Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
…, der Grenzen nicht mühsam überschreitet, sondern sie gleich ignoriert. Die Grenze zwischen Lyrik und Prosa ohnehin, aber auch die zwischen Fußnoten und Haupttext, Historiographie, Fiktion und Autobiographie. Und auch vor Buchdeckeln macht er nicht Halt: Ob Kuhlbrodt Blogeinträge schreibt, Rezensionen, Reden, Erzählungen, Lyrik: immer… Continue Reading „Jan Kuhlbrodt ist ein Autor“
Zum Beispiel begegnet das lyrische Ich auf einer Hiddenseefähre dem Görlitzer Mystiker Jakob Böhme. Und wie Böhme sucht Sielaff in seinen Texten die Signaturen. Ein solches Vorgehen erfordert Mut, weil es sich dem Diskurs der Gegenwart entgegenstellt. Denn das Gegenwärtige, das sich selbst überhöht,… Continue Reading „Trotz ist auch Trost“
Ein Buch gegen die Wertigkeiten, die den Literaturbetrieb gemeinhin ausmachen: Aber nein, es muss kein Jahrhundertroman sein, heißt es dazu im neuen Buch von Gerhard Jaschke. Es muss noch nicht einmal ein Roman sein. „Kurumba oder Die nicht geschriebenen Sätze“ ist wohltuend unaufgeregt, wenn… Continue Reading „Strähnen – Stränge – Fäden“
pass auf – die ungeduldigen Wörter entwischen dir vorzeitig aus dem Mund Hansjürgen Bulkowski
Genschel setzt auf die große Verweigerung, auf die Abwehr aller gefälligen Literaturrituale, auf Poesie als Störfall. Den einzigen Weg für eine widerständige Poesie sieht sie im Gekritzel, im Durchstreichen der dichterischen Aura, in der Destabilisierung der Textautorität. Ihre Graphomanie setzt dabei auf einen extremen… Continue Reading „Poesie als Störfall“
In den 1950er-Jahren hat sie sich ihren Platz in der ersten Reihe der österreichischen Lyrik erschrieben, in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre geriet sie gegenüber den dominierenden Tendenzen der sprachexperimentellen und der politischen Lyrik ins Abseits und wurde als sprachkonservative Traditionalistin wahrgenommen. Liest man… Continue Reading „Christine Busta“
Roland Links, einer der wichtigsten Verleger der DDR, starb am vergangenen Dienstag im Alter von 84 Jahren. Das teilte der Verlag seines Sohnes, der Berliner Christoph-Links-Verlag, mit. Links wurde am 1.3. 1931 in Kotzman (Kreis Czernowitz) geboren. Seit 1954 war er Lektor im Verlag Volk… Continue Reading „Gestorben“
Ostern ist vorbei, aber klingt das nicht festlich? Lyrik ist erstanden, alles wird gut: Lyrik gilt manchen als schwer zugänglich; im deutschsprachigen Raum wirkte das Genre über Jahrzehnte stagnierend, vegetierend, gar tot. Doch in letzter Zeit scheint das Gedicht ein Comeback zu feiern. Lyrik… Continue Reading „Schon kursieren Geschichten“
Seit sich das Feuilleton mit Straßenrap beschäftigt, Politiker öffentlich mit Rappern kommunizieren und HipHop Einzug in die Mainstreamkultur hält, stellen sich immer mehr und—vor allem—immer größere Fragen zu der Kunst des Rap. Zum Beispiel: Wie qualitativ hochwertig sind die Lyrics der Deutschrapper? Ist Haftbefehl… Continue Reading „Rap analysiert“
Wir haben es nicht mit Vergewisserungskunst zu tun, nicht mit der Fülle an der pseudosouveränen Rechenschaftspoesie der Bob-Dylan-Fan-Generation (männliche, weiße Europäer, geb. 1960-70). Wir sind von der Stimmung her irgendwo nun zwischen Inside Llewyn Davis (2013) und A Serious Man (2009). Die produktive Energie aus den Gedichten von… Continue Reading „Kochs Licht“
Die Puppe ausgeschlachtet. Die Liebe mit künstlichen Augen. Auf Herrchens Knie die laue Schnauze. Felix Philipp Ingold
Paulus Böhmer ist der Dichter der großen Worte und der langen Rede. Im Grunde sind all seine Langgedichte Ausschnitte aus einem einzigen Gedicht, das, wenn es nur möglich wäre, das gesamte Universum vom kleinsten Kleinen bis zur Unendlichkeit umfassen würde. Jedes seiner Gedichte will… Continue Reading „Böhmers Gedicht“
An dieser Stelle zünde ich mir eine Zigarette an und lese ein wenig Monika Rinck, um mich nicht so schmutzig zu fühlen. Zitat aus einem langen Kommentar von Yevgeniy Breyger zu allem was Spaß macht, nee, geht nicht, weh tut – ach lesen Sie selbst (bei… Continue Reading „Sauber“
Ein Wortkommentar Thomas Kling: sapphozuschreibun‘. nachtvorgang ………………………………………….. ab- gesackt, hinab, ist schon der mond und di pleiaden. mitte schon, nacht- rinne stunde. als eine: muß ich schlafn (für Ute Langanky) aus: Thomas Kling: morsch. Gedichte. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1996, S. 67 sapphozuschreibun‘: kling verwendet… Continue Reading „sapphozuschreibun‘“
Als wir den Plan (Dirk Uwe Hansens Idee, ich ließ mich zum Mittun überreden) für die Anthologie faßten, war ich neugierig und zugleich skeptisch. Klar, jeder kennt den Namen Sappho und das Fragment mit Mond und Pleiaden. Aber reicht das für produktiven dichterischen Umgang?… Continue Reading „Arbeitsbericht“
Neueste Kommentare