Schlagwort: Peter Hacks

31. Schlechte Gedichte

Ihre „Gedichte“, erstmals 1873 erschienen, lagen 1903 bereits in der achten Auflage vor. Sie waren jeweils nach Erscheinen schnell vergriffen. Denn Friederikes Bruder David, Gutsbesitzer und Autor einiger Novellen, kaufte die gesamte Auflage auf und ließ sie einstampfen. An diesem seinem ästhetischen Schamgefühl ging…

91. „Hacks ist wieder da“

Hacks ist wieder da. Oder war er vielleicht nie weg? Immerhin findet man ja seine Gedichte bis heute in den Lesebüchern, immerhin ist sein Theaterstück „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ aus dem Jahre 1976 eines der meistgespielten deutschen…

95. Urheberrecht

„Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen wir Beiträge in diesem Bereich nur noch sieben Tage lang anbieten.“ Diese Notiz findet sich seit kurzem auf der Website des DLF-Lyrikkalender. Das hört sich an wie Lüge / Und ist es auch (Jandl). Sowenig wie Gesundheitsgründe für den Rücktritt Erich…

66. Meine Anthologie 56: Peter Hacks, Rote Sommer

ROTE SOMMER Derweil der große Haufen sich, in überengen Behältern drangvoll duldend wie auf Viehtransporten, Aus Deutschlands nördlich milden Breiten oder Längen Hinquält zu seinen grauenhaften Urlaubsorten, Begeben Preußens dünkelhafte Kommunisten, Gewohnt, in völliger Absonderung zu glänzen, In Linnen leichtgewandet, duftenden Batisten, Nach ihren…

92. Hacks-Kult

An geistesaristokratischer Arroganz war dieser Dichter kaum zu überbieten. Als seine politische Wahlheimat, die DDR, kollabierte, verbreitete er die Mär von einer geheimdienstlichen Verschwörung wider die sozialistische Vernunft. Der Dramatiker und Lyriker Peter Hacks (1928–2003) war sicherlich der unberechenbarste Schriftsteller der Deutschen Demokratischen Republik,…

62. Der junge Hacks

Jetzt läßt sich folgendes über die Edition der frühen Werke sagen: Wir werden einen sehr dicken Gedichtband kriegen, sind derzeit bei mehr als 400 Gedichten, und es werden noch mehr – etwa durch die, die in Briefe eingestreut sind. Wir haben es weiterhin mit…

53. Meine Anthologie 53: Carl Michael Bellman, Epistel 82

Epistel Nr. 82 oder unerwarteter Abschied von ULLA WINBLAD, mitgeteilt auf einem sommerlichen Frühstück im Grünen Liebste, an dieser Quelle ist unser Frühstück gleich zur Stelle. Rotwein mit Pimpinelle und Schnepfen sind der erste Gang … ULLA, komm, laß uns trinken! In unserm Korb…

23. Verzeichnis von Hacks-Vertonungen

Zunächst stellt Kai Köhler in seiner Rezension zu Anette Loses Verzeichnis Hacks und seine Rezeption vor und bemerkt unter anderem: Die Literaturwissenschaft hat nicht nur aufgrund von Datierungsproblemen die Beschäftigung mit diesem Korpus meist gescheut: Die Selbstverständlichkeit, mit der sich Hacks tradierter Formen bediente…

107. Molière der DDR?

Der kommunistische Schriftsteller Peter Hacks hat seine geniale Lyrik, seine anregend skurrilen Essays und seine leider sterbenslangweiligen Dramen zeitlebens unter dem Einfluss eines narzisstischen Phantasmas geschrieben: Er war heimgesucht von der Vorstellung, der Molière oder Goethe des ersten sozialistischen Staates zu sein. Diese phantasmatische…

150. Denken in Oppositionen

Einen großen, fast übergroßen Bogen schlägt Hans-Dieter Schütt, ND 28.11. – vielleicht ja nur, weil er zuviel wegläßt zwischen Superlativen: „Meisterstücke“, „elegantest“, „Genauigkeit und Stimmigkeit“ („verblüffend souverän“ ist da schon fast eine Einschränkung) und, nun ja, schlichtweg „Heiner Müller“. Als sei es ganz selbstverständlich,…

111. Lyrik, Pseudo-Lyrik

Die Zeiten für Lyrik sind schlecht. Nicht allein, dass höchstens „Verschenkbücher“ mit indiskutablen Sentimentalitäten auf erwähnenswerte Auflagen hoffen dürfen – auch den professionell mit Literatur Befassten, seien sie Kritiker oder Wissenschaftler, fällt es meist schwer, die Qualität eines Gedichts nicht nur zu fühlen, sondern…

98. Klaus Wagenbach über DDR-Literatur

Die 50er Jahre waren voller Hoffnung, selbst für einen Dichter wie Reiner Kunze, und man vergisst immer, dass eine Reihe von Autoren vom Westen nach dem Osten gewechselt sind – Stephan Hermlin, Wolf Biermann, Peter Hacks, Adolf Endler, um nur einige zu nennen. Ihre…

4. Mist & Güte

99 Prozent dessen, was man in der DDR halt Kunst nannte, taugt natürlich nichts. Das ist immer so und ist nirgends anders. Aber die DDR hatte so eine Weise, in diesen 99 Prozent ganz besonderen Mist zu bieten, denn es kam dort zum künstlerischen…

62. Wiepersdorf

Marcus Roloff ist zurzeit Stipendiat auf Schloss Wiepersdorf. Frank Meyer sprach mit ihm für Deutschlandradio Kultur: Meyer: Dann muss es ja noch eine andere Vergangenheitsschicht geben, stelle ich mir jedenfalls vor. Es wurde schon ganz kurz nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 entschieden, Schloss Wiepersdorf zu…

Klassiker des 20. Jahrhunderts – ein deutscher Kanon

Von Bertram Reinecke (Leipzig) „Deutschsprachige Lyriker des 20. Jahrhunderts“, ein gewichtiges Hardcover von fast 800 Seiten, verspricht „die Geschichte der Lyrik im letzten Jahrhundert“ nachzuzeichnen und zwar in „von international renommierten Literaturwissenschaftlern geschriebenen Portraits“. Das Buch eigne sich auch als Nachschlagewerk, verspricht der Klappentext….