87. De Toys singt „Happy Birthday Heinrich Heine“

Sein 900. Jubiläumsgedicht „ÜBERKRAFT (-HEINE HEFTIG-)“ vom 2.5.1997 als metavirtueller Anti-Poetryclip

„Diese Enge des Vokabulars ließ offensichtlich bestimmte Aspekte der historischen, psychologischen und philosophischen Realität außer acht; da diese Aspekte an sich aber nicht feststanden und eher dem dumpfen Unbehagen im Bewußtsein der Massen oder des Individuums entsprachen als den wirklichen Faktoren des sozialen oder persönlichen Lebens, war man eher von der Trockenheit der Vokabeln, von der unveränderlichen Sauberkeit der Bezeichnungen überrascht als von deren Unzulänglichkeit. (…) Man muß nur feststellen, daß die grundlegende Arbeit an der Sprache synthetischer Natur ist und daß sie im Jahrhundert VOLTAIRES analytisch war: man muß in die Breite und in die Tiefe gehen, man muß Türen öffnen und eine Herde neuer Vorstellungen wohlkontrolliert hereinlassen. Das heißt ganz genau: man muß anti-akademisch sein. Unseligerweise wird unsere Aufgabe dadurch äußerst kompliziert, daß wir in einem Jahrhundert der Propaganda leben. (…) Die Funktion eines Schriftstellers besteht darin, eine Katze eben eine Katze zu nennen. Wenn die Wörter krank sind, dann ist es unsere Aufgabe, sie zu heilen. Statt dessen leben viele von dieser Krankheit. Die moderne Literatur ist vielfach ein Krebs der Wörter. (…) Unsere erste Schriftsteller-Pflicht ist also: die Würde der Sprache wiederherzustellen. Wir denken doch in Wörtern. Wir müßten Gecken sein, wenn wir glaubten, wir versteckten unsagbare Schönheiten, die auszudrücken das Wort nicht würdig sei. Außerdem mißtraue ich allem Nicht-Mitteilbaren, es ist die Quelle jeder Gewalt.“
Jean-Paul Sartre: WAS IST LITERATUR? (1958)

G&GN-INSTITUT NEW COLOGNE @ http://www.GGN.de (DÜSSELDORF 2.5.1997 & BERLIN 13.12.2009) // Kaum hat Herr De Toys das „SUBVIDEOFESTIVAL“ glimpflich überstanden, nachdem es dort zu Handgemenge „wie in alten Zeiten“ kam (der Kurator VISUMAN höchstpersönlich störte die Filmvorführungen derart penetrant, daß er „schlagkräftig“ des Platzes verwiesen werden mußte), da greift er schon wieder nach seiner Nokia6300 und filmt einen metavirtuellen Anti-Poetryclip zu Ehren des größten Szene-Zombies nach Goethe und Schiller: Herrn Heine, der am 13.12.1797 geboren wurde und nie starb… In der englischen Originalbeschreibung des Videos heißt es leicht hysterisch-paranoid:

„OVERPOWER (-HEINE HEAVY-)“ (…) This is NO proper „poetryclip“, just a spontaneous IRONICAL RECITAL trying to perform worst as possible!!! Why? WHY WHY??? WHO NEEDS POETS AT ALL? WE ALL WILL BE FORGOTTEN IN SOME YEARS WHEN THE ALIENS TRY TO HEAL OUR PLANET AS SOON AS HUMANS DIED OUT… In the year of his 200th birth anniversary i dedicated my 900th anniversary poem to HEINRICH HEINE who was born at 13th of December 1797. My poem is published online since 1998 in the archives of the G&GN-INSTITUTE (…) and belongs to a series of several poems that are dedicated to some people whose work i appreciate… The former complete series (meanwhile it is extended!) appears in my poetry-book „ÜBERWELTIGUNG“ (= „OVERWORLDING“, that sounds in german same like „overwhelming“) that was published in winter 1999/2000 in the label „Vapet“ (Bochum). But my publisher WOLFGANG SCHÄFER (who was well-known in the leftradical area for his magazine „MOLLI“ which promoted social-critical „engaged“ poetry) disappeared (!) before the selling even started, so nowadays almost nobody knows my second ISBN-book. But my very first „official“ book titled „JeDaZeitBereit“ (=“at any time ready here“) is still available in the label „Claus Richter Verlag“ of my former Professor PETER RECH (art-therapist at the university of Cologne til 2008). In Berlin you can receive it (as well as other publications in my own „G&GN“ label) in the bookshop „ARTIFICIUM“ in the 2nd court of the famous „Hackesche Höfe“

„Hat Lyrik noch eine Funktion innerhalb der Realität unseres modernen Lebens? Wenn ja, welche? (…) Lyrik lädt uns ein zu der einfachsten und schwierigsten aller Begegnungen, der  Begegnung mit uns selbst. (…) Daher ist die Selbstbegegnung des Lyrikers zugleich einmalig und Modell von Begegnung überhaupt: mit den andern, mit der Wirklichkeit. Unwiederbringlicher Augenblick, Zeit außer der Zeit. Im Gedicht ist er eingefroren, auftaubar. Wirklicher als die Wirklichkeit: ihr jeweils neu und anders realisierbarer Potentialis.“
Hilde Domin: „WOZU LYRIK HEUTE? LYRIK UND GESELLSCHAFT“ (1964)

DAS VIDEO: „Happy Birthday Heinrich Heine (13.12.1797)“
= De Toys, 2.5.1997: „ÜBERKRAFT (-HEINE HEFTIG-)“ HIER:

„ÜERKRAFT“-QUELLE: http://www.wulle.de/GGN/TACHELES/ueberwel3.htm
Die Kunstbuchhandlung mit Spezialregal für Berliner Lyrik: http://www.artificium.com

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