Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Schnee am Fluß Liú Zhōng-Yúan (773-819) Die Vögel fliegen nicht mehr in den Bergen. Auf den Wegen gehen keine Menschen. In einem Boot sitzt einsam ein Alter im Strohmantel. Im kalten Schnee des Flusses angelt er allein. ––––––––––––––––– Interpretiert: Kleine Landschaftsbeschreibung. Aus: Ausgewählte Tang-Gedichte.… Continue Reading „Landschaftsbeschreibung“
Yan Jun Aus: GEGEN ALLE ORGANISIERTEN LÜGEN gestern nacht träumte ich von sojasoße. gestern nacht begann ich zu wachsen. gestern nacht ging die wüste weit fort, wie ein seufzen. ich habe die wolken gehört, unterm dachstuhl, während der letzte von den jungen, die weggehen… Continue Reading „Gegen alle organisierten Lügen“
Jehuda Amichai (hebräisch יהודה עמיחי) (* 3. Mai 1924 in Würzburg; † 22. September 2000 in Jerusalem) Knospen Ich stieg auf das Dach des weißen Hauses Um zu sehen, was war Und mich zu erinnern an die, die hier starben. Zwischen den Eukalyptusbäumen und… Continue Reading „Knospen“
Der Spiegel Tschö Tschi Won (857-915) Die Fuchsfee kann sich verwandeln in ein wunderschönes Weib, und mancher üble Geist erscheint in einem Gelehrtenleib. Das sind zwar keine Menschen, doch gleichen sie ihnen genau, der böse Geist im Gelehrtenleib und die Fuchsfee als schöne Frau.… Continue Reading „Der Spiegel“
Laxmi Prasad Devkota Der nepalesische Dichter starb heute vor 60 Jahren auf den Treppenstufen (ghat) am Bagmatifluß im Pashupatinath-Tempel in Kathmandu. Laxmi Prasad Devkota (Nepali: लक्ष्मीप्रसाद देवकोटा, 12 November 1909 – 14 September 1959) was a Nepali poet, playwright, and novelist. Honored with the title of Mahakavi (literal translation: The… Continue Reading „Der Verrückte“
Martin Winter Nach Wang Wei (701-761) Aus: Martin Winter: Der Mond muss perfekt sein. She has to be perfect. Mit 27 Übersetzungen von Yi Sha. Wien: fabrik.transit, 20 Martin Winters Version „nach Wang Wei“ hat genau so viel Silben wie das Original, sechs mal… Continue Reading „Abschied“
Lamia Abbas Imara (* 1927 in Bagdad) Die entlegenen Wünsche Ich liebe dich, du weißt es, und ich weiß es auch, wir träumen von entlegenen Wünschen. Ich weiß es, du weißt nicht, daß du rasch endest, mit dem Ende dieses Gedichts. Aus: Al-Maaly, Khalid… Continue Reading „Du weißt nicht“
Abdulwahab Al-Bayyati (arabisch عبد الوهاب البياتي ; geboren 19. Dezember 1926 in Bagdad; gestorben 3. August 1999 in Damaskus) Aus: Die Autobiographie eines Feuerdiebs Die kahlköpfige Sprache setzte sich Stilistik und Rhetorik als Perücke auf in königlichen Gemächern, im Zeitalter des Weltraums, der Sternenschiffe… Continue Reading „Autobiographie eines Feuerdiebs“
Tuvia Rübner (hebr. טוביה ריבנר, geboren als Kurt Tobias Rübner am 30. Januar 1924 in Bratislava, Tschechoslowakei; gestorben am 29. Juli 2019 im Kibbuz Merchawia bei Afula) Gelber Regen Gelber Regen der Pekannussbäume. Zwei Katzen lungern auf einem Blechdach, eine rotbraun, eine grau. Die… Continue Reading „Tuvia Rübner 1924-2019“
Das heutige Gedicht ist keins, zumindest hat es keinen Verfassernamen. Es steht in einem Lesebuch für Chinesischlernende: Erste chinesische Lesestücke. Ausgewählt und übersetzt von Susanne Hornfeck und Nelly Ma. München: DTV, 2009. 2. Aufl., 2011, S. 53. Nun, es heißt Lied, es ist gereimt… Continue Reading „Verkehrte Welt“
Ein frühes Beispiel aus der japanischen Lyrik. Prinz Ariwara no Narihira (825-880) war einer der sechs „göttlichen Dichter“ oder auch „Dichterweisen“ des 9. Jahrhunderts. An die Austernfischer Ihr Hauptstadtvögel, Seid wert Ihr Eures Namens, Wohlan, so laßt mich Eins fragen: Die Ersehnte,… Continue Reading „Poesie der Tiernamen“
Zum Geburtstag des Dichters Issa zwei Haiku über dasselbe Tier Der Regenschauer – Ob er wohl glücklich machte Die Weinbergschnecke? Aus: Haiku. Japanische Dreizeiler. Neue Folge Ausgewählt und aus dem Urtext übersetzt von Jan Ulenbrook. Stuttgart: Reclam, 1998, S. 59 Zum Abendmondschein Ach, schreien… Continue Reading „Weinbergschnecke“
Basho Mondnacht Hito koe wa – Tsuki ga naita ka? Hototogisu! Annähernd wörtliche Übersetzung: Horch, ein Rufen – Ruft nicht der Mond? Nein, nur der Kuckuck! Aus: Frühling Schwerter Frauen. Umdichtungen japanischer Lyrik mit einer Einführung in Geist und Geschichte der japanischen Literatur von… Continue Reading „Nur der Kuckuck“
Matsuo Bashō (jap. 松尾 芭蕉, Matsuo Bashō; * 1644 in Akasaka, Provinz Iga, heute: Akasaka, Ueno, Iga, Präfektur Mie; † 28. November 1694 in Osaka) Sein letzter Vers: Der Weg zählt meinen Schritt nicht mehr. Auf dürrer Heide Irrt mein Traum. Aus: Werner Helwig:… Continue Reading „Bashos letzter Vers“
Omar Khayyam (Ghiyath al-Din Abu l-Fath Omar ibn Ibrahim Jayyam Nishapurí, pers.: غیاث الدین ابو الفتح عمر بن ابراهیم خیام نیشاپوری ) auch Chayyām, Chajjam, Jayam, al-Jayyamu Omar ibn al-Jayyam, DMG ʿOmar-e Ḫayyām oder ʿUmar-i Ḫayyām; arabisch عمر الخيام, DMG ʿUmar al-Ḫayyām, * 18. Mai 1048 in… Continue Reading „Man sagt Wein sei verboten“
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