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Veröffentlicht am 22. Juli 2026 von lyrikzeitung
168 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Konrad Bayer
(* 17. Dezember 1932 in Wien; † 10. Oktober 1964 ebenda)
vorwort
auftreten mehrere körper.
jeder dieser mehrerer körper hat ein bewußtsein.
diese mehrere bewußtsein sind unsichtbar.
jetzt ertönt einer dieser mehrerer körper mit hilfe seines
bewußtseins reflexiv.
alle diese mehrere körper sind bei unsichtbarem bewußtsein.
alle diese mehreren echten körper und alle diese mehreren
metaphysischen bewußtsein.
jedes dieser bewußtsein heißt ich.
alle diese mehreren körper haben verschiedene namen:
hansi, franzi, otti, lotti, wolfi, heinzi, elfi, brunhilde.
der körper hansi hat ein bewußtsein, das ich heißt.
der körper franzi hat ein bewußtsein, das ich heißt.
otti ist ein körper. der körper otti hat ein bewußtsein, das sich
auch ich nennt.
lotti ist ein körper. dieser körper hat ein bewußtsein namens ich.
ich heißt das bewußtsein des körpers elfi.
die bewußtsein der körper heinzi, wolfi und brunhilde heißen ich
und sind sehr verschieden.
ich heißen die bewußtsein noch vieler anderer körper, die aber
heute nicht auftreten.
Aus: konrad bayer: der stein der weisen. Berlin: Wolfgang Fietkau, 1963, S. 7
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Avantgarde, österreichische Literatur, Bewusstsein, der stein der weisen, Experimentelle Literatur, Ich, Identität, Konrad Bayer, Prosagedicht, Sprachkritik, Sprachphilosophie, Wiener Gruppe, Wolfgang Fietkau Verlag
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