Schlagwort: Thorsten Schulte

Aussehen wie Gedichte

Dirk von Petersdorff ist ein Germanistikprofessor, der »schön« mit »Föhn« reimt. In seinem neuen Gedichtband »Sirenenpop« (C.H. Beck, 2014) liegt ein Beispiel für naives Reimen unter mechanischer Beobachtung von Hebungen und Senkungen vor. * Die früheren Bücher des Trägers des Kleist-Preises, wie etwa »Wie… Continue Reading „Aussehen wie Gedichte“

81. Nicht für empfindliche Seelen

Am Ende fragt sich der Leser, ob und wo Trost zu finden ist. Wir, die wir „auf die welt gespuckt“ worden sind, werden kritisiert und beschimpft als fette Allesfresser, als Umweltzerstörer und als triebgesteuerte Sexsüchtige. Deswegen sind diese Gedichte nichts für empfindliche Seelen. Sie… Continue Reading „81. Nicht für empfindliche Seelen“

49. Zugang

„Licht überall“ vereint Gedichte der letzten zehn Jahre von Cees Nooteboom zwischen zwei Buchdeckeln. Sein Arsenal der Worte lässt sich kaum mit wenigen Worten würdigen. Welcher Zugang zu den Versen auch gewählt wird, es eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven. Der „Zugang zu jener… Continue Reading „49. Zugang“

76. Seltsame Sucht, sich aufzurichten

Mitgerissen in einem assoziativen Strom von Berührungen, Düften und stillen Augenblicken staunt der Leser über den Bauchladen voller Merkwürdigkeiten, den die Autorin Anne Dorn ihm anpreist. Sie hat viel zu erzählen. „Und aus solchem Reichtum, / den ich mit mir herumschleppe, / erwächst mir… Continue Reading „76. Seltsame Sucht, sich aufzurichten“

69. Einfach laut lachen zu dürfen

Die Verse von Ulla Hahn sind leicht zugänglich. Während sich viele junge Poeten der Gegenwart in blumiger Wortgewalt üben und nicht selten sich und den Leser schwindlig schreiben, bleiben Ulla Hahns Gedichte nüchtern. Das „anständige Sonett“, das seit seiner Erstveröffentlichung 1981 längst den Weg… Continue Reading „69. Einfach laut lachen zu dürfen“

7. Im Beiläufigen finden

Mit dem Gedichtband „Herzschlag“ wurden 2008 seine Liebesgedichte von 1958 bis 2007 vereint und chronologisch abgedruckt. Er lädt zum Verweilen im Augenblick ein, „damit die Zeit / eine Pause hat“: Die ersten Strahlen der Sonne an einem reglosen Tagesbeginn, wenn sich die Sommersonne einem… Continue Reading „7. Im Beiläufigen finden“

6. Lyriker der Stille

„Walter Helmut Fritz gilt als Lyriker der Stille“, schreibt Thorsten Schulte bei literaturkritik.de. Womit wir wieder bei Eva Strittmatter wären. „Ich mach ein Lied aus Stille“ hieß ihr erster Gedichtband von 1973. Im Jahr darauf erschien ein Gedichtband von Adolf Endler, „der erste gute“ wohl,… Continue Reading „6. Lyriker der Stille“