Kategorie: Deutsch

22. «Etwas mit der Sprache machen»

«Ich werde etwas mit der Sprache machen» heißt ein Gedicht von Nora Gomringer. Das ist schamlos untertrieben, wie sich bei der Parklesung vor idyllischer Kulisse herausstellt. Im Prinzip erfindet die sympathische junge Frau mit den Locken das Medium Sprache ganz einfach neu. Ihre Mittel… Continue Reading „22. «Etwas mit der Sprache machen»“

21. Lyrische Notate

Er verstehe seine Gedichte als «Gegenwehr wider die Übermacht jenes Seienden, das wir Realität nennen», schreibt Friedrich Dieckmann im Nachwort zu seinen «Meldungen vom Tage». Diese «lyrischen Notate» sind zwischen 1975 und 2008 entstanden und verzeichnen journalhaft die Befindlichkeit innerhalb einer schleichend zerfallenden DDR,… Continue Reading „21. Lyrische Notate“

20. Russisch-deutscher Almanach

Erschienen sind die Bände 2007 und 2008 des russisch-deutschen Almanachs „Dominante“ mit Lyrik und Prosa von Elke Erb, Elena Kazuba, Alla Kigel, Irena Lein, Rut Kohn, Oxana Medwid, Maja Plissetskaja, Katrin de Vries, Alexander Andreew, Boris Chasanov, Hans M. Enzensberger, Eitan Finkelstein, Vladimir Genin,… Continue Reading „20. Russisch-deutscher Almanach“

19. Erinnerung

Als meiner Dissertation über DDR-Lyrik vom Wissenschaftlichen Rat aus ideologischen Gründen („bürgerlicher Objektivismus“ etc.) die Annahme verweigert wurde, sagte ein Kollege, um Erklärung bemüht: Du zitierst zu oft Adolf Endler. Ja, und wie denn nicht? Er war der beste Kenner dieser Literatur. Mein Doktorvater… Continue Reading „19. Erinnerung“

18. Zum Tod von Adolf Endler

Seine Sudelblätter „Tarzan vom Prenzlauer Berg“ waren sein erfolgreichstes Werk; die Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1981 bis 1983 vergnügten die Leser und machten ihn nach der Wende einem breiteren Publikum bekannt; „Nebbich. Eine deutsche Karriere“ hieß sein jüngster Band mit autobiographischen Texten und Prosafragmenten,… Continue Reading „18. Zum Tod von Adolf Endler“

17. open mike: Die Jury steht fest

Die Jury für den 17. open mike ist benannt: Die Autoren Ursula Krechel, Kathrin Röggla und Jens Sparschuh werden in diesem Jahr die besten deutschsprachigen Nachwuchsautoren küren. Die Preise sind mit insgesamt 7.500 EUR dotiert, wobei ein Preis für Lyrik vergeben wird. In diesem… Continue Reading „17. open mike: Die Jury steht fest“

16. Anna Blume und neue Poesie

Er hat den Marktplatz eher gescheut: Carlfriedrich Claus, Annabergs berühmtester Bürger – nach den weitaus populäreren Adam Ries und Barbara Uthmann. Dies mag auch ein Anlass für den mutigen Versuch eines ersten Literatur- und Kunstfestivals namens Anna Blume zu Ehren des Ehrenbürgers der Bergstadt… Continue Reading „16. Anna Blume und neue Poesie“

15. „Entschlossenheit zur Kunst“

„Der Hecht, die Träume und das Portuguiesische Café“ ist das Manifest einer Entschlossenheit zur Kunst, die sich der Verwandschaft mit der Frühromantik, also etwa Wilhelm Heinrich Wackenroders „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ nicht schämt, wobei hier ein kleines Ensemble von Menschen in einer Stadt an… Continue Reading „15. „Entschlossenheit zur Kunst““

12. SLASH ‚N‘ SMiLE

Tom de Toys, 30.7.2009 (8-11 Uhr), inspiriert durch http://www.Lyrikzeitung.de SLASH ‚N‘ SMiLE (iNTRAWEHNÖSE VERCLiCKERUNGSMAßNAHME) iCH VERGÖTTERE DAS KLEiNE i GENAUSO WiE DAS SCHARFE ß ALS GROßBUCHSTABE JA DOCH RiESENGROß WiE DAS SAGBARE UND TRAGBARE T DAS ALLEN MENSCHEN ZUR VERFÜGUNG STEHT UM POESiE ZU… Continue Reading „12. SLASH ‚N‘ SMiLE“

9. Fadenwürde

»Pop«iges von Sternmut, das wäre auch mal was – aber nein, Schluss gleich zu Beginn mit versuchten Wortspielereien, die wird der Autor (Jg. 1958) substanzieller liefern. Ungewöhnlich ist, dass zum Titel ein Titelgedicht gleich zum Einstieg präsentiert wird. Aber hoffe niemand auf eine sofort… Continue Reading „9. Fadenwürde“

8. Berührende Poeme in pathetischer Saxofonsoße

… schreibt Julian Hofer, Die Welt 30.7.: Hätte er doch einfach geschwiegen. Hätte die (vertonten) Gedichte der Selma Meerbaum-Eisinger beim Konzert des Schleswig-Holstein Musik Festivals in der Musikhalle für sich stehen lassen: Jene berührenden, ja ergreifenden Poeme, die das jüdische Mädchen ihrer ersten großen… Continue Reading „8. Berührende Poeme in pathetischer Saxofonsoße“

7. Peter Horst Neumann gestorben

Über die Komposita und Schlüsselworte bei Paul Celan wie über den „Unsinn“ bei Günter Eich hat Peter Horst Neumann Bleibendes geschrieben. Seine eigenen Gedichte (beispielsweise „Pfingsten in Babylon“ 1996), waren aber bewusst nicht nur in ihrer Epoche angesiedelt. Zum Echoraum auch seiner Gedichte gehörten… Continue Reading „7. Peter Horst Neumann gestorben“

6. Alpenwüste

Arthur Rimbaud erlebt im November 1878 den verschneiten Gotthard im Nebel. In einem Brief, einem unvergleichlichen Stück Alpenprosa, schildert er, wie da kein Schatten mehr sei, obwohl man sich mitten unter ungeheuren Dingen befinde: «. . . keine Strasse mehr, kein Abgrund, keine Schlucht,… Continue Reading „6. Alpenwüste“

4. Mist & Güte

99 Prozent dessen, was man in der DDR halt Kunst nannte, taugt natürlich nichts. Das ist immer so und ist nirgends anders. Aber die DDR hatte so eine Weise, in diesen 99 Prozent ganz besonderen Mist zu bieten, denn es kam dort zum künstlerischen… Continue Reading „4. Mist & Güte“

3. Einundalles

André Müller im Gespräch mit Günter Grass, FR 31.7. In Ihrem jüngsten Gedichtband „Letzte Tänze“ feiern Sie Ihre sexuelle Potenz. Ein Gedicht trägt den Titel „Heftige Stöße“. In einem anderen heißt es: „Komm, lieg bei mir, solang mein Einundalles steht …“ Darin drückt sich… Continue Reading „3. Einundalles“