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Deshalb bin ich sehr vorsichtig, wenn politischer Protest durch schlechte Kunst ausgedrückt wird. Das war auch so bei der heute vergessenen und vor einigen Jahren gefeierten Lyrikerin Alina Wituchnowskaja, die wegen Drogen festgenommen wurde, was weltweite Proteste hervorrief. Das führte dazu, dass erstens ihre… Continue Reading „133. Den heutigen Deutschen“
Inzwischen hat Jan Wagner als Stipendiat der Villa Massimo längere Zeit in Rom verbracht – und uns ein weiteres trickreiches Versteckspiel beschert. In seinem neuen Gedichtband mit dem merkwürdig schönen Titel «Die Eulenhasser in den Hallenhäusern» stellt er uns als Herausgeber drei verborgene Lyriker… Continue Reading „132. Versteckspiel“
Mit den Gedichten von Durs Grünbein ist das immer so eine Sache: Zu viel davon, und man fühlt sich wie nach einem Besuch beim Griechen um die Ecke, wo man die gemischte Grillplatte für zwei Personen verzehrt hat – allerdings allein. Schwer liegen die… Continue Reading „130. Wie beim Griechen“
„Frauen waren Menschen zweiter Klasse und dahinten, im Bayerischen Wald, noch mehr, und da hat sich die Emerenz Meier mit ihrer ganz geringen Schulbildung hingesetzt und beschlossen, sie wird Dichterin. Das muss man sich mal vorstellen. Das war wahrscheinlich ein Skandal, eine Sensation, die… Continue Reading „129. Bayerische Amazone“
Nach Raymond Queneau : 100.000 Milliarden Gedichte Deutsch von Ludwig Harig Zusammengestellt am 9.11. im Seminar Experimentelle Literatur / Learning by doing Die statistische Wahrscheinlichkeit daß jemand dieses Gedicht schon einmal gesehen hat ist verschwindend gering. Auch nicht der Autor (der ist tot) oder… Continue Reading „128. Ein Sonett aus 10 hoch 14“
Das Selbstporträt des Dichters als Vineta-Forscher und meckerndes Blässhuhn wird in großartigen Elegien im Ton von Hölderlin und Rilke vorgetragen. Die famosen „Lietzenlieder“ bilden im neuen Band einen Sonetten-Zyklus, in dem Berliner und Brandenburger Gewässer und ihre Vogelarten als Ort poetischer Selbstvergewisserung aufgerufen werden.… Continue Reading „127. Die famosen „Lietzenlieder““
Aus insgesamt 1212 anonymisierten Einsendungen aus dem deutschsprachigen Raum und aus Tschechien wurden von einer unabhängigen Jury 9 Beiträge ausgewählt, deren Schöpfer für den Dresdner Lyrikpreis nominiert wurden. Die Wettbewerbslesung aller nominierten LyrikerInnen findet am Samstag, den 24.11.2012 11 Uhr im Literaturhaus Villa Augustin… Continue Reading „125. Die Nominierten des Dresdener Lyrikpreises“
Do, 29. November 2012 Dichter-Gespräch: Monika Rinck, Hendrik Jackson, Steffen Popp 20:00 Uhr, Akademie der Künste, Pariser Platz Clubraum Lesung und Gespräch. Moderation Ulrike Draesner. € 5/3 Wie entsteht ein Gedicht? Spielt dabei die Reflexion über das poetische Schreiben überhaupt eine Rolle? Wie verhalten… Continue Reading „124. Dichter-Gespräch“
„Nichts hält dich, nur die Melodie, das Lied“ – „stets wenn ich Gehen übe,/ ist die Erinnerung größer,/und nur wo wir beide gingen,/ist fester Grund“ – „Der Quell ostdeutscher Flüsse ist ein Tränenstrom“ – „Wir trinken Wasser, das aus deinen Bergen kommt,/und können deine reiche Sprache doch… Continue Reading „123. Zeilen“
„Alarm, Alarm!“ galmt gansch Walacra: want HARALDS aanmarsch jaagt angst aan, aan al wat aâmt. HARALD was Jan van Laaland ‚t Zwaard – dacht Harald — » baant ‚t pad naar ‚t Walhalla ;‘ vandaar, dat HARALD zwalkt, strand af, strand aan; vandaar, dat HARALDS zwaard landplaag… Continue Reading „121. A-SAGA“
Neben seiner Naturlyrik schrieb Uhland gelegentlich auch politische Gedichte, die als Flugblätter kursierten. Und zusammen mit seinen in zahlreichen Reden rhetorisch glänzend und unerschrocken vorgetragenen politischen Interventionen brachte ihm seine Arbeit größte Anerkennung ein und ließ ihn zu einem Repräsentanten eines erträumten neuen Deutschlands… Continue Reading „120. Demokratisches Öl“
Ich beziehe mich nicht gerne auf das, was andere über Bücher gesagt oder geschrieben haben, aber es gibt ärgerliche Punkte in Opitz’ Kritik, denen ich widersprechen muss. Der wohl ärgerlichste (und nur auf diesen möchte ich ausführlich eingehen, weil er mich tatsächlich geschockt hat)… Continue Reading „110. Moselfränkisch und Georgisch“
Nachtrag zum Open Mike Ist es deshalb nicht möglicherweise so, dass Christian Wulff den viel aufwendigeren, wütenderen, zersetzenderen Kampf geführt, sich viel weiter aus der eigenen Komfortzone hinausgewagt hat? Schließlich musste er sich tatsächlich mit dem Unangenehmsten und Widerständigsten beschäftigen, das es auf der… Continue Reading „108. Radikal wie Wulff?“
Alles Notwendige zum Themawochenthema Tod im oder auch erst durch Fernsehn hat der Dichter Peter Hacks in seinem Couplet »Hingang« gesagt: »Er sah noch eine halbe Nacht lang fern, / Jeden Kanal, und starb dann äußerst gern.« / Wiglaf Droste, Junge Welt
unaufhebbare Einsamkeiten: ich bin ich u. du bist du keine Beatmung hilft. Das ist bis in den Kern der Grammatik Resignation, die womöglich gesagt werden muss, trotz einer eigenartigen »Hoffnung« im Verschweigen oder Zögern vor dem »und«, einer diktatorischen Konjunktion. Eine Resignation, die Motiv… Continue Reading „105. Phobos“
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