Neurosmog – Tucholsky reloaded

NEUROSMOG – TUCHOLSKY RELOADED

Institut für Ganz & GarNix, Düsseldorf, den 5.5.2015 / Wenn es nach Tom de Toys ginge, wäre der fünfte Mai der Welttag des Lochismus, weil er an jenem Datum im Jahre 1989 seine eigene Loch-Erfahrung machte, die nicht nur seine Lebensphilosophie begründet, sondern auch zur Entwicklung seiner Poetologie der antimetaphorischen sogenannten „Direkten Dichtung“ führte (siehe dazu das programmatische Auftaktgedicht „KONTAKT“ unter www.gegenwartslyrik.de), die schließlich 2001 in die Quantenlyrik mündete. Heute, also am 26.Welttag des Lochismus, schrieb Monsieur De Toys eine Art Jubiläumsessay, der an die soziologische Bedeutung der Löcher von Kurt Tucholsky erinnert: „NEUROSMOG? DER ALLTAG ALS TAG IM ALL!“ Ein Zitat daraus:(…) C.G.Jung nannte es das Pleroma (die Eigenschaftslosigkeit des Abraxas). Es erinnert in mancher Hinsicht ans Tao, aber es duldet keinen Ismus. Ans Loch kann man nicht glauben. Lochisten sind automatisch Neurodadaisten, denn aus einem Loch lässt sich keine Religion hervorzaubern. Das Loch ist die randlose Leere. Hier wohnt kein Ich. Aber wer im Loch ankommt, wohnt erst wirklich in der Welt. Denn das Loch ist ein Schlupfloch ins Ganze: es verbindet beide Seiten, das konkret Weltliche und das abstrakt Weltlose, und es verschmilzt beide Seiten zu einem einzigartigen seitenfreien Existenzgefühl, das weder Identität noch Ichlosigkeit benötigt, sondern so ist, wie es ist, nämlich DA. Durch das Loch hindurch in das ganze Dasein zu schauen, bedeutet, auf kein Objekt mehr fixiert zu sein. Weder auf ein materielles noch auf ein metaphysisches. Das Bewußtsein befreit sich vom allgegenwärtigen Objektivierungszwang. Es ruht in sich selbst, ohne sich mit etwas zu identifizieren. Das Lochbewußtsein ist sich lediglich des unendlichen Lochs in Bewußtsein bewußt. (…) Fragen stellen nur Lochlose, während die Lochisten staunen. Es gibt keine Lichtquelle, das Ganze leuchtet aus sich selbst heraus. Dieses Leuchten ist farblos. Es ist nur das Sein des Seienden. Das erstaunliche „Da!“ des Daseins. Das große Das. Philosophen und Wissenschaftler hatten schon immer ein Problem mit dem Ganzen. Nur Mystiker trauen sich, alles von innen zu fühlen. Denn nach innen gelangt man nur über das Loslassen. Dann stellt man fest, daß man schon immer ganz innen war. Irgendwie hatte das Ich aber vergessen, daß es sich selber von innen erkennen kann. Weil sich die Wörter von innen auflösen. (…)
Der ganze Essay hier: www.neurosmog.de

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