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Veröffentlicht am 24. Juli 2026 von lyrikzeitung
142 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Margret Boysen
Hasensilvester
am unbegreiflichen Ende der Ordnung,
in der Staubschleppe des Saturns,
im Goldenen Schnitt der Schönheit,
und besonders im Hasenglück
schläft eine Sprache,
die wir erfunden haben
und trotzig verschweigen.
Picasso verschwieg sie in seiner Kunst,
Faschisten verschweigen sie,
wenn sie Denker vernichten,
Erosion bringt sie zum Schweigen;
vielleicht auch das ultraviolette Licht
oder das Alter.
in den Salons fehlen:
Mathematiker, Physiker, Geologen.
in der Kunst das Marmorfleisch,
auf den Feldern die Hasen.
was hat die Schmorzeit für Hasen
mit Herrn Fibonacci zu tun?
warum werden Preise
für Zwieback-Forschung verliehen?
laut lacht der jüdische Hase
maghrebinischer Herkunft,
leise weint der deutsche,
über das Hasensilvester.
Aus: Akzente 2, April 2010, S. 124
Margret Boysen, geboren 1967 in Rendsburg, lebt in Potsdam. Sie studierte Geologie und Paläontologie in Berlin, ist Pressereferentin und Art Director am Potsdam-Institut für Klimaforschung.
(Ebd. S. 192)
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Akzente, Fibonacci, Gegenwartslyrik, Goldener Schnitt, Hasen, Hasensilvester, Margret Boysen, moderne Lyrik, Naturwissenschaft und Literatur, Picasso, poetische Erkenntnis
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