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Veröffentlicht am 16. Juli 2026 von lyrikzeitung
145 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Felix Philipp Ingold
Vorspruch
Macht die Nacht die Farben aus,
dann ist es wieder Zeit und sind die Farben eins.
(aus dem Notizbuch eines Malers, anonym, 1942)
Ein Ah! ist der Anfang von allem und heisst soviel wie Schra... wie Schwarz. Soviel wie nichts. Drin gehn die Farben unter wenn die Nacht sie dimmt und .. da! ... schon sind sie enthalten. Schon bedeuten sie die ganze Finsternis. Behaupten sich wabernd in ihrer Sinnlosigkeit. Was übrigens auch für die Vokale gilt. Für Eh! das nichts von dieser Schwärze weiss. Für Iii! das s-si-sirenengleich die Morgenröte auf die Spitze treibt. Für Uh! das ewig grünt und Oh! das jedem Blau des Himmels gilt. Doch das Ende von allem ist dann wie immer der morgige Tag der nur einfach alles Heutige zum Gestrigen macht.
Aus: Felix Philipp Ingold: Niemals keine Nachtmusik. Gedichte. Klagenfurt und Graz: Ritter, 2017, S. 7
Kategorie: Deutsch, SchweizSchlagworte: Farben, Felix Philipp Ingold, Gegenwartslyrik, Lautpoesie, moderne Lyrik, Nacht, Niemals keine Nachtmusik, Ritter Verlag, Schweizer Literatur, Sprachphilosophie, Vokale, Vorspruch, Wahrnehmung, Zeit
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