Kategorie: Europa

18. Tomaž Šalamun

In seinen Anfängen verschrieb sich Tomaž Šalamun einem Neoavantgardismus halb dadaistischer Spielart; als Mitglied der Künstlergruppe «Oho» experimentierte er mit konzeptueller Lyrik, die es auf Provokation abgesehen hatte. Wegen eines politisch anstössigen Gedichts verbrachte er fünf Tage im Gefängnis. Später vermied er latente oder… Continue Reading „18. Tomaž Šalamun“

17. Neuer Ton?

Vielleicht ist es nur Einbildung, weil man schon so lange keine Gedichte mehr gelesen hat von Marcel Beyer: Aber es scheint, da schwinge ein neuer Ton mit in diesen Versen, die Worte würden sich zu lockeren Rhythmen fügen und entspannter sei der erzählerische Gestus… Continue Reading „17. Neuer Ton?“

13. Prekariat

Auch in Österreich: Künstlerinnen und Künstler arbeiten und leben in sozial und finanziell unsicheren Verhältnissen. Ihr Einkommen liegt weit unter dem Durchschnitt und sie sind stark armutsgefährdet. Sie sind oft gefangen in einem sozialen System, das ihnen nicht die Unterstützung bietet, die sie brauchen,… Continue Reading „13. Prekariat“

12. Sächsische Dichterlust

Es ist ein Gedichtband für Leute, die ihre Freude haben am Spiel mit (klassischen) Formen und Inhalten, und an der sächsischen Dichterlust, die Dinge auch im Gedicht nicht so heikel und ernst zu nehmen. Nichts für die unheilbaren Romantiker, die in Gedichten Herzschmerz suchen.… Continue Reading „12. Sächsische Dichterlust“

11. Gesprächsbereiter Ketzer

Bresemanns Dichtung zeigt eine Gesprächsbereitschaft sondergleichen: „wir wollen jetzt mal ganz offen miteinander sein“. Die Grundlage dafür bietet vor allem das der Einsicht abgewonnene „outsourcen“, die Auslagerung, die Streichung von immer noch verbindlichen, aber zusehends kontraproduktiven und vereisten (religiösen und politischen) Leitbildern: „nun lass… Continue Reading „11. Gesprächsbereiter Ketzer“

9. Ossi Eichhorn

KuNo erinnert an den Lyriker Ossi Eichhorn: Der Stuttgarter Autor Ossi Eichhorn dürfte heute nur noch einem kleinen Kreis von Literaturkennern ein Begriff sein – vielleicht eher als Gründer der Zeitschrift “Flugasche” denn als Lyriker. 1958 in Sivac/Jugoslawien geboren, verbrachte er die letzten Jahre seines kurzen Lebens in… Continue Reading „9. Ossi Eichhorn“

8. Poetopie

erst drei, vier Tage im neuen Jahr – schon hat es uns an sich gewöhnt Hansjürgen Bulkowski

5. T.S. Eliot

Bis heute streiten sich Literaturwissenschafter über die Frage, inwieweit Eliots Dichterfreund Ezra Pound für die finale Fassung dieses Poems verantwortlich war. Fest steht, dass Pound das sehr lange Gedicht auf rund zwei Drittel seines Umfangs gekürzt hat. Das Werk leitete eine geradezu revolutionäre Entwicklung… Continue Reading „5. T.S. Eliot“

4. Sevdahlinka

Sevdah kommt vom arabischen Wort „sawda“, was schwarze Galle bedeutet. In den Sevdah-Liedern steckt Sehnsucht und Trauer. Wahrscheinlich entstand die Sevdalinka im 15. Jahrhundert, nachdem die Osmanen Bosnien-Herzegowina eroberten. Osmanische Musiktraditionen vermischten sich mit den damaligen slawischen. Die Sevdah-Lieder sind Lieder, die sich in… Continue Reading „4. Sevdahlinka“

2. Gesamtwerk des Sprechstellers

Von Matthias Hagedorn Tom Täger und A.J. Weigoni kommt das Verdienst zu, die Lyrik nach 400 Jahren babylonischer Gefangenschaft aus dem Buch befreit zu haben. lyrikwelt.de Das zu Beginn des Jahres in der Edition Das Labor erscheinende HörBuch Gedichte faßt die langjährige Studioarbeit von… Continue Reading „2. Gesamtwerk des Sprechstellers“

1. Jahr der arabischen Poesie

2014 war ein „Jahr der arabischen Poesie“, schreibt MLYNXQUALEY im Nomadics Blog (Chicago Tribunes).  Mindestens 9 Bände zeitgenössischer arabischer Poesie seien in diesem Jahr übersetzt worden. (Verkaufs- und Leserzahlen stünden auf einem anderen Blatt). Es sind Nothing More to Lose, Najwan Darwish (Palästina), ed.… Continue Reading „1. Jahr der arabischen Poesie“

109. Wilhelm Fink (1929-2014)

Am 7. Dezember starb der Hamburger Schriftsteller Wilhelm Fink im Alter von 85 Jahren. Ich kenne von ihm drei Gedichtbände und einen Roman und endlos viele spritzige, zündelnde Notate (Zündelzeilen hieß ein Gedichtband) und Zitate sowie, im Digitalen, Bilder, die er unermüdlich postete und… Continue Reading „109. Wilhelm Fink (1929-2014)“

108. Schreibhand

Weit von wo? – Die Schreibhand des Dichters. – Ein Wink von Felix Philipp Ingold zum Jahreswechsel.

107. Tudor Arghezi (1880-1967)

Auch in dem Gedichtzyklus Flori de mucegai (1931, Schimmelblumen) griff er auf die Gefängniserfahrung zurück, wobei die lyrische Stimmung wiederum durch kühle Ironie verbrämt war. Mit dem Roman Ochii maicii Domnului (1934, Die Augen Mutter Gottes), in dem er einen romantischen Handlungsrahmen mit religiös-mystischem Inhalt füllte und Elemente des psychologischen… Continue Reading „107. Tudor Arghezi (1880-1967)“

105. Weihnachts-Nachtrag

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister grüßt die Pfarrerinnen und Pfarrer seiner Landeskirche mit einem Gedicht des „protestantisch erzogenen Atheisten und Kommunisten“ Bertolt Brecht (1898-1956). Im Gedicht „Maria“ habe Brecht, wie Meister schreibt, „die Weihnachtslegende entmythologisiert“. Er habe „die Heiligen drei Könige in gewöhnliche Hirten… Continue Reading „105. Weihnachts-Nachtrag“