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Veröffentlicht am 17. Juli 2026 von lyrikzeitung
142 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Werner Lutz
(* 25. Oktober 1930 in Heiden AR oder Wolfhalden; † 17. Juli 2016 in Basel) war ein Schweizer Dichter, Maler und Grafiker. https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Lutz
Die verdorbenen Nachmittage. Man kann sie riechen
Die Geräusche verdichten sich zu einer Form die ich berühren kann
Beginnen als steige der erste Tag der Schöpfung aus dem Wasser beginnen als habe noch nie jemand ein Wort gesagt
Eine Tischbreite breit eine Tischlänge lang
die Hoffnung ist ein Rechteck
auf dem man die Arme aufstützen kann
Ein kühler Luftzug bewegt diese Zeilen Ich schäme mich nicht
Täuschung an Täuschung eine lange Pappelallee Vor allem die Füsse hören nie zu
Es geht nicht darum recht zu haben
Es geht um die Wunde
durch die uns der Tod betritt
Ein Gedicht anfangen das nie fertig wird
so hätte ich leben wollen
Aus: Zwischen den Zeilen. Eine Zeitschrift für Gedichte und ihre Poetik. 3. Jahrgang, Nr. 5, Februar 1995, S. 82, 83, 84, 90, 93
Kategorie: SchweizSchlagworte: Aphorismus, Gegenwartslyrik, Hoffnung, Poetik, poetische Miniatur, Prosagedicht, schweizer lyrik, Sprache, Tod, Vergänglichkeit, Wahrnehmung, Werner Lutz, Zwischen den Zeilen
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