Schlagwort: Wiglaf Droste

Wochendigest 4

Poetry on the road Der 1978 auf Jamaika geborene und in England lebende Kei Miller kartografiert in seiner fein durchrhythmisierten Lyrik die Karibikinsel, die vielen als Paradies gelte, was jedoch „Bullshit“ sei. Mit warmem Timbre und brillanter Modulation unterstreicht er, wie die der mündliche…

Lustige Reimlyrik mit unbetroffener Tiefe

Eine als Besprechung getarnte Eloge auf einen biedermeierlich gesehenen Gernhardt- und Hacksschüler mit vielen Zitaten und einem Ausblick auf die Lyrikszene: Auch Freunden schwermütigerer Reimlos-Lyrik mit Betroffenheitsgarantie, die in diesem Leben vielleicht nicht mehr zu Droste bekehrt werden, sei im Übrigen zu diesem Buch…

„Wort ist Ihr Hobby“

11.10.2015: Lohro Literatursendung: „Wort ist Ihr Hobby“ Diesmal zum Thema moderne Lyrik. Der Lyriker, Verleger und Essayist  Bertram Reine[c]ke – geboren in Güstrow – war unser Livegast. Wir klären unter anderem, was ein gutes Gedicht sei und wie ihr ein solches schreiben müsst, um…

61. Gedicht zeigen

Jahre später, im Frühjahr 2013, sah ich Plakate von »Gesicht zeigen«, die mich seltsam berührten. Unter einer Fotografie des Gesichts von Ulrich Wickert war zu lesen: »Ich bin Jude, wenn du was gegen Juden hast.« Und der Regierende Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, einer der…

25. Schon wieder

Die Wellen schlagen wieder einmal hoch. Soviel Bekennermut. Was gesagt werden muß. Was man noch sagen dürfen muß. (Daran erkennt man sie ja, sie brauchen eine Erlaubnis.) Und dann lacht er uns noch aus. Da, schon wieder! Abwechselnd bei Springer, typisch! und den Linksradikalen:…

106. TV und Tod

Alles Notwendige zum Themawochenthema Tod im oder auch erst durch Fernsehn hat der Dichter Peter Hacks in seinem Couplet »Hingang« gesagt: »Er sah noch eine halbe Nacht lang fern, / Jeden Kanal, und starb dann äußerst gern.« / Wiglaf  Droste, Junge Welt

93. Grass-Gedicht erregt Gemüter

Es heißt „Ein Wunder“ und geht so: „Soeben noch schlaff und abgenutzt / Nach soviel Jahren Gebrauch, / Steht Er / – Was Wunder! / Er steht -, / Will von dir, mir und dir bestaunt sein, / Verlästert und nützlich zugleich.“ Das Publikum ist…

75. Platz für Lyrik

Ob es zu Goethes Zeiten schon so war, ich weiß nicht. Christian Felix Weiße, Steuereinnehmer und Lyriker,  war ein Star mittleren Alters, den der Student eher verachtete, obwohl er selber so unendlich besser noch nicht war. Er hat ja auch das meiste verbrannt –…

42. Unmögliches Trio

Auf dem Papier ist es eine Kombination, die auf keinen Fall funktionieren kann. Hier Ernst-Ludwig Petrowsky aus Güstrow, einer der Urväter des Jazz in der DDR. Daneben Uschi Brüning aus Leipzig, die dem legendären Günther-Fischer-Quintett an der Seite von Manfred Krug ihren Stempel aufdrückte….

107. Das Ungeahnte

Im Freitag bespricht Thomas Wagner das Zeit-Projekt politische Lyrik und kritisiert es zu Recht: Nun wäre nichts dagegen einzuwenden, wenn eine auflagenstarke Zeitung ein weithin wahrnehmbares Forum für politische Lyrik schüfe, so wie man es begrüßen konnte, als der Deutschlandfunk sein „Gedicht des Tages“ einführte….

91. Aufregende Tragik des Lebens

In der Weltwoche #47 eine Würdigung des grossen Dichters und Malers Joachim Ringelnatz zum 75. Todestag von Wiglaf Droste: Als Vierzehnjähriger las ich erstmals eine Auswahl seiner Gedichte, war gleich hingerissen und lernte im Laufe der nächsten Jahre nicht wenige von ihnen auswendig –…

30. G&B

… die Verse »Die schärfsten Kritiker der Elche?/ waren früher selber welche« stammen von F.W. Bernstein, Dichter und Zeichner wie Robert Gernhardt. Der Irrtum ist indes weit verbreitet. Else Buschheuer berichtete im Mai 2006, wie sie in einer Sendung mit Marcel Reich-Ranicki über den…

Bernstein entdeppt

Kein Droste(Wiglaf) ohne Bier(mann), bitte sehr: Wo [F.W.] Bernstein hindichtet, da wächst kein Kitsch mehr, kein Schwurbel, keine Angeberei, kein Bier- und kein Eppelmann. Wer es beklagt, dass diese Welt viel Dummheit mit sich schleppt / Der lese Bernstein – und wird kompetent entdeppt….

Haiku in Wien?

Das nimmt Berlin nicht kampflos hin: Erst vor ein paar Wochen fiel mir Uli Beckers Asphalthaikusammlung „Fallende Groschen“ in die Hände, ein Bändchen, das schon 1993 bei Maro erschien, in der von Armin Abmeier herausgegebenen Reihe „Die tollen Bücher“, prachtvoll illustriert von Henning Wagenbreth….

Mut zur Blamage

Die meist freien, gelegentlich gereimten Verse lesen sich flott weg; der Ton ist süffig, schelmisch, genießerisch und selbstsicher. Im Mittelteil werden, knapp und mürrisch-lüstern, die Kopulationen eines vertrauten Paars beschworen. Das mag auf den ersten Blick ein bisschen beherzt wirken – wenn etwa das…