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Veröffentlicht am 27. Oktober 2026 von lyrikzeitung
168 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
(griechisch Κατερίνα Αγγελάκη-Ρουκ, * 22. Februar 1939 in Athen; † 21. Januar 2020ebenda)
Die Augen lieben es,
sich den kleinsten Falten
der sichtbaren Welt zu widmen,
während die Werkstatt im Inneren
die Bilder zu Engeln erklärt,
oder zu Abschiedskarten
mit Pinien darauf.
Die Augen reisen
festgeschraubt an den Körper,
mitgerissen von seiner Geschwindigkeit.
Sie widersetzen sich halbherzig,
aber folgen dann doch
und suchen andere neue Blicke,
bis allmählich auch das Gedicht
überzeugt wird
und beginnt,
sein neues Gesicht zu zeigen.
Wenn sie alt werden,
verweilen die Augen bei einer Wolke
in der Oberfläche einer Pfütze,
die glänzt
und sie fortführt
von der Schönheit der Landschaften
und den braunen Ebenen deiner Pupillen
an einen Ort,
an dem das Auge die Welt ist,
sieht und gesehen wird,
und es ist wie ein Spinnennetz,
das unter der Schädeldecke
schwebt.
Aus: Die Engel sind die Huren des Himmelreichs. Gedichte, übersetzt von Jorgos Kartakis und Dirk Uwe Hansen mit einem Nachwort von Spyros Aravanis. Leipzig: Reinecke & Voß, 2017, S. 21f
Kategorie: Griechenland, GriechischSchlagworte: Augen, Die Engel sind die Huren des Himmelreichs, Dirk Uwe Hansen, Geschichten von Augen, griechische Literatur, Griechische Lyrik, internationale Lyrik, Κατερίνα Αγγελάκη-Ρουκ, Jorgos Kartakis, Katerína Angeláki-Rooke, Lyrikübersetzung, neugriechische Lyrik, Reinecke & Voß, Sehen, Spyros Aravanis
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