt für Hölderlin wie für Gottfried Benn, aber auch für einen jungen… Continue Reading „88. Lesehilfe“
Sein 900. Jubiläumsgedicht „ÜBERKRAFT (-HEINE HEFTIG-)“ vom 2.5.1997 als metavirtueller Anti-Poetryclip „Diese Enge des Vokabulars ließ offensichtlich bestimmte Aspekte der historischen, psychologischen und philosophischen Realität außer acht; da diese Aspekte an sich aber nicht feststanden und eher dem dumpfen Unbehagen im Bewußtsein der Massen… Continue Reading „87. De Toys singt „Happy Birthday Heinrich Heine““
Fortsetzungsessay von Theo Breuer 2 Achterbahnfahrt – Schwingen des Staunens To find a form that accommodates the mess, that is the task of the artist now‘ Samuel Beckett (1) bzw. seht nur diesen text! wie er einmal angestoßen wächst. und wächst. hält augenblicklich folgendes… Continue Reading „86. Lyrikstationen 2009 (2)“
Aber die Berühmte ist nicht nur unbekannt, weil die Wellen der Geschichte über sie hinweggegangen sind; oder weil sie Jüdin war, die Hitler gleich zweimal verjagte, als verrückte Künstlerin und als Feindin des Volkes. Else Lasker-Schüler hat gelebt wie niemand vor und niemand nach… Continue Reading „85. „Sie gehörte zu niemand““
Sie zählt zu den am höchsten dekorierten Protagonistinnen und Protagonisten der österreichischen Gegenwartsliteratur, genießt mit ihrem ebenso umfangreichen wie eigenwilligen Lyrik- und Prosa- Werk höchstes Ansehen in der Fachwelt und ist mit ihrer schwarz verhüllten Gestalt und ihrer zettelübersäten Wohnung, in der sie aus… Continue Reading „84. Mayröcker: Aquarell und Skulptur“
schließlich große lyrik im kleinen kreis beigesetzt: wörter trugen sie kein leser hat sie begleitet Andreas Noga
Na und so weiter, blabla: In der heutigen Zeit gibt es nur noch wenig Platz für Lyrik und Poesie, denn das große Zeitalter der Dichter und Denker ist vorbei. Interessenten oder Veröffentlichungsplattformen gibt es mittlerweile fast gar nicht mehr. Geht diese Kunst verloren? Die… Continue Reading „82. Fündig werden. Klagemauer.“
Ehrlich gesagt ist mir Frank Milautzckis Klage über „die Poesie, wie sie gegenwärtig in Deutschland en vogue ist“, zu wohlfeil (allein weil zu viele Leute mit den gegensätzlichsten Meinungen oder Absichten sie teilen können) und als Erklärungsmuster zu schlicht. (Lockerer werden!) Ich zitiere sie… Continue Reading „81. Lockerer werden“
Mitten im Warenhausgetümmel öffnet sich ein Guckloch zum Hades. Vielfältige Bezüge zur Musik, zu Orpheus, Odysseus und andere antike Gestalten oder zu Transzendenz und Herzensbildung der Romantik beleben die trivialsten Verhältnisse. Der seit 1998 in Norwegen lebende Sandell nennt sich selbst einen „Retrogardisten“. Seine… Continue Reading „80. Guckloch zum Hades“
Durch Übersetzungen persischer Dichter im 19. Jahrhundert – und nicht zuletzt auch durch Goethes Arbeit am «West-östlichen Diwan» – haben deutsche Dichter ihre Faszination für die südasiatische Liedform des Ghasels entdeckt. Sie diente persischen Mystikern seit dem 8. Jahrhundert zur Beschwörung göttlicher Liebe. Dabei… Continue Reading „79. Deutsche Ghasele“
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