66. Independentverlag

Der kleine Independentverlag J. Frank betreibt seit zehn Jahren in einem Ladenlokal in Prenzlauer Berg die Repoetisierung der Welt. Man setzt vor allem auf Komplizenschaft mit den Autoren und Konsequenz in der Gestaltung. Eine Strategie, die aufgeht

schreibt die taz heute. Zitat aus dem Verlagsporträt:

Drei- bis vierstellig sind die Auflagen der liebevoll gestalteten Bücher, die in einer kleinen Druckerei bei Leipzig hergestellt werden. Details sind den dreien, die sich als „Literatur-und Gestaltungsverrückte“ bezeichnen, äußerst wichtig: der offene Rücken mit sichtbarer Fadenheftung, der es erlaubt, ein Buch plan zu öffnen und dadurch großformatige Illustrationen perfekt zur Geltung bringt. Und die rohe Optik der 48 Seiten dünnen Essay-Reihe, in der Autoren zwischen grauen Pappdeckeln über Begriffe wie „Tradition“, Geschlecht“ oder „Schönheit“ reflektieren.

Die Strategie, neue Leser über eine hippe, frische Gestaltung zu erreichen, geht offenbar auf: Gerade die Essays verkauften sich „wie geschnitten Brot“, erzählt Dominik Ziller sichtlich zufrieden. Man komme mit dem Nachdruck kaum hinterher. Für das Verlagstrio der Beweis, dass zeitgenössische Lyrik durchaus etwas zu sagen hat. „Für uns ist Lyrik nicht nur ein Modus der Weltwahrnehmung. Sondern eine Art, die Phänomene der Welt zu untersuchen – durchaus mit Erkenntnisgewinn“, erklärt Frank die anpolitisierte Perspektive auf zeitgenössische Texte.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: