Schlagwort: Vladimir Nabokov

Chodassewitschs Prosa

Als Wladislaw Chodassewitsch 1939 in Paris an Krebs starb, schrieb Vladimir Nabokov: »Dieser Dichter, der größte unserer Zeit, ein literarischer Nachfahre Puschkins in der Linie Tjutschews, wird der Stolz der russischen Dichtung bleiben, solange die letzte Erinnerung daran lebendig ist.« Lange Zeit von Kritik…

45. Für den Preis zu schwarz / rot

Nach 50 Jahren werden die Unterlagen zur Nobelpreisvergabe öffentlich – jetzt also 1963. Giorgos Seferis erhielt den Preis einhellig. Abgelehnt wurden u.a. Samuel Beckett, Pablo Neruda, Michail Scholochow und Vladimir Nabokov – mit zum Teil harschen Begründungen. Beckett war den Akademikern zu „negativistisch“, „nihilistisch“…

91. Für eine Poetik der Anthologie

Selbstanzeige Nice to have – und mehr als das Für eine Poetik der Anthologie Von Felix Philipp Ingold Anthologien machen einen beträchtlichen Teil der aktuellen Buchproduktion aus – sie kommen dem weit verbreiteten Bedürfnis nach rascher Information, ordnender Übersicht, repräsentativer Auswahl entgegen. Ob „Seneca…

101. Fictional poets

In der Guardian-Reihe „ten of the best“ diesmal 10 der besten erfundenen Dichter, von Jeffrey Aspern über Yuri Zhivago bis John Shade.

53. Kleines Gemetzel auf schmalem Grat

Der eingangs erwähnte Rezensent der „FAZ“, der Berliner Germanist Ernst Osterkamp, findet vom Titel angefangen ausnahmslos alles an diesem Band – bis auf Juvenals Satire – platt und banal, poetische Konfektionsware eines an sich „guten Lyrikers“. Der Verriss hat Grünbein offenbar so aufgebracht, dass…

182. Versroman

Was hilft die Versicherung, Puschkins „Onegin“ gehöre zu den schönsten Werken der Weltliteratur, wenn es sich um eine 200 Seiten lange Dichtung in Versen handelt? Von Erzählungen erwartet man heute Prosa, Verse nur von kurzen Gedichten. Diese strikte Aufteilung macht es einem Versroman in…

172. Nabokov als Puschkinist

In keines seiner grossen Erzählwerke hat Vladimir Nabokov so viel Arbeitszeit investiert wie in die Übersetzung, Annotation und Exegese von Alexander Puschkins Versroman «Eugen Onegin» (1823 bis 1830). Fast ein Jahrzehnt nahmen ab 1948 seine diesbezüglichen Recherchen in Anspruch, und weitere Jahre vergingen mit…

130. Nabokovs Puschkin

Unzufrieden mit den bestehenden «Eugen Onegin»-Übersetzungen, hatte sich Nabokov 1949 selbst ans Werk gemacht, und zwar mit dem Ziel, die Sinnverteilung des Originals möglichst beizubehalten, wodurch etwa der Reim wegfiel. Wie eine Lupe sollte seine Übertragung wirken, wobei der Kommentar nicht nur zum philologischen…

46. Bücherverbrennung 1965

Die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtete am 15. Oktober 1965 von einem Geschehen auf den Düsseldorfer Rheinwiesen. Dort, zum Erntedankfest, verbrannten Mitglieder des „Jugendbundes für Entschiedenes Christentum“ (EC) neben Zeitungs-Pin-ups und Kinoreklamen auch Bücher von Erich Kästner, Albert Camus, Grass‘ „Blechtrommel“ sowie Nabokovs „Lolita“. Dies,…

Lyriker Nabokov

Als Lyriker ist Nabokov bisher kaum wahrgenommen worden, vielleicht deshalb, weil er sich der Moderne konsequent verweigert und eher bei klassischen Vorbildern angeknüpft hat, die er mit bisweilen pedantisch wirkendem Eifer, wenn auch mit höchstem Kunstverstand nachahmte. / Felix Philipp Ingold über den Band…

Vladimir Nabokov

Bekanntlich hat sich Vladimir Nabokov (1899-1977) in allen Sparten der schönen Literatur umgetan, am erfolgreichsten war er als Erzähler, am wenigsten erfolgreich als Dramatiker. Seine hochkarätige, schwer übersetzbare Lyrik bleibt noch zu entdecken, sein Briefwerk, die Essayistik, die Vorlesungen sind in mehreren Bänden greifbar….