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Veröffentlicht am 13. September 2026 von lyrikzeitung
152 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Zerhau das Wort, die Form, den Ton. Begriff! Ob allen Trümmern wogend, Ätherschiff. Stürz nieder in die Schlucht! Zerbrich den Bau. Schlepp Brocken an, kristallisch und genau. Zerspreng den Unsinn! Hau den Knoten durch! Aus Fetzen bilde trunken Menschen-Burg! Bedenke nicht das Was und nicht das Wie. Der Kosmos weiß nicht seine Harmonie. O Menschgewimmel, Fetzen Fleisch und Blut, Schutt-Stadt und Pflanz-Gerüst und Lava-Glut! O Tier-Maschine! Seele breiter Fluß! Aus Blitzen alle Nahrung kommen muß. Pan-Teufel-Gott und Dämon-Engel-Tod. In tieferen Fernen rauschest du, Idiot! Aus Erde, Wasser, Luft und Feuer spie dich Menschen übermenschlich Symphonie. Ja –: Flamme, Geist und Mord und ewiges Licht, entsteht dein Bild, dein Lied, dein Bau, – Gedicht!
Aus: Walter Rheiner, Ich bin ein Mensch – ich fürchte mich. Vergessene Verse und Prosaversuche. Herausgegeben von Thomas Rietzschel. BrennGlas Verlag Assenheim, 1986 (Bücherei ›Der Rüsselspringer‹ Heft 13), S. 50f

Grabstein für Walter Rheiner auf dem Luisenkirchhof III, Berlin-Westend
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Berlin-Westend, BrennGlas Verlag, Expressionismus, expressionistische Lyrik, Form, Grab Walter Rheiner, Großstadt, Ich bin ein Mensch – ich fürchte mich, Kosmos, Luisenkirchhof III, Mensch, Menschengewimmel, Neubau, Poetik, poetisches Programm, Schutt-Stadt, Sprache, Sprachzertrümmerung, Symphonie, Thomas Rietzschel, Tier-Maschine, Walter Rheiner, Zerstörung
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