Lyrikzeitung & Poetry News

11. Mai 2012

32. 5 auf 150 Millionen

Einsortiert unter: Nigeria — Schlagworte: , — lyrikzeitung @ 10:20

Nigeria hat über 150 Millionen Einwohner, einen Literaturnobelpreisträger, geschätzte fünf Buchhandlungen und ungefähr ebenso viele potenzielle Literaturnobelpreisträger. Zu denen gehört Chimamanda Ngozi Adichie, von der nun zwölf Erzählungen unter dem Titel Heimsuchungen erschienen sind. / Walter van Rossum, Die Zeit

12. Oktober 2011

49. ‘Poetry Africa’ Festival in Durban

Vom 17.-20.Oktober findet in Durban das 15. internationale Poetry Africa-Festival statt. Veranstalter ist das Centre for Creative Arts der Universität KwaZulu-Natal.

Dichter aus 12 Ländern werden erwartet, darunter der aus Durban stammende Dashen Naicker, Myesha Jenkins aus Johannesburg,  Khadijatou (UK), Raul Zurita (Chile), Shailja Patel (Kenia), Patrice Treuthardt (Reunion), Jaap Blonk (Niederlande), Niyi Osundare (Nigeria), Joshua Bennett (USA) sowie die Südafrikaner David wa Maahlamela, Uzinzo, Sandile Dikeni, Phelelani Makhanya Mphutlane wa Bofelo, Gabeba Baderoon und Oswald Mtshali. Neben den Lesungen in Durban hibt es Touren nach Malawi, Simbabwe, Johannesburg und Kapstadt. Im Vorblick auf die im November in Durban tagende 17. UN-Konferenz zum Klimawandel wird die Eröffnungsveranstaltung Umweltfragen und planetaren Herausforderungen gewidmet sein. Danach lesen an jedem Abend 5 Dichter. Scharfe soziale und politische Stellungnahmen werden ebenso erwartet wir innovative und individuelle Herangehensweisen an Lyrik, Straßenperformanz, Rap und Hiphop. / The Witness

26. Juli 2011

103. Tchicaya U Tam’si-Preis

Seit 1990 vergibt das Afro-arabische Kulturforum in Assilah (Marokko) in jedem zweiten Jahr einen nach den kongolesischen Dichter Tchicaya U Tam’si (1931 – 1988) benannten Literaturpreis.  In diesem Jahr erhielt ihn der marokkanische Autor und Übersetzer Mehdi Akhrif und die senegalesische Autorin Fama Diagne Sene.

Mehdi Akhrif veröffentlichte seit 1979 Lyrik und Prosa und übersetzte u.a. Fernando Pessoa. Fama Diagne Sene, Direktorin der zentralen Universitätsbibliothek in Bambey (Senegal) veröffentlichte Lyrik, Novellen, Kindergeschichten, Romane und Dramen. Sie erhielt 1997 den  Grand Prix du Sénégal pour les Lettres und 2003 den Prix de la Poésie in Genf.

Der Preis wurde bisher u.a. an Edward J. Maunick (Insel Mauritius), René Depestre (Haïti), Ahmed Abdel Mo’ti Higazi (Ägypten) und Niyi Osundare (Nigeria) vergeben. Die Jury wird von dem senegalesischen Schriftsteller Alioune Badara Bey geleitet, der auch Präsident des senegalesischen Schriftstellerverbands ist. / El Watan 26.7.

26. Dezember 2010

95. Ibadan

Einsortiert unter: Englisch, Nigeria — Schlagworte: , — lyrikzeitung @ 22:20

John Pepper Clark ist ein führender nigerianischer Lyriker, Dramatiker, Essayist und Erzähler. Er ist auch bekannt für seinen philosophischen Essay “Das Beispiel Shakespeares” und seinen vehementen Einspruch gegen den Rassismus in seinem Buch “Amerika ihr Amerika”. Er lebt zurückgezogen und engagiert sich für die Allgemeinheit, ein Rebell, der die harte Wahrheit verficht, indem er sie hinter harmlosen Anspielungen und ködernden Metaphern verbirgt. Seine poetische Schlichtheit ist nur eine Camouflage der brutalen Wahrheit.

In Clarks poetischer Welt lebt der Mensch nicht in romantischer, idyllischer Isolation. Er befindet sich in der Natur, die für ihn zugleich seine (morbide) Physiologie und Umwelt ist. Sein Gedicht “Ibadan” zum Beispiel handelt zuerst von der Schönheit einer demokratischen Landschaft, wo Moderne und Antike in Nachbarschaft leben, Verfall und Erneuerung Schulter an Schulter existieren; wo die Reichen und die Armen miteinander kuscheln, Rost und Gold.

Musa Idris Okpanachi, allafrica.com

Musa Idris Okpanachi, Ph.D. is a poet and senior Lecturer, at the English Linguistics at the Department of English, University of Maiduguri .

7. Dezember 2010

29. Dichter gegen Ölwirtschaft

Einsortiert unter: Englisch, Nigeria — Schlagworte: , — lyrikzeitung @ 09:43

Nnimmo Bassey will kein Gedicht rezitieren. Nicht spontan. Er brauche dafür etwas Zeit, sagt der bekannteste Umweltschützer Nigerias. Ohnehin sei es ihm wichtiger, dass sich die Menschen im Nigerdelta seine Verse erzählen. Diese hier etwa: “Ich werde Dir mit Fäusten begegnen, wenn Klimawandel Tod für mich und Profit für Dich bedeutet/ Ich werde Deine teuflische Gier entblößen, wenn Du das Öl nicht der Erde lässt, die Kohle nicht dem Schacht.” In Jeans und rotem T-Shirt sitzt der Chef von Friends of the Earth, dem größten Umweltverband der Welt, in einer Hotellobby von Abuja. / Christian Putsch, Die Welt 6.12.

24. November 2010

93. Zuhören

Einsortiert unter: Afrika, Biafra, Europa, Nigeria — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 23:53

Zum 80. Geburtstag des nigerianischen Schriftstellers Chinua Achebe schreibt Volker Breidecker:

Auf ‘Things fall apart’ folgten vier weitere Romane, Kurzgeschichten, Kinderbücher sowie Essays, deren berühmtester den inhärenten Rassismus von Joseph Conrads kanonischem Afrikaroman ‘Herz der Finsternis’ sezierte. Nur während des grausamen Bürgerkriegs in seinem Land um die abgefallene Provinz Biafra (1967-70) verstummte der Prosaautor, an dessen Stelle der Lyriker aber einen großen Korpus von Gedichten schuf. Achebes Verhältnis zu Nigeria war und bleibt problematisch. Gegenüber der moralischen Verkommenheit der Eliten seines Heimatlandes fand er stets deutliche Worte. Als er im Jahr 2002 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wurde, sagte er in seiner Dankesrede, die Auszeichnung habe ihm das Leben gerettet. …

Europa und Afrika? Die ‘Tatsache, dass es da zwei gibt und nicht bloß eines’, sagt Achebe zum Lobe der Diversität, sei doch eigentlich ‘äußerst produktiv’. ‘Nur zu zweit kann man ein Gespräch führen.’ Da wäre es an der Zeit, einander zuzuhören. / SZ 16.11.

15. September 2010

68. Mutlos?

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Mit den Kindergedichten von Chibo Onyeji werden die Phantasie und vor allem die Neugierde von Kindern geweckt.

Vorausgesetzt man beherrscht Igbo, denn erschienen ist der neue Band des in Österreich lebenden Autors in einem Verlag in Enugu/Nigeria. Mit diesen Gedichten kehrt Chibo Onyeji an die Stätten seiner Kindheit zurück und es ist kein Zufall, dass er dieses Buch in seiner Muttersprache vorlegt. …

Anlässlich der Verleihung des Olaudah Equiano Prize for Fiction (New York, 2007) bekräftigte der Autor in Interviews die Bereicherung des Lebens in mehreren Kulturen und Sprachen. Als Dichter und Reisender zwischen den Welten hat Chibo Onyeji „ỊTỤ AGWA KA AGỤ“ bereits ins Deutsche übersetzt. Es fehlt nur noch ein mutiger Verlag, der diese phantastischen Gedichte dem deutschsprachigen Lesepublikum nahe bringt. / Afrikanet

Chibo Onyeji, ỊTỤ AGWA KA AGỤ, Fourth Dimension Publishing Co., LTD., Enugu / Nigeria, 2009, ISBN: 978-156-608-6

12. Juni 2010

69. Kein Sternenhimmel seit Jahrzehnten

Einsortiert unter: Nigeria — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 14:57

Was im Golf von Mexiko eine Ausnahme darstellt, ist im Golf von Guinea Alltag. Nigerias Ölgebiete im Nigerflussdelta halten den Weltrekord in Verschmutzung und Unfällen mit Ölaustritt: 13 Millionen Barrel “verlorenes” Öl seit Förderbeginn vor gut fünfzig Jahren – das ist eine komplette Exxon-Valdez-Ladung Rohöl pro Jahr, die direkt in den Mangrovenwäldern und Sümpfen des dicht besiedelten Nigerdeltas landet statt in Pipelines und auf Tankern. Felder und Flussläufe sind heute chronisch verseucht, es gibt Gegenden, in denen das Grundwasser schwarz ist, und andere, wo aufgrund des Abfackelns des bei der Ölförderung austretenden Erdgases seit Jahrzehnten kein Sternenhimmel mehr zu sehen ist.

Wegen dieser Zustände stand der Ölmulti Shell vor 15 Jahren ähnlich als globaler Buhmann da wie heute BP. Als nigerianische Umweltschützer mit friedlichen Mitteln gegen die menschenunwürdigen Lebensbedingungen im Nigerdelta und gegen die Kumpanei zwischen dem Ölkonzern und Nigerias damaliger Militärdiktatur protestierten, wurde ihr Anführer Ken Saro-Wiwa samt seinen Mitstreitern im Jahr 1995 erhängt. Nigeria wurde mit internationalen Sanktionen belegt, Shell wurde Ziel globaler Boykottkampagnen, und die Unzufriedenen im Nigerdelta griffen zu den Waffen. / Dominic Johnson, taz 10.6.

Ken Saro-Wiwa in L&Poe:

2002     Mrz     #     New Nigerian Poetry
2006     Mrz     #115.     Nigerianische Dichter-Barden huldigen ihren Vorbildern
2006            Jul            #79.            “Jäger und Sänger sind meine Vorbilder” – Akeem Lasisi

(im Archiv)

21. März 2010

116. Odia Ofeimun

Einsortiert unter: Nigeria — Schlagworte: , , — lyrikzeitung @ 23:31

Jahman Anikulapo lud Freunde und Angehörige zu einer Feier für Odia Ofeimun zum 60. Geburtstag. Der Schriftsteller Festus Iyayi sagte: “Odia ist ein großer Intellektueller. Der Odia, den ich kenne, zieht es vor, sich an anderer Leute Leben zu verschenken. Odia ist für mich der größte Dichter Nigerias.”

Ofeimun über die Regierenden seines Landes: “Wir haben es der Regierung gestattet, uns zu überwältigen. Es ist unsere ureigene Sache, die Regierung in unsere Hände zu nehmen. Alle Nigerianer müssen Bürger sein, es darf keine Super-Bürger mehr geben.” / next 21.3.

16. Februar 2010

94. Jauchegrube

Einsortiert unter: Englisch, Großbritannien, Nigeria — Schlagworte: , , , — lyrikzeitung @ 21:57

Der nigerianische Nobelpreisträger Wole Soyinka hält es für irrational, daß Nigeria nach dem Attentatsversuch des “Unterhosenbombers” auf die Liste terroristischer Länder kam. “Das war eine irrationale, reflexhafte Reaktion der Amerikaner. Der Mann wurde nicht in Nigeria radikalisiert. Es passierte in England, wo er auf die Universität ging. … England ist eine Jauchegrube. England züchtet fundamentalistische Moslems. Seine soziale Logik erlaubt allen Religionen freie Ausübung. Aber das ist unlogisch, weil keine andere Religion apokalyptische Gewalt predigt. Und doch wird es in England erlaubt. Man sollte daran denken, daß dieses Land auch der Nährgrund des Marxismus war. Karl Marx hat all das in britischen Bibliotheken ausgearbeitet.”

Warum das so ist? “Das gehört zum Wesen Großbritanniens. Der Kolonialismus züchtete eine eingeborene Arroganz, und diese gestattet es, sich bequem darin einzurichten. Man kann stolz darauf sein, daß man so offen ist.” Und deshalb erlauben die Briten jedem, zu predigen, was immer er will: Es bestätigt ihnen die eigene Größe. / The Daily Beast (USA), 31.1

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