Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Der Dadaismus lässt grüßen: Daniil Charms war der Pionier der russischen Absurde und ein Meister der kleinen Form. Der Schweizer Merian Verlag hat jetzt eine CD über Leben und Werk des Künstlers veröffentlicht. „Die Poesie ist kein Griesbrei, den man, ohne zu kauen, schluckt… Continue Reading „136. Poesie ist kein Griesbrei“
Es gibt ein bitter-ironisches Abschiedsgedicht von Joseph Brodsky: «Auf die Unabhängigkeit der Ukraine» (1994). Die Menschen (Russen wie Ukrainer) hätten, heisst es darin, das gemeinsame Leid geteilt, aber wenn es darum geht, «am Hühnchen aus dem Borschtsch zu knabbern», zögen die Ukrainer vor, es… Continue Reading „89. Rußland – Ukraine: Ein Gedicht als Zankapfel“
Der Schriftsteller Roger Munier, Übersetzer von Martin Heidegger und Octavio Paz und Rimbaudspezialist, starb am Dienstag im Alter von 87 Jahren. Außer mit René Char, der ein Vorwort zu einem seiner Bücher schrieb, unterhielt er auch freundschaftliche Beziehungen zu Paul Celan, der ihm eins… Continue Reading „78. Gestorben“
Der russische Dichter Innokentij Annenskij (1855-1909) treibt seine lyrischen Ich-Figuren ruhelos meditierend durchs Gestrüpp eines paradiesischen Gartens. Der seit der Kindheit herzkranke Grübler und Träumer, der 14 Fremdsprachen beherrschte und als Altphilologe sämtliche Tragödien des Euripides übersetzte, bewegt sich – wie ein Gedichttitel lautet… Continue Reading „131. Märtyrer der Schlaflosigkeit“
Der Bernstein-Verlag bereitet die Eröffnung einer trilingualen Weltpoesie-Reihe unter dem Titel »Stimmen der Völker in Liedern/Voices of the World in Song« vor, in der jeweils national-literarische Kostbarkeiten versammelt werden. In der Originalsprache und einer englischen sowie deutschen Übersetzung, nach Möglichkeit auch mit einer Audio-CD der in… Continue Reading „120. Stimmen der Völker in Liedern/Voices of the World in Song“
Jewgeni Jewtuschenko, der* berühmteste lebende Dichter Rußlands, hat sein Haus in Peredelkino und seine bedeutende Kunstsammlung dem Staat für ein Museum geschenkt. Das Museum, das nächste Woche eröffnet wird, zeigt Gemälde von Mark Chagall, Joan Miró, Pablo Picasso und Georges Bracque und Fotos, die… Continue Reading „71. Jewtuschenko-Museum“
Besuch aus Moskau 1955 Fadejew! – Paustowski! – Korneitschuk! Issakowski! – Bashan! – Schtipatschtow*! Ketlinskaja! – Kassyl! – Katajew! >>Ach, lebt die Achmatowa noch?« Bek! – Lebedew-Kumatsch! – Sjomuschkin! Scholochow! – Polewoi! – Lugowskoi! Surkow! – Schaginjan! – Libedinski! »Und lebt die Achmatowa noch?«… Continue Reading „121. Meine Anthologie 45: Adolf Endler, Besuch aus Moskau 1955“
Epigramm Und Beatrice – schuf sie wie Dante Verse? Berühmte Laura je der Liebe Glut? Nun lehrte ich die Frauen sprechen… Wie bringt man sie zum Schweigen, großer Gott? 1958 Anna Achmatowa, Poem ohne Held. Hg. Fritz Mierau. Göttingen: Steidl 1992. S. 129 (Nachdichtung… Continue Reading „116. Meine Anthologie 44: Anna Achmatowa, Epigramm“
Der Litauer Venclova war eine Schlüsselfigur des literarischen Untergrundes der sowjetischen Repressionsjahre. Im Vortrag versucht er, dem Erwachen seiner Dichtergeneration nach dem niedergewalzten Ungarnaufstand 1956 durch präzise Gedichtanalysen beizukommen. Seine spontanen Einschübe aber führen vor Augen, dass Venclovas Zeitrechnung seither nicht weitergerückt ist. Venclova… Continue Reading „114. Venclova Brodsky Miłosz“
Nur als Fußnote geistert sie durch Literaturgeschichten des Expressionismus. Im Jahr 2004 stieß die Berliner Literaturwissenschaftlerin Gesine Bey auf einen bis dahin unbekannten Brief Bertolt Brechts, geschrieben am 29. Mai 1941 an den russischen Schriftsteller Konstantin Fedin. Brecht empfahl darin die Ärztin und Autorin… Continue Reading „71. Angela Rohr“
Global Literature ist eine Literatur in Bewegung, eine Literatur ohne festen Wohnsitz, eine Literatur der Unbehaustheit, sehr oft überdies eine Literatur der Nicht-Muttersprachlichkeit, die von Sprachwechslern geschrieben wird. Türken, Serben, Bosnier, Bulgaren, Ungarn, Tschechen, Russen wandern in die deutsche Sprache ein und mutieren zu… Continue Reading „49. Sprachwechsel“
Dienstag, 08 Juni 2010 Einlass 19:00, Beginn 20:00 Uhr sendesaal bremen Das Konzert ergründet die Beziehungen zwischen Lyrik und zeitgenössischer Musik, die sich in der zweiten Hälfte des 20ten Jahrhunderts eigenartig gelockert haben. Eine mögliche Erklärung für diese Abkehr ist sicher die ästhetische Entwicklung… Continue Reading „40. Ensemble Alternance: Zwischen Lyrik und Musik“
Frank O’Hara (Deutsch von Marcus Roloff) Den Originaltext können Sie hier in der Google Books-Suche lesen
Eröffnet wird das poesiefestival am 4. Juni mit dem Kolloquium »Mittelmeer und Europa – die andere Geschichte der Literatur«. Es fragt, wie sich der Flüchtling in der Dichtung jener Region spiegelt und wie er heute zivilrechtlich behandelt wird. An der verlesenen »Europäischen Verfassung in… Continue Reading „13. poesiefestival berlin“
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