Kategorie: Europa

89. Katalonien jenseits der Lyrik

Im Jahr 1925 ruft Josep Maria de Sagarra die Schriftsteller seines Landes auf, endlich die „Angst vor dem Roman“ zu überwinden und Bleibendes auch jenseits der Lyrik zu schaffen. „Das katalanische Publikum verlangt unmissverständlich und mit geradezu verzweifeltem Aufschrei, dass man ihm Romane liefert“,… Continue Reading „89. Katalonien jenseits der Lyrik“

87. Hans Bender 90

„Jeden Tag ein Buch lesen, wenigstens ein Drama oder eine Erzählung zu lesen, nahm ich mir vor“, notierte Bender in seinem Buch „Postkarten aus Rom“ (1989). So – oder so ähnlich – darf man sich auch heute noch den Alltag des in Köln lebenden… Continue Reading „87. Hans Bender 90“

86. Olga Sedakova beim Poesiefestival Berlin

Viele ihrer Gedichte hat die bekennende orthodoxe Christin Olga Sedakova in einem Holzhaus in Azarowka, zwei Stunden südlich von Moskau, geschrieben, in das sie sich zum Arbeiten gern zurückzieht. Seit dem Zerfall der Sowjetunion ist sie lesend, vortragend und unterrichtend aber auch viel auf… Continue Reading „86. Olga Sedakova beim Poesiefestival Berlin“

85. Lesung in Siegen mit Thomas Gsella

„Ich lese dann erstmal meine rund 800 Gedichte, und dann noch ein paar kürzere Texte“, versprach der 1958 in Essen geborene Joachim-Ringelnatz-Förderpreisträger zu Beginn. Dass es dann doch schon nach gut zwei Stunden zu Ende war, bedauerten alle, die gerne noch viel mehr der… Continue Reading „85. Lesung in Siegen mit Thomas Gsella“

84. Engeler am Ende?

Vielleicht haben Sie schon davon gehört (zuerst wusste es Tobias Lehmkuhl in der Süddeutschen Zeitung, dann Roman Bucheli etwas genauer in der Neuen Zürcher Zeitung und Kollege Jörg Sundermaier etwas umfassender in der tageszeitung; schliesslich habe ich selbst in einem Gespräch mit Nils Kahlefendt… Continue Reading „84. Engeler am Ende?“

30. Clara Mosch in Prora

„Die andere Seite – Carlfriedrich Claus, Michael Morgner, Thomas Ranft“ Eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Prora 2. Mai bis 28. Juni 2009 (täglich von 09:30 bis 19:00 Uhr) Die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst hat nicht nur die „Stars“ der Neuen und Alten Leipziger… Continue Reading „30. Clara Mosch in Prora“

123. Ilana Shmueli aus Czernowitz

Do 28.5. 20:00 Du bist so nah – und wieder nicht In Lesung und Gespräch Ilana Shmueli Autorin, Jerusalem  Moderation Thomas Sparr Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M.  Einführung André Schmitz Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin Ilana Shmueli (*1924 Czernowitz), die frühe und späte Freundin Paul Celans, bezeugt durch ihr… Continue Reading „123. Ilana Shmueli aus Czernowitz“

81. Pier Paolo Pasolini

Eine verkehrte Geschichte, eine verdrehte Geschichte, eine verstellte Geschichte: Mehr als drei Jahrzehnte nach dem grausamen und bis heute nicht restlos aufgeklärten Tod des Poeten im Schmutz der vor den Toren Roms gelegenen Hafenstadt Ostia ist sein Name noch immer gegenwärtig. Nicht aber mehr… Continue Reading „81. Pier Paolo Pasolini“

31. Peter Geist, aus der Laudatio zum Huchelpreis für Gerhard Falkner

Es ist hohe Zeit, den Gründen nachzuspüren, warum seit Erscheinen seines ersten Gedichtbandes „so beginnen am körper die tage“ 1981 die Rezeption des Falknerschen Werkes kontinuierlich nur zwei Amplituden kennt – die begeisterte Aufnahme wie die schroffe Ablehnung, und wie diese seltsame, ihresgleichen suchende… Continue Reading „31. Peter Geist, aus der Laudatio zum Huchelpreis für Gerhard Falkner“

12. Aus Erregung

Wenn der 1951 geborene Dichter Gerhard Falkner regelmäßig seine polemischen Blitze auf die Lyrik-Szene schleudert, ist es ratsam, in Deckung zu gehen. Denn der Zorn des „Minnesängers der Moderne“ (Kurt Drawert über Falkner) ist gewaltig. Falkner spricht – und die Gattung erbebt. Zuletzt hatte… Continue Reading „12. Aus Erregung“

9. Auch ich war ein Wendegewinnler

Wenn ein Gedicht und ein Kopf zusammenstoßen, und es klingt dunkel, muß das nicht immer am Gedicht liegen. Wo habe ich das gelesen oder erlebt? Bei Gerhard Falkner: so beginnen am körper die tage. Aber es muß die zweite Ausgabe sein, die in der… Continue Reading „9. Auch ich war ein Wendegewinnler“

151. Was gute oder schlechte

Gedichtbände sind, ist seit je und naturgemäß umstritten. Was der eine für preiswürdig hält, ist dem andern der letzte Scheiß. Wer wüßte keine Beispiele? Man müßte ihm Kennerschaft absprechen. Matthias Kehle hat es gefallen, in seinem Blog am 28.3. eine in der Lyrikzeitung dokumentierte… Continue Reading „151. Was gute oder schlechte“

100. „Verständliche“ Lyrik (2)

Ein Hörbericht von Bertram Reinecke (Fortsetzung von #99) Thomas Kunst Einer gewissen Umstellung im Zuhören bedarf es heutzutage schon, wenn jemand Sonette liest. Die Reime und festgelegten Zäsuren dieser Textform wollen antizipiert werden, will man das Spiel mit deren Brüchen mitbekommen. Dieses Spiel weiß… Continue Reading „100. „Verständliche“ Lyrik (2)“

99. „Verständliche“ Lyrik

Ein Hörbericht von Bertram Reinecke Dieser Text soll einige Lyriker würdigen, die auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse zu hören waren. Teilweise weniger bekannt, können sie vielleicht dem Bild, was Lyrik ist oder sein kann, einige Bausteine hinzufügen. Eine Rezension nur vom Höreindruck zu schreiben,… Continue Reading „99. „Verständliche“ Lyrik“

130. Aus der Lesbarkeit befreit

bei sachgemäßer lagerung halten unsre tage acht, vielleicht zehn stunden, bevor sie zu goldstaub zerfallen; es ist dann ungefähr sechs, ein altes augenleiden hindert uns an der weiteren lektüre von papas randnotizen zu mamas brief; („lassen wir den kram erstmal liegen“). nach einbruch der… Continue Reading „130. Aus der Lesbarkeit befreit“