Kategorie: Europa

76. Sprache muss «arm» und «roh» gemacht werden

Einer Anregung des Genfer Verlegers Albert Skira folgend, begab sich Henri Michaux (1899–1984), französischer Dichter und Maler belgischer Herkunft, in seinen späten Jahren auf die «Wege der Schöpfung» und legte 1972 in der gleichnamigen Buchreihe – «Les sentiers de la création» – einen reich… Continue Reading „76. Sprache muss «arm» und «roh» gemacht werden“

75. Neu zu entdecken – der russische Wort- und Schriftkünstler Iljazd

Von Felix Philipp Ingold Noch eine Entdeckung aus dem Fundus der russischen Moderne: Beim Moskauer Verlag Hylaea sind zum Jahreswechsel die theoretischen Schriften sowie private Korrespondenzen des futuristischen Wort- und Schriftkünstlers Ilja Sdanewitsch (Зданевич) in zwei exzellent edierten Bänden erschienen.* ‒ Sdanewitsch, der sich… Continue Reading „75. Neu zu entdecken – der russische Wort- und Schriftkünstler Iljazd“

74. Münchner Vernetzung

[Juan Andrés] García Román wohnt derzeit für zwei Monate als Stipendiat der Villa Waldberta in Feldafing; das Instituto Cervantes hilft ihm dabei, sich mit der Münchner Literatur-Szene zu vernetzen. Nach jenem ersten Abend mit Marquardt wird der spanische Lyriker in dieser Woche auch noch… Continue Reading „74. Münchner Vernetzung“

72. Errata

Konstantin Ames schickt die korrekte Fassung des beim Literarischen März mit 3 Fehlern veröffentlichten Gedichts. Also nach dem Motto „Der Umgang mit Trouvaillen verrät nix über / Fähigkeiten, aber wirklich alles über Fertigkeiten.“ hier die berichtigte Fassung: Nahe Ittersdorf, ehem. Zollhaus Jungbauern gibt es. Hat Icke… Continue Reading „72. Errata“

71. Sucht seit 36 Jahren einen Brecht

Kein neuer Bert Brecht oder Erich Fried in Sicht. „Wir suchen seit 30 Jahren tolle politische Gedichte und finden sie nicht“, sagt Fritz Deppert, der seit 1979* die Einsendungen zum Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt lektoriert. Politische Aussagen erforderten eben die klare Formulierung. „Diese direkten… Continue Reading „71. Sucht seit 36 Jahren einen Brecht“

70. Schnelligkeit

Es gibt zwei Raddatze. Diese Schnelligkeit, die ich ja bis zur Absurdität hatte, war entweder der Journalist oder der Herausgeber politischer Bücher. Die rororo-aktuell-Reihe war ja fast wie eine Zeitschrift. Die Logistik von der Textfabrikation – Dutschke musste eingeschlossen werden, damit er etwas zu… Continue Reading „70. Schnelligkeit“

69. März ’15

Wie in jedem zweiten Jahr, schreibt die Stadt Darmstadt für das Jahr 2015 den Leonce-und-Lena-Preis in Höhe von 8.000,00 EUR und die Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise in Höhe von insgesamt 8.000,00 EUR für deutschsprachige Lyrik aus. 2015 findet der Literarische März zum 19. Mal statt. In diesem… Continue Reading „69. März ’15“

68. Stadtpoesie

Brünner Internetprojekt verwandelt Polizeiberichte in Gedichte. Beamte und Bürger sind begeistert „Mit einer Flasche in der Hand läuft er unvorsichtig im Zickzack zwischen Autos und Straßenbahnen in der Bahnhofstraße umher“ „Ein unbekannter Mann hielt angeblich Ausschau nach Zügen doch in einem Augenblick legte er… Continue Reading „68. Stadtpoesie“

66. Independentverlag

Der kleine Independentverlag J. Frank betreibt seit zehn Jahren in einem Ladenlokal in Prenzlauer Berg die Repoetisierung der Welt. Man setzt vor allem auf Komplizenschaft mit den Autoren und Konsequenz in der Gestaltung. Eine Strategie, die aufgeht schreibt die taz heute. Zitat aus dem… Continue Reading „66. Independentverlag“

64. Raoulito-Gedichte

Kaum einer schreibt mehr Gedichte. [Ach wirklich? Hab andere Berichte. M.G.] Er immer wieder. Kaum einer liest noch Gedichte. Seine viele, und immer wieder. [Zahlen, Fakten?] „Das leise Lachen am Ohr eines andern“ oder „Die Einsamkeit der Männer“ fanden im Feuilleton wie im Film… Continue Reading „64. Raoulito-Gedichte“

63. Annette Hövelmann

Es gibt Dichter, die früh beginnen und im Laufe ihres Lebens zahllose Bücher veröffentlichen. Und es gibt jene, die sich Zeit lassen – viel Zeit. Zu dieser Kategorie zählt die 1940 in Aschaffenburg geborene Annette Hövelmann. Sie hatte bislang nur in Anthologien und Zeitschriften… Continue Reading „63. Annette Hövelmann“

62. Licht

Die ersten Preise des 3. Meerbuscher Literaturpreises zum Thema „Licht“ sind nach Füssen und Velbert gegangen. Sieglinde Rupsch, die das Publikum mit ihrem Gedicht „Augenlicht“ in der Kategorie Lyrik auf den vordersten Platz wählte, war nicht anwesend. Aber Renate Handge kam aus Velbert und… Continue Reading „62. Licht“

60. Frage

So schafft denn jeder Künstler sein Werk, genauso, wie er es erleidet. Weshalb er als ein Anderer seiner selbst nie sicher sein kann, ob er ein Wissender ist oder ein Narr. «Adam [Zagajewski], bitte sagen Sie mir ehrlich, habe ich irgendwann im Leben ein… Continue Reading „60. Frage“

59. Sapphoesie

Birgit Kreipe bildet in ihren Annäherungen die auf Gefäßscherben fragmentarisch überlieferten Verse nach (S. 87). Angelika Janz (S. 89) brilliert mit ihrer Interpretation, indem sie Vorgefundenes ergänzt und damit einer Deutung unterwirft. Kerstin Becker weiß in ihrer dichterischen Antwort auf das Fragment 31 mit… Continue Reading „59. Sapphoesie“

58. Literaturpreis Wartholz

Aus 675 Einreichungen hat eine vierköpfige Jury die Sieger des Literaturwettbewerbs Wartholz ausgewählt. Die deutsche Autorin Sara Magdalena Schüller bekam den mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreis sowie auch den Publikumspreis. Schüller, geboren 1982 als Deutsch-Chilenin am Ammersee, studierte von 2003 bis 2009 Kulturwissenschaften und… Continue Reading „58. Literaturpreis Wartholz“