Schlagwort: Lyrik

Meine gewissen Rezepte

Lehrt eure Kinder das Füchsinneneinmaleins
Dreht die Blätter im Garten auf ihre Silberseite
Beredet euch mit dem Kauz

Ihr seid immer bei mir

Ihr seid immer
bei mir,
es gibt nie
einen Ort

für sich.

Wo sind wir her Wo gehn wir hin

Wo sind wir her
Wo gehn wir hin
Vom Mutterkuchenfressen
bis zum Fraß der Würmer
Die Spur dazwischen spült der Regen

Omar Chayyam

Erst hat er gegen meinen Willen mich gemacht.
Das hat dem Leben außer meinem Staunen nichts gebracht.
Nur ungern scheide ich und frage mich: Wozu
hat er mir Ankunft, Dasein, Abschied zugedacht?

Henryk Bereska (1926-2005)

Gelbe Fische schwimmen zwischen Seetang,
Austern und Korallen;
über dem Rohrspalt steigt Gott Poseidon
mit dem Dreizack auf, vom Lift der
Warmluft aus dem Meer gehievt

Osterfreude, Osterwasser, Osterkuss und Ostergedicht

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
Endlich reimt,
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.

Für Tadek Różewicz

115 Wörter, 1 Minute Lesezeit. LnPoe-Messelese #04 · Manfred Peter Hein Eine aktuelle Kolumne mit neuen Texten, Fundstücken und Wiederentdeckungen rund um die Leipziger Buchmesse. Am 10. Mai 2025 starb der Dichter Manfred Peter Hein in Espoo bei Helsinki. Sein Gedichtband „Spiegelungen Orte“ enthielt… Continue Reading „Für Tadek Różewicz“