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(auch Bo Juyi, Po Chü-i; Chinesisch:白居易, Mandarin pinyin Bái Jūyì; 772–846)
Nicht mehr begierig wie mit dreißig oder vierzig, noch nicht gebrechlich wie mit siebzig oder achtzig. Gar nicht so schlecht fügt sich's mit fünfzig oder sechzig, wenn man entspannt ist und mit sich im Reinen: vorbei die Jagd nach Ruhm und Geld; die Altersschwäche noch in weiter Ferne. Stets gut bei Kräften erkund' ich die Natur, genieße die Musik und hebe zwanglos manchen Becher. Im Rausch entsinn' ich mich der Poesie, murmle die alten Verse leise vor mich hin. Freunde, ich sage Euch: Die Sechziger sind gar nicht zu verachten.
Bo Juyi schickte dieses Gedicht im Jahre 831 an seine gleichaltrigen Freunde Cui Qun (772-832) und Liu Yuxi (772-842). Deren Namen sind ursprünglich auch im gekürzten Titel erwähnt, der auf ein Zitat von Konfuzius im Lunyu (2.4) zurückgreift, demzufolge er mit sechzig Jahren im Einklang mit dem Lauf der Dinge lebte.
Aus: Bo Juyi, Flüchtig wie ein Frühlingstraum. Gedichte. Chinesisch | Deutsch. Ausgewählt, übersetzt und herausgegeben von Thomas O. Höllmann. Ditzingen: Reclam, 2026, S. 83

Autor: Bai Juyi
Chinesisch: 白居易
Weitere Namensformen: Bo Juyi, Po Chü-i
Pinyin: Bái Jūyì
Lebensdaten: 772–846
Titel: Im Einklang mit dem Lauf der Dinge
Entstehungsjahr: 831
Adressaten: Cui Qun und Liu Yuxi
Originalsprache: Chinesisch
Übersetzer: Thomas O. Höllmann
Epoche: Tang-Dynastie
Gattung: Gedicht, Alterslyrik, Freundschaftsgedicht
Themen: Alter, Gelassenheit, Freundschaft, Natur, Musik, Wein, Poesie, Ruhm, Geld
Intertext: Konfuzius, Lunyu 2.4
Quelle: Bai Juyi: Flüchtig wie ein Frühlingstraum. Gedichte. Chinesisch | Deutsch. Ausgewählt, übersetzt und herausgegeben von Thomas O. Höllmann. Ditzingen: Reclam, 2026, S. 83.
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