Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Alex Galper Anführer der Aufständischen Wenn in einem Monat Macondo von der Nachricht erfährt Dass ein Bürgerkrieg ausgebrochen ist Steig vom fliegenden Teppich ab Hör auf, nach dem Philosophenstein zu suchen Erschieße den levitierenden Priester Und gehe in den Wald zu den Aufständischen In… Continue Reading „Aus: Neues Macondo“
Ich suchte ein Gedicht Wilhelm Waiblingers, der am 21. November 1804 in Heilbronn geboren wurde, aber es war nichts zu brauchen. Auch das Gedicht „An Hölderlin“ nicht, mit seinen „Jammerheiliger, irren Auge, Jugendschönheit, Kinderherzens und Gartenhäuschen“ („komm, es wartet dein“). In einer langen Fußnote… Continue Reading „In lieblicher Bläue“
Sinaida Hippius (auch Gippius, russisch: Зинаида Николаевна Гиппиус; * 8. November jul./ 20. November 1869 greg. in Beljow bei Tula; † 9. September 1945 in Paris) Alles um uns Schreckliches, Grausames, Häßliches, Gieriges, Stumpfes, Gefühlloses, Schmutziges, Schmieriges, Langsam Zermürbendes, Ehrloses, Kleinliches, Schlüpfriges, Schändliches, Elendes,… Continue Reading „Gieriges Schmieriges, Kleinliches Peinliches“
L. Marco [Martha Lasker] (* 19. November 1867 in Berlin als Martha Bamberger; † 18. Oktober 1942 in Chicago) Treue Am rauschenden Nordseestrande, Da ward die Bekanntschaft gemacht, Da haben die beiden im Sande Geplaudert, gescherzt und gelacht. Sie sprachen von allem auf Erden… Continue Reading „Treue“
Confusius von Ollapotrida. I. Reverirte Dame, Phoenix meiner ame, Gebt mir audientz: Euer Gunst meriten, Machen zu falliten Meine patientz. II. Ach ich admirire, Vnd considerire, Eure violentz, Wie die Liebesflamme Mich brennt/ sonder blasme, Gleich der Pestilentz. III. Jhr seyd sehr capable, Jch… Continue Reading „Fremdgierigkeit“
Nikolaus Lenau (* 13. August 1802 in Csatád, Königreich Ungarn; † 22. August 1850 in Oberdöbling bei Wien) Zweierlei Vögel Strichvogel Reflexion, Zugvogel Poesie, Singt jeder andern Ton Und andre Melodie. Strichvogel hüpft und pfeift Und pickt von Ast zu Ast, Und… Continue Reading „Strichvogel Reflexion, Zugvogel Poesie“
Paula Ludwig (* 5. Januar 1900 in Feldkirch; † 27. Januar 1974 in Darmstadt) Ich kann nur die Flöte spielen und nur fünf Töne Wenn ich sie an die Lippen hebe kehren die Karawanen heim und in dunklen Scharen die Vögel Dann rudern die… Continue Reading „Flöte“
Nikolaus Lenau (* 13.8. 1802 Csatád bei Temesvár, Ungarn, † 22.8.1850 Oberdöbling bei Wien) Trutz euch! Ihr kriegt mich nicht nieder, Ohnmächtige Tröpfe! Ich komme wieder und wieder, Und meine steigenden Lieder Wachsen begrabend euch über die Köpfe. Aus: Nikolaus Lenau’s Sämmtliche Werke, hrsg.… Continue Reading „Trutz“
Johanna Charlotte Unzer (Deutsche Dichterin und Philosophin, * 25.11.1725 Halle, † 29.01.1782 Altona) Mittel zum Vergnügen Schwestern! wollt ihr wissen, Wie ich mich vergnüge, Daß ich immer scherze, Daß ich immer singe, Daß ich auch im Winter, Wenn auch schon die Rosen Unser Haupt… Continue Reading „Mittel zum Vergnügen“
Heute vor 30 Jahren rappte Erich Mielke vor der Volkskammer in Ostberlin: „Ich liebe doch alle … alle Menschen … ich liebe doch … ich setze mich ein.“ Die kleine Kostbarkeit gehört zu den meistzitierten Werken der deutschen Literatur und ging in der Form… Continue Reading „30 Jahre und 43 Jahre“
Wolfram von Eschenbach Übertragung: Ulrike Draesner Krallen, klauen durch die wolken schwer geschlagen steigt er auf mit großer kraft ich sah ihn grauen tag um tag will er so tagen: der tag, der seiner gesellschaft beraubt den edlen mann den in der burg ich… Continue Reading „Seine Klauen“
Hans Magnus Enzensberger (Geboren am 11. November 1929, heute vor 90 Jahren, in Kaufbeuren) utopia der tag steigt auf mit großer kraft schlägt durch die wolken seine klauen der milchmann trommelt auf seinen kannen sonaten: himmelan steigen die bräutigame auf rolltreppen: wild mit großer… Continue Reading „mit großer kraft, wo hat er das nur her“
Jacob Cats (* 10. November 1577 in Brouwershaven auf der Insel Schouwen-Duiveland; † 12. September 1660 in Den Haag) Drei Vorreden An den Leser Dünckt einem dieses Buch von allzu grossem Wesen / Der mag / sofern er will / nur etwas wenigs lesen;… Continue Reading „Wie es mit Büchern geht“
Welimir Chlebnikow (Велимир Хлебников; eigentlich Виктор Владимирович Хлебников, wiss. Transliteration Viktor Vladimirovič Chlebnikov; * 28. Oktober jul./ 9. November 1885 greg. in Malyje Derbety, Gouvernement Astrachan; † 28. Juni 1922 in Santalowo, Oblast Nowgorod) Ein Gedicht von Anfang 1922 in fünf Fassungen Fassung von… Continue Reading „„Grass“, schreien an der Wolga“
Hannes Bajohr POETISCH DENKEN (DIGEST) hört ihr das so höhnen honigprotokolle ab und zu in der ferne la la la tch tch tch ich ging hinaus in der zeit [Die je zwei häufigsten 3-Gramme aus den in Christian Metz‘ Buch »Poetisch Denken« erwähnten Lyrikpublikationen… Continue Reading „POETISCH DENKEN (DIGEST)“
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