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Veröffentlicht am 28. Oktober 2026 von lyrikzeitung
83 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
(* 29. Juli 1947 in Dresden; † 13. April 2022 in Kreischa)
Was kann der Verurteilte anderes tun,
als aufstehn, in die Küche gehn,
einen Schluck Wasser nehmen,
beim Blick in die Zeitung das Urteil
nochmals bestätigt finden,
hinaus aus dem Fenster sehn,
wo oben über die Kreuzung
bei Rot ein Fahrzeug herangeprescht kommt,
genau vor der Tür hält. Ein Kerl
herausspringt und aufgeregt winkt.
Aufschub bis ans Lebensende.
Aus: Thomas Rosenlöcher, Die Dresdner Kunstausübung. Gedichte. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1996, S. 60
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Absurdität, Alltagslyrik, Aufschub, Begnadigung, Der Bote, deutsche Gegenwartslyrik, Die Dresdner Kunstausübung, Dresden, Erlösung, Existenz, Hoffnung, Ironie, kafkaeske Situation, komische Lyrik, Lakonie, Lyrik des 20. Jahrhunderts, Paradoxie, philosophische Lyrik, Pointe, schwarzer Humor, Suhrkamp Verlag, Thomas Rosenlöcher, Tod, Verurteilung, Zeitung
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