58. Literaturpreis Wartholz

Aus 675 Einreichungen hat eine vierköpfige Jury die Sieger des Literaturwettbewerbs Wartholz ausgewählt. Die deutsche Autorin Sara Magdalena Schüller bekam den mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreis sowie auch den Publikumspreis.

Schüller, geboren 1982 als Deutsch-Chilenin am Ammersee, studierte von 2003 bis 2009 Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis und arbeitete bei Radio Tonkuhle in Hildesheim. Seit 2010 lebt sie als freie Autorin und Übersetzerin mit diversen Jobs in München und Puerto Natales (Chile).

Beim Wettbewerb überzeugte die Autorin mit ihrem Text-Rap „Keine“ zum Thema Hannah Arendt und Abtreibung, mit dem sie „literarisch gekonnt jene hinterhältigen Tendenzen attackiert, die Frauen wieder auf vorgeblich ‚naturgegebenes‘ Terrain zurückdrängen wollen. Witzig, intelligent und politisch brisant pfeift dieser Text als erfrischender Wind durch eine oft allzu betuliche Literaturlandschaft“. Das stellte die Jury (Ruth Beckermann, Sandra Kegel und Klaus Nüchtern; Stefan Gmünder war krankheitsbedingt verhindert) in ihrer Begründung fest.

Erstmals wurde der „Land Niederösterreich Literaturpreis“ (5.000 Euro) vergeben. Die Jury entschied sich für die aus Prag stammende und in Österreich lebende Autorin Rhea Krcmarova und ihren „zugleich persönlichen wie politischen Text ‚Inselhüpfen‘, der ein engmaschiges Netz an Metaphern auswirft, um den Möglichkeitssinn gegen jene Wirklichkeit zu mobilisieren, die bloß die Tatsächlichkeit auf ihrer Seite hat.“

Über den Newcomerpreis – eine Buchveröffentlichung in der neuen Literaturreihe des Verlags Kremayr & Scheriau – durfte sich Synke Köhler (Deutschland) freuen. Sie las beim Wettbewerb ihre Erzählung „Nachbild“, eine laut Jury „luzide Durchdringung all jener Mechanismen, die Angst vor dem Anderen entstehen lassen. Diesen Stoff, der brisanter nicht sein könnte, bringt Köhler in so humorvolle wie sprachlich überzeugende Bilder.“

Zwei Aufenthaltsstipendien des Bundeskanzleramtes wurden Christian Futscher und Stefan Alfare zugesprochen, die somit den kommenden August als Gäste in Reichenau verbringen werden. Der diesjährige Bader-Waissnix-Stiftungspreis (1.000 Euro) ging an den niederösterreichischen Haiku-Lyriker, Sozialpädagogen und Begründer der „Poesiekinästhesie“, Dietmar Tauchner aus Puchberg am Schneeberg. / orf

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