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Veröffentlicht am 25. September 2009 von lyrikzeitung
„Wir erleben ein Massaker in diesem Land der Utopien. Der Regierungschef braucht sich nur zu erkälten, und schon müssen die Massen mit ihm niesen.“
So beginnt das Gedicht, in dem der chinesische Dichter Liao Yiwu im Juni 1989 seinem Entsetzen über das Blutbad auf dem Platz des Himmlischen Friedens Luft machte. Mit bebender Stimme trug er es seinen Freunden vor, die es auf Kassetten und Videos verbreiteten. Bei Chinas traumatisierten Studenten genoss „Massaker“ bald Kultstatus, wofür Liao mit vier Jahren Haft und Folter bezahlen musste.
Zwanzig Jahre später hat die Kommunistische Partei dem Schriftsteller noch immer nicht verziehen und verbietet ihm deshalb, in Deutschland am Rahmenprogramm der Frankfurter Buchmesse teilzunehmen. Das Berliner „Haus der Kulturen der Welt“ hat den 50-Jährigen für den 10. Oktober zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „China schreiben“ eingeladen, doch am Mittwoch teilten die Sicherheitsbehörden Liao nach eigenen Angaben mit, dass er nicht ausreisen dürfe. / Bernhard Bartsch, FR 24.9.
Kategorie: ChinaSchlagworte: Berlin, Frankfurter Buchmesse, Liao Yiwu
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